«Ich habe mir das Mandat erarbeitet, es wurde mir nicht geschenkt»

Mit einem Glanzresultat schaffte Christian Imark am Sonntag die Wahl in den Nationalrat. Das «Wochenblatt» traf am Montagnachmittag einen sichtlich aufgeräumten SVP-Politiker zum Gespräch.

Nach der «Wahlschlacht»: Christian Imark will in Bern auch das ganze Schwarzbubenland vertreten.  Foto: Thomas Kramer
Nach der «Wahlschlacht»: Christian Imark will in Bern auch das ganze Schwarzbubenland vertreten. Foto: Thomas Kramer

Thomas Kramer

Wochenblatt: Christian Imark, Sie sind frisch gewählter Nationalrat. Wie fühlt sich das an?
Christian Imark: Ich beginne das erst langsam zu realisieren. Ich weiss, dass ich am Wahlsonntag nicht allzu viele Emotionen zugelassen und insbesondere den Medienmarathon konzentriert und nüchtern hinter mich gebracht habe. Aber je später der Abend, umso gelöster wurde ich. Und je mehr Freude kommt innerlich auf.

Was bedeutet die Wahl für Sie persönlich?
Christian Imark: Sehr viel! Ich betrachte die Wahl als verdienten Erfolg langjähriger harter politischer Arbeit auf regionaler und kantonaler Ebene. Und es erfüllt mich mit Stolz, dass ich 24 Jahre nach Peter Hänggi mit meiner Person wieder das Schwarzbubenland im Nationalrat vertreten darf.

Hand aufs Herz: Wen wird Christian Imark in Bern primär vertreten? Die Partei oder die Region?
Christian Imark: Gerade während meiner Zeit als Kantonsratspräsident wurde mir von verschiedenster Seite attestiert, das Schwarzbubenland gut vertreten zu haben. Genauso ist es mir ein Anliegen, auch als Nationalrat ein Vertreter meiner Heimat und meines Kantons zu sein. Das heisst nicht, dass ich «blindlinks» jedes Anliegen, das aus dem Schwarzbubenland kommt, auch unterstützen werde. Ich bin genauso Vertreter der Wirtschaft und der SVP.

Wo innerhalb des 65-köpfigen SVP-Blocks sind Sie aus Ihrer Sicht zu verorten?Christian Imark: Im eidgenössischen Parlament werde ich mich als SVP-Vertreter natürlich für die bleibende Unabhängigkeit und die Neutralität der Schweiz einsetzen. Ich ordne mich der national-liberalen SVP-Strömung zu, weniger der national-konservativen. Darum werde ich den Fokus auf wirtschaftspolitische Themen richten. Initiativen wie ein Burka-Verbot sind nicht vordringlich. Darüber hinaus lege ich Wert darauf, mich selber zu bleiben und persönlich unabhängig zu sein.

Sie haben den langjährigen Nationalrat Roland Borer aus dem Amt verdrängt. Wie sehr hat sie das noch überrascht – gerade nach den innerparteilichen Querelen gegen ihn?
Christian Imark: So sehr ich mich über meine Wahl freue, so leid tut es mir für meinen Parteikollegen. Roland Borer hat einen solchen Abgang eigentlich nicht verdient.

Wie sehr haben der «Jungenbonus» und der Umstand, in der «richtigen» – im Sinne von der in der Wählergunst «angesagten» – Partei zu sein für Ihre Wahl eine Rolle gespielt?
Christian Imark: Vor 15 Jahren, als ich als 19-Jähriger und politisch unbeschriebenes Blatt in den Solothurner Kantonsrat gewählt wurde, war ich bestimmt zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Damals habe ich viel Glück gehabt, ja. Ich habe aber mein Glück in Empfang nehmen können und mir mit viel Arbeit als Kantonsratspräsident oder zuletzt als SVP-Fraktionschef in Solothurn die Basis für den Erfolg vom vergangenen Sonntag selbst gelegt. Ich habe mir das Nationalratsmandat erarbeitet, es wurde mir nicht geschenkt.

 

Schwarzbuben im Nationalrat:
Otto Stich, SP Dornach, 1963–83,
Willy Pfund, FDP Dornach, 1983–87,
Peter Hänggi, CVP Nunningen, 1987–91.

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