Ein engagierter Stellvertreter

Im Gottesdienst der Gedenkfeier der Schlacht bei Dornach hielt Roger Boerlin die Ansprache. Er ist Stellvertreter im Ev.-ref. Pfarramt. Derzeit befindet sich die Kirchgemeinde in einer Übergangsphase.

Ökumenisch orientiert: Pfr. Roger Boerlin vor dem Schlachtdenkmal, ganz links Pfr. Franz Kuhn.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Ökumenisch orientiert: Pfr. Roger Boerlin vor dem Schlachtdenkmal, ganz links Pfr. Franz Kuhn. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Bei schönem Wetter fand am Sonntagmorgen der Festakt zum 517. Gedenken der Schlacht bei Dornach statt. Viele Menschen hatten sich in der Klosterkirche zum Gottesdienst eingefunden, der von den Pfarrern Franz Kuhn und Roger Boerlin gestaltet wurde. In der ersten Reihe sassen Regierungsrat Remo Ankli, Kantonsratspräsident Albert Studer, Ehrenkleidträger Hanspeter Roth und Gemeindepräsident Christian Schlatter.

In seiner Ansprache streifte Roger

Boerlin die historischen Ereignisse von 1499 nur kurz, um dann die Frage nach der heutigen Freiheit zu stellen. «Jede Generation muss sie neu erringen», sagte Boerlin. «Wie soll unsere Zeit ernst genommen werden und wie deuten wir sie?», fragte er, «und wer hat die Deutungshoheit?» Boerlin sprach von den «Realitäten, die uns dauernd auf Trab halten». Die unaufhaltsamen Veränderungen seien Grund für ein Ohnmachtsgefühl. «Die Umbrüche rufen nach der Frage nach unserer eigenen Identität, nicht im Sinn der Abgrenzung, vielmehr mit Blick auf einen möglichen Dialog.» Boerlin verwies auf die Wurzeln unserer Kultur: Judentum, Christentum und Antike. Er machte Mut, einen spirituellen Weg zu gehen und der «einfachen, schmalen Gestalt von Nazareth» zu folgen.

Nach der Kranzniederlegung und den Klängen der Concordia Dornach, die von der Japan Maritime Self-Defence Force Band aus Tokyo verstärkt wurde, bewegte sich die Festschar in den Klostergarten, um sich beim Apéro zu unterhalten. Es war spürbar, dass die Festrede ihren Nachhall fand. Teile der japanischen Band, die am Basler Tattoo spielt, gaben spontan ein beschwingtes Ständchen.

Grosse Erfahrung

Pfarrer Roger Boerlin ist offiziell «Pfarrverweser» von Dornach, der nach dem Weggang von Dan und Noëmi Breda am 1. April dieses Jahres die pfarramtlichen Aufgaben übernommen hat. Der Begriff «Verweser» stammt aus dem althochdeutschen «firwesan», was «jemandes Stelle vertreten» bedeutet. Unterstützt wird Boerlin durch Pfarrerin Cristina Camichel, deren Fokus auf der Altersarbeit, der Altersseelsorge und der Mittagsstube liegt.

Roger Boerlin, den Franz Kuhn vor Jahren ins Amt des Feldpredigers einsetzte, war 31 Jahre lang Pfarrer in Muttenz. Er nahm auch gesamtkirchliche Verantwortung als Dekan und Armeeseelsorger wahr. Seine Kompetenzen möchte er jetzt als Stellvertreter in der Kirchgemeinde Dornach-Gempen-Hochwald einbringen. «Ich bin überzeugt, dass es gerade in der heutigen Zeit die Kirchen braucht», schreibt er. Sehr wichtig ist ihm die ökumenische Zusammenarbeit. Die Aufgabe des von der Gemeinde geschätzten Pfarrers Boerlin wird beendet sein, wenn die Pfarrwahlkommission unter Leitung von Evelyn Borer eine Kandidatin oder einen Kandidaten für das Pfarramt gefunden und eingesetzt hat. Das wird wohl bis Ende Jahr geschehen.

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