Angst vor der Kirschessigfliege: Noch lässt sie die Zwetschgen in Ruhe

Nachdem die Kirschessigfliege der Kirschenernte grossen Schaden zugefügt hat, scheint sie momentan inaktiv zu sein und lässt die Zwetschgenproduzenten hoffen.

Zwetschgenbäuerin: Barbara Balzli freut sich über gesunde Früchte und das bevorstehende Zwetschgenfest «Blue Night».  Foto: Benildis Bentolila
Zwetschgenbäuerin: Barbara Balzli freut sich über gesunde Früchte und das bevorstehende Zwetschgenfest «Blue Night». Foto: Benildis Bentolila

Benildis Bentolila

Wenn morgens feine Nebelschwaden übers Land streichen und sich Morgentau bildet, ist der Herbst nicht mehr weit. Dies ist auch die Zeit, wenn die Obstproduzenten Schwarzbubenland ihr grosses Zwetschgenfest «Blue Night» in Büren für Jung und Alt vorbereiten. «Es ist aber nicht einfach unser Fest», hält Barbara Balzli vom Hof Schönmatt in Gempen, fest, «sondern wir teilen die Freude über die Ernte mit unseren Konsumenten und zeigen, welche vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten die blaue Frucht bietet.»

Nachdem die Kirschessigfliege (KEF) der Kirschenernte 2016 unglaublich grossen Schaden zugefügt hat, hielten die Steinobstproduzenten im Hinblick auf die Zwetschgenernte den Atem an. Würde sich das Schicksal wiederholen? Müssten sie wieder mitten in der Erntezeit, wenn die Nachfrage am grössten ist, das Pflücken einstellen? «Im Moment können wir aufatmen», hielt Ueli Balzli am Montagabend fest, «denn die KEF scheint zurzeit inaktiv zu sein.» Sofort fügte er aber an, das Bild der reifen, gesunden Zwetschgen sei eine Momentaufnahme, für welche die Obstproduzenten dankbar seien. Das Bild könne sich plötzlich ändern, denn sie wüssten bis jetzt nicht genau, warum der Schädling passiv sei.

Wollen wir eine Treibhauslandschaft?

Balzlis produzieren ihre vielzähligen Obstsorten auf Niederstamm- und Hochstammbäumen, die nicht mit Netzen geschützt werden. Trotz des Schadens und des grossen Kontrollaufwands während der heurigen Kirschenernte wollen sie an ihren zu jeder Jahreszeit die natürliche Landschaft prägenden Bäumen festhalten. «Denn wir fänden es schade, wenn die Schweiz eines Tages zur Treibhauslandschaft verkommen würde», sagt Ueli Balzli. Die Früchte werden fast ausschliesslich im Hofladen angeboten, wo Kundinnen beraten werden und sie sogar KEF-Exemplare anschauen können. Und zwar gefangen in selbst gefertigten Fallen aus PET-Flaschen, wo eine Mischung aus Apfelessig, Wasser und Abwaschmittel die Insekten anlockt und vernichtet.

Neue Kreationen für die «Blue Night»

Zurzeit ist Barbara Balzli noch am «Erforschen» eines neuen Desserts. Die Bäuerinnen und Landfrauen machen sich einen Spass daraus, jedes Jahr neben den beliebten traditionellen Leckereien neue aufzutischen. «Es kommen viele wegen des riesigen Dessertbuffets», freut sie sich. Angesichts der moderaten Preise könnten sie mehrere Süssigkeiten auf den Teller legen und dann werde darüber philosophiert. Sie sucht einen fantasievollen Namen für ihr neu kreiertes «Zwetschgechöpfli» und freut sich, wenn Gäste ihr diesen am Samstagabend am Dessertbuffet kundtun.

19. Blue Night am Samstag, 20. August, ab 18 Uhr in der zur Festhalle umfunktionierten Gerätehalle von Familie Vögtli an der Hauptstrasse in Büren.

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