Hochwald im Wahlfieber

In Hochwald kommt es nach Jahren stiller Abkommen wieder zu «Kampfwahlen». Die geplante Reorganisation der Gemeinde steigert das Interesse an den Gemeinderatssitzen.

Gemeindepräsident Georg Schwabegger will anknüpfen an sein 14-jähriges politisches Engagement für Hochwald und tritt zu den Erneuerungswahlen des Gemeinderates vom 13. Juni an. Parteikollegin Patricia De Bernardis möchte ihre gemeinderätliche Arbeit ebenfalls fortsetzen. Beide sind auf der SP-Liste doppelt aufgeführt. Die FDP verteidigt ihre bisherige Dominanz (drei Sitze) mit einer umfangreichen Liste. Sie kommt mit ihren bisherigen Gemeinderäten Markus Dobler, Andreas Schäfer und Johannes Schumacher und mit den Kandidaten Beat Kübler und Jürg Vögtli. Die CVP hat sich ebenfalls gerüstet für den Wahlkampf, sie tritt mit Statthalter Peter Haberthür und den Kandidaten Roland Wallmeier und Urs Vögtli an. CVP-Gemeinderat Hanspeter Vögtli-Wenger hat sich gegen eine erneute Kandidatur entschieden. «12 Jahre sind genug, vor allem wenn es ausreichend Kandidaten gibt», sagt er.

Neu will auch die SVP im Gemeinderat mitreden. Sie buhlt mit Sebastian Rastberger um einen der sieben Sitze. Rastberger engagiert sich in der IG Hobel und ist bei den Kantonsratswahlen vom März bereits als SVP-Kandidat in Erscheinung getreten. «Hochwald wird von der Kreispartei SVP Schwarzbubenland abgedeckt. Eine Ortspartei gibt es nicht», hält er auf Anfrage fest und räumt ein, dass er keinen leichten Stand habe, da auf der Liste Verbündete fehlen. Die Gemeinderäte von Hochwald hätten sich in letzter Zeit zu viel angemasst, zum Beispiel bei der Dienst- und Gehaltsordnung, meint Rastberger. Ausserdem wolle er den Anliegen der IG Hobel gegen den Bau weiterer Mobilfunkantennen zum Durchbruch verhelfen.

Angesprochen auf die Motion der IG Hobel sagt Gemeindepräsident Georg Schwabegger, dass er das Anliegen aus der Bevölkerung sehr ernst nehme. «Es wird an der nächsten Gemeinde­versammlung thematisiert werden.» Das «gestiegene Interesse am Engagement für die Gemeinde» könne er im Grundsatz nur begrüssen. Es bilde aber sicherlich auch ab, dass bei einigen Themen im Dorf die Meinungen aus­einandergehen, räumt Schwabegger ein.

Gmeini trotz Nein an der Urne

Im Januar war die gemeinderätliche Vorlage zur Reorganisation der Gemeinde an der Urne abgelehnt worden. «Über die Gründe für das Nein an der Urne kann nur spekuliert werden», meint Schwabegger. Die Revision der Dienst- und Gehaltsordnung sowie der Gemeindeordnung sei notwendig für die Zukunft der Gemeinde. Es gehe um die Professionalisierung für die Werterhaltung der Gemeindeinfrastruktur. «Es fehlte die Möglichkeit der Diskussion und Änderungsanträge zu stellen», meint CVP-Gemeinderat Hanspeter Vögtli-Wenger. Seine Partei hatte öffentlich Kritik geäussert am Vorgehen des Gemeinderates. Dieser hat sich nun entschieden, die Vorlage noch einmal zur Abstimmung zu bringen. Sie kommt am 19. Mai vor die Landsgemeindeversammlung. Diese wird dann wohl auch zur Plattform für den Wahlkampf. Vorgesehen ist ein Zelt mit 250 Sitzplätzen.

Der Gemeinderat sieht auch eine Erhöhung der Stellenprozente bei der Verwaltung vor. Die neu zu schaffende Stelle der Bauverwaltung könnte in einem weiteren Schritt auf die Entwicklung der anderen Gemeinden abgestimmt werden. Bei der Finanzabteilung habe sich der Abbau von Doppelspurigkeiten bewährt. Das Kooperationsmodell mit Seewen finde möglicherweise eine Erweiterung. «Entsprechende Gespräche sind am Laufen», sagt Schwabegger.

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