100 Jahre Spitex Dornach: Nachfrage nach Dienstleistungen ungebrochen

Dieses Jahr feiert der Kranken- und Hauspflegeverein seinen hundertsten Geburtstag mit neuen Büroräumlichkeiten, einer Jubiläumsgeneralversammlung und einem Tag der offenen Tür.

Arbeiten Hand in Hand: Spitexstationsleiterin Verena Voegtli mit Pascal Hasler, Präsident des Kranken- und Hauspflegevereins.  Foto: Jay Altenbach
Arbeiten Hand in Hand: Spitexstationsleiterin Verena Voegtli mit Pascal Hasler, Präsident des Kranken- und Hauspflegevereins. Foto: Jay Altenbach

Jay Altenbach

Die neuen Büroräumlichkeiten der Spitex Dornach-Gempen-Hochwald neben der Gemeindeverwaltung Dornach sind schlicht und einfach schön. Das muss man neidlos zugeben. Die renovierte Dachwohnung an der Hauptstrasse 29 riecht herb nach frischem Holz und die grosszügigen Fenster in der Dachlukarne geben einen faszinierenden Blick über Oberdornach und die angrenzenden Gemeinden frei. Verena Voegtli, welche die Leitung der Spitex innehat, hat den ganzen Umzug vor zwei Wochen mit ihrem Team und weiteren Helfern organisiert. Gemeinsam wurden Gestelle und Tische zusammengeschraubt und das neue Büro eingerichtet. «Der Betrieb musste ja weiter funktionieren», erklärt sie.

Soeben meldet sich ein Vorstandsmitglied telefonisch an, um ein paar Löcher zu bohren und die neue Garderobe zu montieren. Während des Interviews mit dem «Wochenblatt» muss sie immer wieder das Telefon abnehmen. Ein Klient meldet sich ab, weil er ein paar Tage zu seinem Sohn in die Ferien fährt. An der grossen Magnetwand ist der Einsatzplan für die kommenden Tage festgelegt. Das Kärtchen des Klienten schiebt sie weg. Eine weitere Klientin ruft an, sie habe als Dankeschön für die liebevolle Pflege einen Kuchen gebacken, den sie vorbeibringen wolle. Verena Voegtli strahlt. Die Belastung der letzten Wochen ist ihr nicht anzumerken.

Hightechgerät unterstützt Personal
Die Aufgaben der Spitex haben sich in den letzten Jahren enorm verändert. Die Nachfrage nach Hilfe steigt nach wie vor und die Krankenkassen stellen extrem hohe Anforderungen an die Leistungserbringer. Hat die Spitex vor einem Jahr noch rund 700 Arbeitsstunden pro Monat von den 18 Mitarbeiterinnen verrechnet, sind es dieses Jahr bereits 820 Stunden. Die Leistungen werden von der Krankenkasse, den Zusatzversicherungen und von den Klienten bezahlt. Die drei Gemeinden bezahlen einen Beitrag an die Infrastruktur und prozentual nach betreuten Klienten.

Seit einiger Zeit haben alle im Einsatz stehende Mitarbeiterinnen ein Smartphone, in dem jede einzelne Leistung extra eingegeben werden kann bzw. muss. So sieht die Einsatzleiterin anhand des Rapports, ob die einberechnete Zeit, die beim gemeinsamen Gespräch mit dem Klienten abgeklärt wurde, stimmt oder ob mehr Unterstützung benötigt wird. Selbstverständlich wird auch darauf geachtet, dass immer die gleichen zwei bis drei Mitarbeiterinnen beim selben Patienten ihre Leistungen erbringen. «Die Bezugspflege ist für unsere Klienten wichtig», betont Verena Voegtli, die zudem auch versucht, die Wunschzeiten für Behandlungen im Einsatzplan zu berücksichtigen.

Zusammenarbeit vertiefen
Pascal Hasler, der Präsident des Kranken- und Hauspflegevereins, hat vor rund fünf Jahren begonnen, die Spitex für die Zukunft zu rüsten. So wird die Rechnungstellung seit 2011 von der Spitex Reinach erledigt. Dieser Spitexorganisation haben sich auch die Spitex Pratteln-Augst-Giebenach, die Spitex Birstal (Aesch, Duggingen, Grellingen und Pfeffingen) und das Laufental angeschlossen. Neben der Administration ist Pascal Hasler bereits in weiteren Verhandlungen. Der Vorstand hat entschieden neu auch die Geschäftsführung an die Spitex Reinach abzugeben.

«Das gibt dem Vereinsvorstand wieder Luft, um uns um weitere Angebote zu kümmern», erklärt der Präsident. Der Spitex-Markt sei ein dynamischer Markt und die Pflege vor Ort in den eigenen vier Wänden sei ein grosses Thema. Aber vorerst stehe das Jubiläumsjahr auf dem Programm mit einer speziellen, feierlichen Jubiläums-Generalversammlung am 24. April mit Rahmenprogramm und einer Jubiläumsschrift, in der die wichtigsten Ereignisse der letzten hundert Vereinsjahre festgehalten werden. Am 5. September öffnet die Spitex Dornach für Interessierte ihre Türen. ww.spitex-birstal.ch

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