Alles plötzlich teurer: Umbau der Gemeindeverwaltung liegt auf Eis
Da die Offerten für den Umbau der Dornacher Gemeindeverwaltung deutlich über dem Kostenvoranschlag liegen, konnten die Bauarbeiten noch nicht beginnen.

Es ist für die Gemeinde Dornach ein wichtiges und aufwendiges Projekt: der Umbau der Gemeindeverwaltung. Hierfür genehmigte die Gemeindeversammlung im Dezember 2016 einen Betrag von 880000 Franken. Wegen veränderter Sicherheitssituation sowie zusätzlichem Bedarf an Sitzungs- und Besprechungsräumen musste an der Gemeindeversammlung ein Jahr später nochmals eine Million Franken in Form eines Zusatzkredits nachgeschossen werden. Am 16. April dieses Jahres schliesslich hat die Gemeindeverwaltung ihr Provisorium im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Swissmetal bezogen. Im Mai hätten die Umbauarbeiten eigentlich beginnen sollen, haben sie aber nicht.
Denn wie Gemeindepräsident Christian Schlatter gegenüber dem «Wochenblatt» erklärt, hat sich mit dem Eintreffen der Offerten gezeigt, dass die Kosten für den Umbau deutlich höher ausfallen als angenommen. An einen Baustart sei deshalb derzeit nicht zu denken.
Abweichungen zum Vorprojekt massiv
In einer Medienmitteilung schreibt der Gemeinderat gar, dass der externe Berater und die Architekten «in der Erarbeitung des Kostenvoranschlags die Aufgaben ungenügend wahrgenommen und die Informationspflicht gegenüber der Gemeinde grob verletzt» hätten. Christian Schlatter führt aus, dass sich die Gemeinde auf die vom Architekturbüro C2M Architekten und dem externen Planer Peter Hegi von BBO AG zusammengestellten Richtpreise verlassen hätte, als man an der Gemeindeversammlung vom Dezember 2017 die Kosten für den Nachtragskredit präsentierte. Es werden nun verschiedene Optionen geprüft und das Projekt redimensioniert. Zudem nimmt die Gemeinde ein neues Planungsbüro zu Hilfe. Die Zusammenarbeit mit dem externen Planer Peter Hegi und C2M hat die Gemeinde beendet. Allfällige Mehrkosten durch eine längere Auslagerung der Gemeindeverwaltung seien überschaubar, so Schlatter weiter. Ob die Umbauarbeiten allerdings wie geplant auf Ende Jahr beendet werden können, steht in den Sternen.
Planer weist Vorwürfe von sich
Peter Hegi von der BBO AG weist die Vorwürfe des Gemeinderats vehement zurück. Er war von der Gemeinde vorübergehend mit der Projektleitung betraut worden, nach dem die ehemalige Bauverwalterin Priska Plüss krankheitshalber ausgefallen war. Hegi betont, dass er lediglich das Sicherheitskonzept erstellt hätte. Die Mehrkosten führt er auf die nachträglich vom Architekturbüro C2M geplanten Veränderungen wie das Beseitigen von Wänden und Klassikelementen zurück. Ebenso sei von der Planungsgruppe gutgeheissen worden, die alten Nasszellen und deren Vertikalerschliessungen zu erneuern. Er habe mehrmals gewarnt, dass solche Massnahmen das Budget sprengen würden. «Meine Konzepte hätten wir mit dem Kredit, der im Dezember gesprochen wurde, problemlos durchgebracht», betont der Planer, der seit über 25 Jahren mit Gemeinden zusammenarbeitet. Er habe auch darauf hingewiesen, dass die Aufwertung des Vorplatzes nicht mit dem Umbau des Gemeindehauses gekoppelt werden sollte.
Auch der Architekt wehrt sich
Erstaunt über die Vorwürfe des Gemeinderats ist auch Giuseppe Medico von den C2M Architekten. «Wir waren zwar bereits in die Ausführungsplanung involviert, haben das Projekt aber erst nach der Gemeindeversammlung übernommen und dann beim Kostencheck festgestellt, dass die von Peter Hegi veranschlagten Kosten nicht ausreichen würden. Dies haben wir der Gemeinde auch so mitgeteilt», betont Medico.