Das neue Gesicht der klösterlichen Gastlichkeit

In diesen Tagen hat Jonas Rapp die Leitung der Gastronomie und Hotellerie im Kloster übernommen. Der in einem Pfarrhaus gross gewordene Branchenkenner weiss, was er will. Das neue Angebot ist breiter geworden.

In der rustikalen Klosterschenke: Jonas Rapp ist an seinem neuen Arbeitsort angekommen.  Foto: Thomas Brunnschweiler
In der rustikalen Klosterschenke: Jonas Rapp ist an seinem neuen Arbeitsort angekommen. Foto: Thomas Brunnschweiler

Während der Umbauphase musste sich Jonas Rapp noch zwischen Schachteln und Provisorien – kurz: zwischen Tür und Angel – bewegen. Nun aber zeichnen sich die neuen innenarchitektonischen Konturen deutlich ab. Vor allem die mintgrüne, barock anmutende Bibliothek hat es Jonas Rapp angetan. «Ich habe das Glück, einen solch schönen Raum bespielen zu können», sagt er. Der am Fasnachtsmontag 1981 geborene, eidgenössisch diplomierte Hotelier/Restaurateur HF verfügt über einen beachtlichen Leistungsausweis. Nach der Maturität mit Latein und fünf Jahren Hotelfachschule in Luzern leitete er im Joggeli während der Euro 08 die Gastronomie und arbeitete danach bis 2011 für einen Gastrokonzern in Holland. Anschliessend war er als Personalvermittler tätig und baute als Geschäftsführer während fünf Jahren eine Handelsfirma mit Fischen und Meeresfrüchten aus nachhaltigen Quellen für die Gastronomie auf.


Neues Restaurantkonzept

«Jetzt kehre ich als Gastgeber und Hotelier zurück zu meinen Wurzeln», erklärt er, «und da ich den kirchlichen Betrieb besser kenne als andere, kenne ich auch die richtige Tonalität, um den Zugang zu den Menschen hier zu finden.» Zusammen mit der Programmleiterin Barbara van der Meulen trägt Jonas Rapp einen Teil der Marke «Kloster Dornach» mit, die neben Restaurant und Hotel auch die Bereiche Kultur und Kirche umfasst. Als markanteste Veränderung nennt er die Neugestaltung des Restaurants, das nun aus einer eher rustikalen Schenke und dem weiss aufgedeckten Bereich in der ehemaligen Sakristei besteht. «Im vorderen Teil kann man einfach nur einen Kaffee bestellen oder eine Bratwurst oder einen Wurstsalat essen, im hinteren Teil wird weiterhin gehobene, gutbürgerliche Küche angeboten.» Beim Mittagstisch kommt man mit nicht mehr als 20 Franken für eine Vorspeise und einen Hauptgang auf seine Kosten. Die Hotellerie ist immer noch auf einfache, preisgünstige Übernachtungen mit Bad/Dusche auf der Etage ausgerichtet. Mit dem Lift und einer Invalidentoilette und -dusche ist das Haus behindertengerecht geworden. Auch der Brandschutz ist auf dem neusten Stand. Besonders gelungen ist der Gewölbekeller mit Empfangsraum, der vielfältig benutzbar ist. Die von Petra Maier geleitete Réception ist zentral im neuen, verglasten Eingangsbereich untergebracht.


Marke «Kloster Dornach» stärken

Neben den Serviceclubs wie Rotary und Kiwanis würden sich auch weitere Gruppen für das Kloster interessieren. Den Klostergarten möchte Rapp noch intensiver nutzen. «Ich schätze die Arbeit der Freunde des Klosters sehr und werde sie bei der Gartenjahresplanung eng mit einbeziehen.» Die gastronomischen Angebote will Rapp an das Kirchenjahr koppeln. Am 1. Oktober wird etwa ein spezielles Erntedankmenu mit Produkten aus dem Klostergarten angeboten. «Insgesamt möchte ich die Marke «Kloster Dornach» stärken und mit allen Beteiligten Win-win-Situationen erzielen», sagt der sympathische neue Leiter der Gastronomie und Hotellerie.

 

Eröffnungsfest

Das Restaurant/Hotel hat diesen Montag seinen normalen Betrieb wieder aufgenommen. Auch die zu Beginn des Jahres eingeleiteten Umbauarbeiten können termingerecht abgeschlossen werden. Mit einem Festgottesdienst und einem Tag der offenen Tür wird das Kloster Dornach am 21. Oktober feierlich wiedereröffnet. Es finden Führungen durch die Anlage sowie die Vernissage der neuen Ausstellung statt.

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