Der Spitzenverein UHC Nuglar United spürt den Unihockey-Boom

Zwei Schweizer-Meister-Titel für die Junioren: Der UHC Nuglar United ist national sehr erfolgreich – und verzeichnet grossen Zulauf.

Doppelt erfolgreich: Die Junioren C glänzten an der Schweizer Meisterschaft mit Silber und Gold, auch zur Freude ihrer Trainer Yannick Tanner (links) und Dominic Mucha (rechts).

Doppelt erfolgreich: Die Junioren C glänzten an der Schweizer Meisterschaft mit Silber und Gold, auch zur Freude ihrer Trainer Yannick Tanner (links) und Dominic Mucha (rechts).

Ganz oben auf dem Podest: Jubel bei den Junioren B des UHC Nuglar United. Sie sind der Schweizer Meister West der Saison 2025/2026. Ebenfalls im Bild (weisse Shirts, von links): ihre Trainer Christian Häusler, Patrick Gruner und Niilo Pflugi. Fotos: UHC Nuglar United

Ganz oben auf dem Podest: Jubel bei den Junioren B des UHC Nuglar United. Sie sind der Schweizer Meister West der Saison 2025/2026. Ebenfalls im Bild (weisse Shirts, von links): ihre Trainer Christian Häusler, Patrick Gruner und Niilo Pflugi. Fotos: UHC Nuglar United

Manchmal hat ein Verein einfach einen extrem guten Lauf – so wie der UHC Nuglar United im ersten Quartal. Nicht nur, dass die ersten Herren im Playoff-Halbfinal fast den vielfachen Schweizer Meister Gossau besiegt hätten. Mit zwei Schweizer-Meister-Titeln und einem Vize-Titel lief es auch bei den Junioren rund. Ausruhen will sich der Klub auf diesen Erfolgen jedoch nicht. Auch weil Kleinfeld-Unihockey in der Schweiz voll im Trend liegt.

Der UHC Nuglar United bespielt schon seit langem erfolgreich die nationale Kleinfeldbühne – so auch im ersten Quartal dieses Jahres. Für sportliches Aufsehen sorgte dabei nicht nur die erste Herrenmannschaft, die in der Halbfinalserie der Playoffs eines von drei Spielen gegen Cevi Gossau gewann. Womit die 1.‑Liga-Herren in der Best-of-three-Serie fast den mittlerweile elffachen Schweizer Meister geschlagen hätten. Titelreich ging es gegen Ende der Saison 2025/2026 auch beim Nachwuchs zu: Während die Junioren B und damit die aktuellen Jahrgänge 2010 und 2011 sich Ende Januar beim Cupfinal in Biglen den Cuptitel angelten, gefolgt vom Titel des Schweizer Meisters West Mitte April, sicherten sich die beiden Jahrgänge darunter über die Mannschaften Junioren C2 und C1 die Titel des Schweizer Meisters Zentral II und des Vize-Schweizer-Meisters Zentral I.

«Wer einmal mit Unihockey anfängt, hört selten auf»

Was sagt das alles über einen Verein aus, der erst 1997 als Untersektion des örtlichen Turnvereins entstand? «Vor allem, dass wir noch viel Luft nach oben haben», freut sich Mediensprecher Jan Wahli (25), der beim Klub seit seinem zehnten Lebensjahr den Schläger schwingt. Dass diese Sportart, die erstmals in den frühen Siebzigern in Schweden gespielt wurde, in der Schweiz derzeit boomt, überrascht ihn nicht: «Wer einmal mit Unihockey anfängt, hört selten auf – vor allem nicht, wenn er aus Nuglar kommt», scherzt der KI-Student der Hochschule Luzern, der auch noch in Teilzeit bei Roche in Basel arbeitet. Wahli, selbst aus St. Pantaleon stammend, belegt seine These durch Zahlen: «Wir haben momentan 140 Mitglieder, von denen 60 in Nuglar wohnen. Nimmt man die Spieler aus St. Pantaleon noch hinzu, kommt die Hälfte unserer Mitglieder aus den beiden Dörfern der Gemeinde.»

Die andere Hälfte verteile sich auf die umliegenden Ortschaften. «Das zeigt doch klar, dass Unihockey über den UHC Nuglar United im Schwarzbubenland stark verwurzelt ist», sagt Wahli und verweist auch auf die Mitglieder aus Basel und Liestal: «Weil der Verein so erfolgreich ist und bei der Juniorenausbildung inzwischen zu den besten in der Region Nordwestschweiz zählt, haben wir sogar Zulauf von dort.»

Trainersuche ist eine Knacknuss

An Spielern fehle es also nicht. Die Herausforderung bestehe vielmehr darin, die sportlichen Erfolge langfristig zu sichern und auszubauen. «Dafür suchen wir permanent Trainer über ein dauerhaft geschaltetes Inserat auf unserer Website», erklärt Wahli. Denn geeignete Trainer zu finden, die für mehr als nur eine Saison Zeit haben, sei viel schwieriger, als den Nachwuchs für sich zu begeistern. Um diesen werbe der Klub zwar auch, über Kanäle wie das Gemeindeblatt, Instagram und die Website des Vereins. «Im Prinzip sind wir aber wegen unserer nationalen Erfolge inzwischen so bekannt, dass wir bei den ganz Kleinen sogar eine Warteliste führen müssen.» Die ganz Kleinen – das seien mittlerweile Kinder im Alter von fünf Jahren. «Früher war das anders. Da fingen die meisten Kinder erst mit zehn oder elf Jahren an.»

Was sich hingegen nicht geändert habe und durchaus besser werden könnte, sei der Zulauf von Mädchen. «Wenn wir mehr Mädchen hätten, könnten wir auch reine Mädchen- und Damenmannschaften bilden», erklärt Wahli. Derzeit sei es so, dass interessierte Mädchen nur bis zu den Junioren C, die aktuell aus den Jahrgängen 2013 und 2014 bestehen, in die bestehenden Mannschaften direkt einsteigen könnten. Wahli hofft, dass sich das in naher Zukunft ändert, «damit die Mädchen, die bei uns für ein Probetraining immer willkommen sind, auch in den höheren Ligen mitmischen können». Bis es so weit ist, konzentriert sich der Verein auf die Förderung der bestehenden Mannschaften.

Zwei Vereinsmitglieder spielen im nationalen Kader

In einer in den Unihockey-Sport vernarrten Nation, die im Kleinfeld 2025 sogar den WM-Titel holte, habe man dabei natürlich auch die internationale Bühne im Visier. Zumal der Klub dort über Goalie Raphael Rudin und Vereinspräsident Dominik Meier, beide aus der 1. Liga und beide im Schweizer Nati-Kader, ohnehin schon prominent vertreten sei: «2024 waren beide Spieler bei der 3v3-Unihockey-Weltmeisterschaft im Einsatz. Und als die Schweiz ein Jahr später im Kleinfeld Weltmeister wurde, war es Raphi, der im Tor stand.» Was den Verein dagegen nicht interessiere, sei das Grossfeld: «Bei dieser Variante könnten wir unser Training nicht mehr in der Sporthalle von Nuglar durchführen.» Genau das sei dem Verein aber wichtig: «Wir wollen den Namen unseres Dorfes nicht nur im Namen tragen, sondern hier auch weiter trainieren und verwurzelt bleiben.»

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