«‹Freunde des Klosters Dornach› müssen sich personell erneuern»

Der Stiftungsratspräsident des Klosters, Lorenz Altenbach, richtet deutliche Worte an den Vorstand des Unterstützungsvereins. Dieser habe mit seiner Baueinsprache gegen die Verlegung der Sakristei und dem Gang an die mediale Öffentlichkeit der Institution schaden wollen. Baustart ist am kommenden Montag.

Post von der Bauverwaltung: Lorenz Altenbach, Präsident der Stiftung Kloster Dornach, nimmt zur Kenntnis, dass sämtliche Einsprachen gegen den Klosterumbau entweder zurückgezogen oder abgelehnt wurden.  Foto: Thomas Kramer
Post von der Bauverwaltung: Lorenz Altenbach, Präsident der Stiftung Kloster Dornach, nimmt zur Kenntnis, dass sämtliche Einsprachen gegen den Klosterumbau entweder zurückgezogen oder abgelehnt wurden. Foto: Thomas Kramer

In wenigen Tagen ist es so weit: Die Umbau- und Erweiterungsarbeiten am Kloster Dornach können beginnen. Dies, nachdem sämtliche Baueinsprachen entweder zurückgezogen oder abgelehnt wurden. Der Stiftungsratspräsident des Klosters, Lorenz Altenbach, freut sich über den Baustart: «Endlich können wir loslegen. Zum Glück haben die Baueinsprachen nicht zu einer wesentlichen Verzögerung geführt.» Die Einsprachen kamen unter anderem von den «‹Freunden des Klosters Dornach›». Ein Teil des Vereinsvorstandes um Vizepräsident Joe Dietlin war mit der geplanten Verlegung der Sakristei nicht einverstanden und befürchtete darüber hinaus eine zunehmende Verweltlichung des Klosters (das «Wochenblatt» berichtete). In der Folge kam es zu internen Streitigkeiten bei den «Freunden» und Vereinsaustritten von prominenten Mitgliedern. Für Stiftungsratspräsident Altenbach liegt indes kein Kommunikationsproblem zwischen der Stiftung und dem Unterstützungsverein vor: «Das Problem liegt offensichtlich bei den ‹Freunden›. Diese waren bis vor kurzem mit zwei Vorstandsmitgliedern im Stiftungsrat vertreten. Wenn der Vorstand nun geltend macht, dass er zu spät über die Umbaupläne informiert worden sei, dann müssen die ‹Freunde› selber über die Bücher», sagt Altenbach. Von einem Dolchstoss aus den eigenen Reihen will Altenbach nichts wissen. Der Jurist stellt klar, dass er keine Mühe damit habe, wenn jemand von seinem Einspracherecht Gebrauch mache. «Was uns aber konsterniert hat, war der Gang an die Medien. Damit wollten die ‹Freunde› wohl öffentlichen Druck aufbauen. Das war eindeutig ein Versuch, der Stiftung zu schaden», sagt Altenbach.


Vertrauen steht auf dem Spiel

Der Stiftungsratspräsident betont, dass das Gremium voll hinter dem Umbaukonzept stehe. Und wie stellt er sich nach den ganzen Turbulenzen die künftige Zusammenarbeit mit den «Freunden» vor? Dazu Altenbach: «Der Vorstand der ‹Freunde› muss sich personell erneuern. Ansonsten kann ich mir keine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Zukunft vorstellen.» Ob Altenbach damit die Einsprachepartei um Vizepräsident Joe Dietlin anspricht, bleibt offen. Sicher ist, dass es im Vereinsvorstand in der jetzigen Konstellation interne Differenzen gibt: Der amtierende Vereinspräsident Hans Abt hatte sich entgegen seinen Vorstandskollegen stets für die Umbaupläne ausgesprochen und war damit im Gremium isoliert. Die Generalversammlung der «Freunde» wird Ende März stattfinden. Es ist damit zu rechnen, dass dabei auch die Personalfrage im Vorstand zur Sprache kommen wird.


Erweiterung in der Gastronomie

Eine personelle Neuausrichtung wird es auch beim Kloster geben: Nach der einvernehmlichen Kündigung von Klosterleiter Freddy Buess ist der Stiftungsrat daran, die Leitung der Institution neu aufzustellen. Man prüfe darüber hinaus auch gewisse Anpassungen bei der Gastronomie, sagt Altenbach: «Mit dem Umbau werden uns mehr Möglichkeiten für die Gastronomie zur Verfügung stehen. Das gibt uns die Gelegenheit, allenfalls eine Erweiterung des Angebots vorzunehmen. Ich denke da beispielsweise an einen Mittagstisch im neu renovierten Gewölbekeller oder in der Bibliothek, wo man zum Beispiel ein einfaches Mittagessen zu einem günstigen Preis servieren könnte.» Diese Idee sei aber noch nicht spruchreif und müsse erst durch eine interne Arbeitsgruppe geprüft werden, sagt Altenbach.


Kloster bis Ende März noch offen

Die Umbauarbeiten am Kloster Dornach beginnen am kommenden Montag, 23. Januar. Bis Ende März sind Restaurant und Hotel noch regulär geöffnet, auch kulturelle Veranstaltungen wie die Ausstellung «Geist und Luxus» können weiterhin besucht werden. Erst in der Hauptphase der Umbauarbeiten – von April bis Ende August – bleibt das Kloster mit Ausnahme der Kirche durchgehend geschlossen. Die Neueröffnung ist für September geplant.

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