«Ich möchte den Puls der Menschen im Dorf spüren»

Der bisherige Gemeinde-Vizepräsident Georg Schwabegger (SP) wird neuer Gemeindepräsident von Hochwald. Im Interview verrät er, weshalb er einen engeren Kontakt zur Bevölkerung sucht.

Gerne in Hochwald – gerne unterwegs: Der gewählte Gemeindepräsident Georg Schwabegger.  Foto: ZVG
Gerne in Hochwald – gerne unterwegs: Der gewählte Gemeindepräsident Georg Schwabegger. Foto: ZVG

Tobias Gfeller

Wochenblatt: Georg Schwabegger, von 432 abgegebenen Stimmen fielen 287 auf Sie, 100 Personen legten leer ein und 45 Stimmen waren ungültig. Gewählt mit einem kleinen Makel. Wie interpretieren Sie das Ergebnis?
Georg Schwabegger: Nach dem Bericht in der Presse und den Gesprächen im Dorf musste man damit rechnen, dass einige leer einlegen werden. Ich bin aber sehr zufrieden mit dem Resultat. Natürlich sind hundert Leerstimmen noch immer viel. Das Problem für mich ist, dass ich nicht weiss, woher die Kritik kommt. Es hat auch etwas von zu geringer Wertschätzung, wenn man sagt, mein Vorgänger habe einen Scherbenhaufen hinterlassen und ich wäre nicht zugegen, wenn es mich braucht. Es waren vor allem Pauschalaussagen und wenig Konkretes.

Wie möchten Sie als Gemeindepräsident erreichen, dass Teile der Hoblerinnen und Hobler nicht mehr diese Vorbehalte gegen Sie und den Gemeinderat haben?
Georg Schwabegger: Ich möchte mit dem Gemeinderat näher an die Bevölkerung. Ich will Diskussionsplattformen schaffen, Workshops durchführen. Ich möchte noch mehr den Puls der Menschen im Dorf spüren. Ich möchte ein Gemeindepräsident sein, der im Dorf spürbar ist. Ich finde es schade, wenn gewisse Menschen die Faust im Sack machen, aber das Gespräch nicht suchen. Deshalb müssen wir vom Gemeinderat auf diese Menschen zugehen. Ich hoffe, dass die Gruppierung, die gegen meine Wahl ankämpfte, dieses Angebot annimmt.

Das Dorf soll mit seinen Politikern näher zusammenrücken. Ist dies auch eine Lehre aus den Querelen um die Sanierung des Bürenwegs?
Georg Schwabegger: Ja, bestimmt. Weniger Tempo ist manchmal gar nicht so schlecht. Ich möchte vor grösseren Projekten mehr Gespräche führen, uns mehr Zeit geben. Damit möchte ich Konflikten wie beim Bürenweg vorbeugen. Vor der Sanierung des Seewenwegs planen wir eine Vorlaufzeit von mindestens einem Jahr. Bevor nicht alles klar ist, fangen wir erst gar nicht an. Alle – vor allem natürlich die Anwohner – müssen wissen, was auf sie zukommt.

Wo sehen Sie weitere Herausforderungen für Hochwald?
Georg Schwabegger: Ich möchte die Infrastruktur weiterhin gut pflegen. Natürlich müssen wir stets die Finanzlage im Auge behalten. Trotzdem ist ein Investitionsstopp nicht die Lösung. Es gibt gewisse Dinge, die kommen. Wir müssen so planen, damit wir nicht in eine finanzielle Schieflage geraten und Steuererhöhungen kein Thema werden. Auch da ist es wichtig, den Puls der Bevölkerung zu spüren.

Der Gemeinderat, ein Gremium, das funktioniert?
Georg Schwabegger: Ja, der Gemeinderat harmoniert. Ich bin einer von sieben. Ich bin nicht der König von dort oben und werde dies nie sein. Das Beste holt man immer als Gruppe heraus.

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