Dornacher zahlen weniger Steuern, dafür mehr für Bildung und Kultur

Dank hoher Fiskalerträge kann Dornach eine Steuersenkung um drei Prozent sowie höhere Beiträge an kulturelle Veranstaltungen und die Rudolf Steiner Schule Birseck im nächsten Jahr gut verkraften.

Rund 150 Dornacher Schüler besuchen die Rudolf Steiner Schule Birseck: Die Dornacher Gemeindeversammlung
Rund 150 Dornacher Schüler besuchen die Rudolf Steiner Schule Birseck: Die Dornacher Gemeindeversammlung

Beachtliche Steuereinnahmen bescheren Dornach weiterhin schwarze Zahlen: Das Budget 2018 rechnet mit einem Gewinn von rund 900000 Franken bei einem Aufwand von 47 Millionen Franken. Die erfreuliche finanzielle Lage, die den Gemeinderat zu einer Steuersenkung von 3% auf 88% der Staatssteuer bewog, mag auch dazu beigetragen haben, dass die Gemeindeversammlung von letzter Woche alle Unterstützungsbeiträge gutgeheissen hat.

Ursula Kradolfer, ehemalige Gemeinderätin der Freien Wähler Dornach, beantragte für das Jahr 2018 eine Verdoppelung der Beiträge an die Rudolf Steiner Schule Birseck von 75000 auf 150000 Franken. Kradolfer argumentierte, dass im Schnitt um die 150 Kinder aus Dornach die Birseck-Schule besuchen, was einem Drittel aller Dornacher Schüler entspräche. Eine Erhöhung des Beitrages an die Birseck-Schule sei ein Beitrag an die Vielfalt, die wesentlich zur Lebensqualität der Dornacher Einwohner beitrage.

Verschiedene Voten empfanden Kradolfers Antrag als übertrieben. Andere unterstützen ihn und gaben zu bedenken, dass alle Eltern, die ihre Kinder auf die Birseck-Schule schicken, mit den Steuern auch die Dornacher Schule unterstützen. Würden die Dornacher Steiner-Schüler die öffentliche Schule besuchen, käme dies die Gemeinde weitaus teurer zu stehen. Der Antrag wurde mit 156 Ja zu 64 Nein angenommen.

Der zweite im Rahmen des Budgets gestellte Antrag von Marion Ammann auf eine Erhöhung der Beiträge an kulturelle Veranstaltungen von 12000 auf 25000 Franken wurde ebenfalls mit klarem Mehr bewilligt. Für die Sanierung der Pfadihütte hat der Gemeinderat eine Unterstützung von 250000 Franken beantragt, die mit einer Gegenstimme gutgeheissen wurde. Die Hütte könne von jedermann gemietet werden und die Pfadi sei eine wichtige Organisation, begründete Gemeindepräsident Christian Schlatter das Anliegen.

Teure Gemeindehaussanierung

Für den Umbau der Verwaltung werden zu den bereits vor einem Jahr bewilligten 880000 Franken Mehrkosten in der Höhe von rund einer Million Franken hinzukommen. Zwar sei es unschön, wenn man mit einem Geschäft ein zweites Mal an die Gemeindeversammlung komme, räumte Gemeindepräsident Christian Schlatter ein. Aber seit der Bewilligung des ersten Kredits hätte sich vieles verändert. So musste für die Sozialregion ein neues Sicherheitskonzept erstellt werden, da die im Frühling dieses Jahres entstandene Bedrohungssituation in der Gemeindeverwaltung eine «erschreckende Heftigkeit» angenommen hätte. Weiter hat sich herausgestellt, dass ein zusätzlicher Bedarf an Sitzungszimmern, Nasszellen und einem Aufenthaltsraum besteht. Mehrkosten verursacht auch ein neuer Empfangsbereich mit Windschutz und die Auslagerung der Verwaltung während der Umbauzeit. Die Stimmberechtigten haben dem Zusatzkredit nach eingehender Diskussion zugestimmt.

Die Anpassung der Gemeindeordnung wurde trotz Unmut über die Erhöhung der Finanzkompetenzen mit grossem Mehr genehmigt. Auch die komplett neu aufgesetzte Schulordnung stiess vereinzelt auf Widerstand, wurde aber wie alle übrigen Geschäfte des Gemeinderats angenommen. Zum Schluss der gut besuchten Gemeindeversammlung überreichte Susanne Weyermann eine Motion mit 544 Unterschriften zum Erhalt der Schwimmhalle Gwänd.

 

Theatergruppe ausgezeichnet

Der mit 3000 Franken dotierte Dornacher Anerkennungspreis geht dieses Jahr an die Theatergruppe des Musikvereins Concordia (das «Wochenblatt» wird im Januar berichten). Der abtretende Präsident der Jury, Peter Boder, wurde gebührend geehrt. Das Präsidium der Jury wird von Roland Müller übernommen.

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