Ist die neue Buslinie ein Sicherheitsrisiko?

Auf der Buslinie 67 zwischen Dornach und Hochwald ist es aufgrund der engen Strassenverhältnisse seit Einführung Mitte Dezember bereits zu zwei Zwischenfällen gekommen.

Kreuzen ist schwierig: Das Postauto der Linie 67 fährt auf der Hochwaldstrasse, die eng ist und Haarnadelkurven hat. Bild: Kenneth Nars
Kreuzen ist schwierig: Das Postauto der Linie 67 fährt auf der Hochwaldstrasse, die eng ist und Haarnadelkurven hat. Bild: Kenneth Nars

Die Anpassungen am Buskonzept auf dem Dorneckberg gaben bereits weit vor dem Startschuss am 14. Dezember 2025 zu reden. Die Buslinie 67 führt seitdem von Dornach direkt nach Hochwald und weiter nach Seewen. Gempen erreicht man mit der neuen Linie 77 (Liestal – Nuglar – Gempen – Dornach).

Die Busverbindung zwischen den Nachbarsdörfern Hochwald und Gempen wurde nahezu gekappt. Nur noch der seit dem Fahrplanwechsel eingeführte «Schulbus» (Linie 73) verbindet Hochwald, Gempen, Nuglar und Büren direkt miteinander. Dieser Kurs verkehrt von Montag bis Freitag neunmal täglich. Eine Online-Petition auf der Plattform Petitio. ch, die wie diese Zeitung zu CH Media gehört, mit 181 Unterzeichnenden fordert die Rückkehr der Direktverbindung zwischen Hochwald und Gempen. Neben der Forderung der Wiedereinführung der Direktverbindung zwischen den beiden Nachbarsdörfern warnen die Petitionäre vor der neuen Route der Linie 67 zwischen Dornach und Hochwald als Sicherheitsrisiko. «Die Hochwaldstrasse ist sehr eng und steil, und es gibt verschiedene Stellen mit Böschungen und tiefen Abgründen, bei welchen – trotz verschiedenen Anfragen der Bevölkerung – keine Leitplanken vorhanden sind.»

An gewissen Stellen sei das Kreuzen zwischen einem Personenwagen und einem Postauto oder Lastwagen nicht oder nur erschwert möglich. Gemäss Petitionstext ist es bereits in der ersten Woche nach Einführung zu einem Ausweichmanöver des Postautos gekommen, bei dem das Postauto die begrenzende Mauer «massiv geschrammt» habe.

Strecke sei in der Schweiz nichts Aussergewöhnliches

Die Medienstelle der Postauto AG bestätigt den Vorfall, relativiert aber sogleich: «Tatsächlich hat ein Postauto eine Mauer gestreift, allerdings war der Schaden am Fahrzeug nicht massiv, und es bestand keine Gefährdung für Personen.» Auf besagter Strecke werde es an einzelnen Stellen sehr eng, wenn zwei grosse Fahrzeuge kreuzen wollen, gibt Mediensprecherin Katharina Merkle zu bedenken. Dies sei in der hügeligen Schweiz aber nichts Aussergewöhnliches. Als Massnahme wurde die Strecke als Postautostrecke signalisiert.

Im Gemeindeblatt «Hobel Aktuell» ist von zwei Vorfällen mit Postautos die Rede: «ein Seitenlicht-Schaden durch einen ‹Anfängerfehler› und ein Schaden durch Felskontakt». Aufgrund der Diskussionen über die Linienführung und der Sicherheitsbedenken fand am 2. März in Hochwald ein runder Tisch statt, an dem zwei Vertreter des Kantons Solothurn und ein Vertreter der Post-auto AG teilgenommen haben. Als Sicherheitsmassnahmen wurden die Montage einer Leitplanke auf einer Länge von 300 Metern entlang von zwei bestehenden Stützmauern und der Rückbau der Felsnase im Bereich einer Engstelle beschlossen.

Der Hobler Gemeinderat habe von Anfang an die Sicherheitsbedenken aus der Bevölkerung geteilt und der Situation mit der neuen Streckenführung mit Besorgnis entgegengeblickt, schreibt Gemeinderätin Isabelle Fleury auf Anfrage. Auch in den ersten Wochen nach Einführung der neuen Buslinie sei das Thema in der Bevölkerung noch gross gewesen.

Fleury wertet den Austausch mit den Verantwortlichen des Kantons und der Postauto AG als «sehr offen und aufschlussreich». Die in der Petition vorgeschlagene Alternativroute via Gempen nach Hochwald wurde seitens des Kantons aber klar abgewiesen, da diese eine längere Fahrzeit mit sich bringen würde und somit die Anschlüsse am Bahnhof Dornach-Arlesheim nicht gewährleistet wären.

Gempen freut sich über Anbindung an Liestal

Fleury kritisiert wie die Petitionäre die ausgedünnte Anbindung zwischen Gempen und Hochwald. «Wir haben in Hochwald das Jugendhaus Dorneckberg, das auch von Jugendlichen aus Gempen und allen anderen Dorneckberg-Gemeinden rege genutzt wird. Auch ist die Sonnhalde als grösster Arbeitgeber auf dem Dorneckberg in Gempen. Nicht wenige Mitarbeitende kommen aus Richtung Hochwald.» Positiv würden im Dorf der Zeitgewinn durch das neue Buskonzept und die Anschlüsse an den Halbstundentakt in beide Richtungen ab Dornach-Arlesheim bewertet, betont Gemeinderätin Fleury.

Auch der Gemeinderat Gempen bedauere den Wegfall der regelmässigen Busverbindung zwischen Gempen und Hochwald, schreibt Gemeinderatsvizepräsident Roman Baumann, der auch für das Thema öffentlicher Verkehr zuständig ist. Die Verbindung der beiden Dörfer ist eng, auch weil sich die Verwaltung der Gemeinde Gempen in Hochwald befindet. Trotzdem bewerte der Gempner Gemeinderat das neue Buskonzept als positiv. «Vor allem die neue, regelmässige Verbindung der Linie 77 von Dornach über den Gempen bis zum Bahnhof Liestal mit Anschlüssen auf die Züge nach Zürich, Luzern und Bern wird sehr geschätzt. Für den Standort Gempen ist dies auf jeden Fall ein Gewinn.»

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