Gemeinde Dornach: Retourkutsche auf dem Rechtsweg droht

Die Aufnahme des Strassensanierungskredits für die Apfelseestrasse ins Budget soll nichtig sein. Beim Regierungsrat liegt eine Beschwerde gegen den Versammlungsbeschluss aus Dornach auf dem Tisch.

Lukas Hausendorf

Max Rumpel schaut dem Gemeinderat und ganz besonders dessen Präsidenten ganz genau auf die Finger. Der Dornacher Pensionär hat seine Einwohnergemeinde schon mehr als einmal rechtlich in die Schranken verwiesen. An der Budgetgemeindeversammlung im Dezember äusserte er den Verdacht, dass sich der Gemeinderat über die Gemeindeordnung hinweggesetzt hat. Anfang Januar landete seine Beschwerde beim Regierungsrat. Und so präsentiert sich der Sachverhalt: Die Versammlung beschloss noch vor Verabschiedung des Budgets einen Sanierungskredit über knapp 3 Millionen Franken für die Apfelseestrasse. Dieser muss noch an der Urne bestätigt werden.

Der Kredit war allerdings bereits im Budget enthalten, über das die Versammlung später beriet. Dies widerspreche §55 der Gemeindeordnung, monierte Rumpel. Demzufolge sind Ausgaben, die zwingend vor die Gemeindeversammlung müssen, zu beschliessen, bevor der Voranschlag verabschiedet werden kann. Und hier liegt der Haken. Der Versammlungsentscheid sei gemäss §18 der Gemeindeordnung nicht massgebend, weil für den Kredit eine Urnenabstimmung zwingend sei. Also dürfen die Ausgaben für das Projekt auch nicht ins Budget und dieses sei demzufolge zu kassieren.

«Ärgerliche Prinzipienreiterei»

Rumpels Beschwerde beim Regierungsrat kam im Gemeinderat, der sich am Montag damit befasste, gar nicht gut an. Thomas Gschwind (Freie Wähler) sprach von einer «ärgerlichen Prinzipienreiterei». Alain Amhof (FDP) schlug vor, erneut das Gespräch zu suchen, damit Rumpel seine Beschwerde zurückzieht. Womöglich sei er ja im Recht, aber das Sanierungsprojekt als solches sei ja nicht bestritten. Gemeindepräsident Christian Schlatter (Freie Wähler) sieht allerdings die Gemeinde im Recht und beantragt dem Regierungsrat nicht auf die Beschwerde einzutreten und dieser auch die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Denn diese hat zur Folge, dass Dornach aktuell erneut nicht über ein genehmigtes Budget verfügt. Letztes Jahr wurde das Budget im ersten Anlauf nicht genehmigt. Affaire à suivre.

Lob für Feuerwehr

Die Feuerwehr darf sich über besondere Anerkennung vom Gemeinderat freuen. Für einen Einsatz an Heiligabend, der 20 Mann aus den Feierlichkeiten riss, sollen 400 Franken aus dem Kredit des Gemeinderats für ein Mannschaftsessen ausgerichtet werden. Die «Prämie» kann aber erst fliessen, wenn Rumpels Beschwerde vom Tisch ist und der Gemeinderat über ein genehmigtes Budget verfügt.

Weitere Artikel zu «Dornach und Dorneckberg», die sie interessieren könnten

Sammelt Unterschriften: Die angehende Psychologiestudentin Delia Speiser aus Dornachfordert einen Nachteilsausgleich für Menschen mit Angststörungen. Foto: Désirée Bellwald
Dornach und Dorneckberg19.08.2026

Chancengleichheit mit Angststörungen

Delia Speiser startete im Rahmen ihrer Matura-Arbeit eine Petition für mehr Chancengleichheit bei Angststörungen. Im Gespräch erzählt die Dornacherin, worum es…
Grosse Unterstützung: Neben über 100 Freiwilligen unterstützen auch zahlreiche Sponsoren das Dorffest. Foto: zVg
Dornach und Dorneckberg12.08.2026

Ein Dorf feiert sich gross

800 Jahre Hobel: Das Organisationskomitee verspricht einen bunten Mix an Attraktionen und Informationen. Über hundert Freiwillige sind im Einsatz.
Raseneinweihung: Sie eröffneten das Spiel auf dem neuen Gigersloch-Rasen (v. l.): Alper Keles, Dornach-Captain Mustafa Muharemovic, Schiedsrichter Mirnes Hyseni, Winterthur-Captain Luca Zuffi und Silvan Gorrengourt. Foto: Edgar Hänggi
Dornach und Dorneckberg12.08.2026

Lehrreicher Test auf neuem «Grün»

Die erste Mannschaft des SC Dornach kehrte auf den grünen Rasen im Gigersloch zurück. Eine Art Einweihung ging am Dienstagabend gegen den FC Winterthur mit 0:7…