Keine neue Mehrzweckhalle, dafür Platz für zusätzlichen Schulraum

Die Dornacher Stimmbevölkerung lehnt den Bau der Mehrzweckhalle Brühl ab, stimmt dem Kauf des Käch-Areals aber deutlich zu.

Mit über 55 Prozent abgelehnt: Die geplante Mehrzweckhalle beim Standort Brühl konnte offenbar nicht überzeugen. Visualisierung: dornach.ch
Mit über 55 Prozent abgelehnt: Die geplante Mehrzweckhalle beim Standort Brühl konnte offenbar nicht überzeugen. Visualisierung: dornach.ch

Der Widerstand gegen den 14,5 Millionen Franken teuren Bau einer Mehrzweckhalle beim Schulhaus Brühl wurde am Ende offenbar zu gross und kam von zu vielen Seiten. Nicht nur SVP und FDP votierten vehement dagegen, sondern auch mehrere Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen. Bei denen stellte sich weniger die Frage, ob eine neue Mehrzweckhalle nötig ist, sondern, wie diese aussehen soll. Umstritten war vor allem die Bühne, die gemäss Vorlage mobil sein sollte. Das gefiel längst nicht allen Vereinen. Der Musikverein sowie der Jodlerclub hatten deswegen im Vorfeld ihre Bedenken angemeldet, kamen damit aber nicht durch.

Wechselten Vereine das Lager?

Der Nein-Anteil zum Bau der Mehrzweckhalle ist mit über 55 Prozent relativ deutlich. Dass die Bevölkerung und allen voran die Vereine zu wenig angehört worden seien, bezeichnet Gemeindepräsident Christian Schlatter (Freie Wähler) als «haltlose Behauptung». Er sieht bei vielen Vertreterinnen und Vertretern eher einen «überraschenden und schwierig zu verstehenden» Kurswechsel, in dem diese vom Ja- ins Nein-Lager gewechselt seien. «Die Kampagne der Gegnerschaft war vehement. Die Gegnerinnen und Gegner waren mit Inseraten, Plakaten, Flyern und in den sozialen Medien extrem präsent», meint Schlatter, der selber eine Hochglanzbroschüre in die Haushalte verschickt hat. Nun müsse die Gemeinde bei den Planungen für Sporträumlichkeiten und der Tagesstruktur wieder zurück auf Feld eins.

Dies begrüsst FDP-Präsident Ludwig Binkert: «Es braucht eine zusätzliche Turnhalle für die Primarschule und Räumlichkeiten für die Infrastruktur. Den Mehrzweckanteil braucht es aber nicht.» Auch der Standort der geplanten Mehrzweckhalle in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Aula sei falsch gewählt worden, moniert Binkert. Auch SVP-Beisitzer René Umher sieht keinen Bedarf für den Mehrzweckanteil. «Die Gemeinde hat vor wenigen Jahren auch für Veranstaltungen den ‹Treff Zwölf› gekauft. Dieser bietet genügend Platz und ist mit dem Auto und dem öffentlichen Verkehr bequem zu erreichen.»

«Wursteln ohne Konzept»

Beim Kauf des Käch-Areals für 2,3 Millionen Franken stärkte die Stimmbevölkerung dem Gemeinderat mit 60 Prozent Ja-Stimmen klar den Rücken. Damit erhält die Gemeinde Platz für mögliche Erweiterungen der Schulanlagen dahinter. Gemeindepräsident Christian Schlatter bezeichnet das Resultat als «solide». Mit der Ablehnung der Mehrzweckhalle Brühl sei es sogar möglich, auf dem Käch-Areal «schneller Nägel mit Köpfen zu machen» und die ursprünglich beim Schulhaus Brühl angedachten Planungen am Standort Gwänd bei der Oberstufe umzusetzen.

FDP-Präsident Ludwig Binkert kann mit dem Ja zum Kauf des Käch-Areals zwar leben, die 40 Prozent Nein-Stimmen würden aber zeigen, dass viele im Dorf wie er selber das Gefühl hätten, «der Gemeinderat wurstelt, ohne ein Konzept zu haben, und geht unverantwortlich mit Steuergeld um». Beim Bau der Gemeindeverwaltung habe der Gemeinderat zu viel Vertrauen verspielt, kritisiert Binkert. «Die bisherigen Überlegungen zum Areal Bruggweg/Gwänd sind sorgfältig zu revidieren.» René Umher kann das Konzept hinter dem Landkauf mit einer möglichen Erweiterung der Schulanlagen noch immer nicht vollends nachvoll­ziehen, obwohl es grundsätzlich Sinn ergebe, als Gemeinde Land zu kaufen, das an eigene Parzellen grenzt.

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