«Pension Schöller» – ein Irrsinn mit Charme und Methode

Die Crew der Pamy Mediaproductions spielt im Haus neuestheater.ch als Gastspiel die bewährte Komödie «Pension Schöller». Die Besetzung ist im besten Sinne des Wortes kaleidoskopisch schillernd.

Irre Situation: Bella C ist als Josephine Zillertal kaum zu erkennen, hier mit Patrick Allmandinger («Almi») als Eugen.  Foto: ZVG/S. Panosetti
Irre Situation: Bella C ist als Josephine Zillertal kaum zu erkennen, hier mit Patrick Allmandinger («Almi») als Eugen. Foto: ZVG/S. Panosetti

Bei der Medienkonferenz der Pamy Mediaproductions GmbH war die ganze Truppe aufmarschiert. Man fühlte sich fast ins 18. Jahrhundert zurückversetzt. Damals stellte der Theaterprinzipal das Stück auf der Wanderbühne in Anwesenheit aller Beteiligter vor. Dazu gehörten jeweils kleine Kostproben. Bei der Orientierungsveranstaltung waren es zwei von Borislava Panosetti gesungene Lieder. Als Bella C belegte sie bei der Schweizer Entscheidungsshow des letztjährigen European Song Contest den 2. Platz. Sie liess am Keyboard sowohl Wimpern als auch Tasten klimpern und mimte im boulevardesken Anspiel die werbewirksame Femme fatale. Produzent und Geschäftsführer Alexander von Glenck, im Stück Oberst a. D. von Mühlen, gab den Theaterprinzipal. «Wir sind seit drei bis vier Jahren unterwegs mit Theater- und Filmproduktionen und lieben vor allem Komödien», erklärte er. Die Komödie, in der ernste Themen so verpackt seien, dass man darüber lachen könne, ohne Schmerz zu empfinden, sei ein schwieriges Fach. Matthias Kurth, der im Stück Schöller spielt, aber auch Geschäftsführer einer internationalen Hotelkette war, stellte als eloquenter Grandseigneur das Unternehmen Pamy vor und sagte: «Wir sind ein Ensembletheater, das keine Stars in den Vordergrund schiebt.» Schliesslich ging Regisseur Volker Vogel in Anlehnung an Dirigent Nikolaus Harnoncourt aufs Ganze: «Wenn ich eine Besetzung habe, ist das die beste der Welt.» Wenn das nicht ein Versprechen ist!


«Pension Schöller» reloaded

Das Stück, das neunmal verfilmt und auch im Burgtheater Wien aufgeführt worden ist, braucht kaum vorgestellt zu werden. An der neuen Fassung hat Renato Salvi mitgeschrieben. «Das Original ist etwas angestaubt», so Vogel. Der Sprachwitz sei der heutigen Zeit angepasst worden, wie auch das Bühnenbild in das frühe 20. Jahrhundert verlegt sei. «Die Komödie ist ein Powerstück und alle Rollen sind extravertiert und spannend. Wir werden Tempo, Kraft und Leidenschaft sehen.» Tatsächlich kann man gespannt sein, was passiert, wenn ein Schauspieler wie Maarten Güppertz, der noch vor kurzem den Mephisto spielte, zusammen mit Bella C, Patrick Allmandinger und Renato Salvi auf derselben Bühne steht. Volker Vogel setzt als Co-Besetzung von Oberst a. D. von Mühlen sicherlich eigene Akzente, wie auch die erfahrene Bernadette Brack-Strittmatter als Ida Klapproth. Mit Ursina Früh und Daniel Raaflaub kommen jüngere Kräfte zum Einsatz. «Ich habe Eugen vor 30 Jahren im Häbse-Theater in Mundart gespielt», sagt Allmandinger, «die Rolle auf Hochdeutsch zu spielen ist nun eine Herausforderung.» Das 1890 entstandene Lustspiel von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs, in dem nichts so ist, wie es scheint, funktioniert als irrwitzige Verwicklungskomödie. Bei der Uraufführung in Berlin nahm das Stück angesichts der heutigen «alternativen Fakten» aus dem Weissen Haus den Irrsinn unserer Tage vorweg. Ein Grund mehr, die «Pension Schöller» zu besuchen!


Pension Schöller, Gastspiel der Pamy Mediaproductions, neuestheater.ch, Premiere: 1. April; weitere Daten: 2./6.–8./20.–23./27.–30. April; jeweils 19.30 Uhr, sonntags um 17.00 Uhr. <link http: www.neuestheater.ch external-link-new-window>www.neuestheater.ch / <link http: www.pamy.ch external-link-new-window>www.pamy.ch.

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