Kein Budgetstreit in Dornach

Vor Jahresfrist noch bodigte die Dornacher Gemeindeversammlung das Budget. Diesmal wurde es vom Souverän glatt durchgewinkt.

Axel Mannigel

Rückblende: Im Dezember 2013 hatte der Dornacher Gemeinderat ein finanzielles Debakel erlebt. Zwar knapp, aber trotzdem verbindlich wurde das Budget für 2014 vom Souverän zurückgewiesen und so der Gemeinderat in eine unangenehme Lage manövriert. Bei der Gemeindeversammlung vom Mittwoch vergangener Woche war also Hochspannung garantiert. Als das Budget 2015 schliesslich als Traktandum Nr. 8 nach etwas über einer Stunde behandelt wurde, konnte Gemeindepräsident Christian Schlatter allerdings mit einer positiven Nachricht aufwarten. Natürlich, das Budget 2015 schliesst mit einem Verlust von 717 400 Franken und es besteht ein Finanzierungsfehlbetrag von rund 2,7 Millionen Franken. Doch im Vergleich zum Vorjahr konnte der Aufwandüberschuss um rund 300 000 Franken reduziert werden, höheren Steuereinnahmen und einer Reduktion des Personalaufwandes sei Dank.

Ein Herz für Kultur
Vielleicht war es diese «geringfügige Reduktion von Mehrkosten» (Schlatter) oder die Tatsache, dass sich das Budget 2015 im Durchschnitt der letzten zehn Jahre befindet – von der aufgeladenen Stimmung im Vorjahr war an dieser Gemeindeversammlung nichts zu spüren. Der Gemeindepräsident und Finanzverwalter Gergor Minzer machten deutlich, dass man viel vorhabe, andererseits aber gewillt sei, zu sparen wo nur irgend möglich.

Manch einem ging in diesem Winter das Sparen gar zu weit und als Minzer während der Detailberatung den Bereich «Kultur und Freizeit» thematisierte, erhöhte der Souverän die Beiträge für das Kloster Dornach, die Jugendarbeit, die Magdalenenzunft, die Schwarzbuebe-Jodler und den Männerchor wieder nach oben. Am Ende wurde das Budget nahezu einstimmig verabschiedet und damit unter anderem akzeptiert, für das kommende Jahr 96 Prozent der einfachen Staatssteuer als Gemeindesteuer zu belassen.

Optimistisch in die Zukunft
In seinem Redebeitrag zum Finanzplan bestätigte Rudolf Hafner, Kantonsrat und Mitglied der Finanzkommission, dass Dornach vor grossen Herausforderungen stehe. Sowohl die Sanierung und Verbesserung der Infrastruktur der Schulanlagen als auch zwei Strassenprojekte, das Grossprojekt Widen und eine Fahrzeugbeschaffung wollen umgesetzt werden. Die bisherigen Bemühungen hätten noch nicht durchgeschlagen und man müsse die sich verschlechternden Rahmenbedingungen berücksichtigen, doch «wir sind Optimisten, dass das weitergeht». Mit der Unterstützung des Dornacher Souveräns ist – zumindest fürs nächste Jahr – immerhin zu rechnen.

Dornach sagt Ja zur Regionalkonferenz
Mit grossem Mehr stimmte die Gemeindeversammlung den Statuten für den «Zweckverband Regionalkonferenz Birsstadt» zu – vorbehaltlich der Zustimmung sämtlicher Gemeindeversammlungen/Einwohnerrat der Birsstadt – und beauftragte den Gemeinderat mit dem Vollzug. Damit ist der Verband (das «Wochenblatt» berichtete in seiner letzten Ausgabe) auf gutem Weg zu seiner Existenz und zu mehr Verbindlichkeit bei der Zusammenarbeit der acht Birsstadt-Gemeinden.

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