«Wenn man sieht, dass alles funktioniert, gibt das ein gutes Gefühl»

Christine Kleewein hat den Arleser Märt während 17 Jahren geprägt. Am Samstag wurde sie vom Marktteam verabschiedet. An ihre Stelle treten drei neue Helferinnen.

Verwurzelt: Christine Kleewein ist mit Arlesheim und seinen Menschen von Kindesbeinen an eng verbunden. Foto: Caspar Reimer

Christine Kleewein war von 2007 bis Ende 2023 als Mitglied der bis dahin sechsköpfigen Marktgruppe «die gute Seele» des Arleser Märt-Teams. So wird sie von ihren Kolleginnen und Kollegen bezeichnet. Am Frühlingsmarkt vom letzten Samstag, der bei sommerlichem Wetter Scharen von Menschen in den Dorfkern von Arlesheim lockte, war Christine Kleewein das erste Mal wieder schlicht als Gast dabei.

Auf die Frage, warum sie eigentlich aufgehört habe, erzählt die 47-Jährige: «Ich habe gemerkt, dass es Zeit wird für etwas Neues. Die Vorarbeit für den Markt war jeweils mit einem grossen Aufwand verbunden.» Ihre Aufgabenpalette, welche im neu achtköpfigen Team auf drei Frauen verteilt ist, umfasste etwa die Korrespondenz mit den Marktteilnehmern, die Öffentlichkeitsarbeit und in einer eigens dafür formierten Untergruppe die Zuteilung der Plätze. «Dazu gibt es im Team eine Architektin. Sie zeichnet die Pläne. Wir haben die Köpfe zusammengesteckt und gemeinsam geschaut, wer an welchen Platz passt», erzählt Kleewein. Am schönsten sei es für sie jeweils gewesen, das Resultat ihrer Arbeit zu sehen. «Wenn man sieht, dass alles funktioniert, die Menschen Freude haben, gibt das ein gutes Gefühl.»

Bereits im Puppi-Wagen dabei

Christine Kleewein ist mit Leib und Seele Arlesheimerin, hat die Anfänge des Marktes als Kind mitbekommen. «Ruedi Jenzer liess mir einmal ein Foto des allerersten Marktes zukommen. Darauf bin ich mit einem kleinen Puppi-Wagen zu sehen», erzählt sie lachend.

Die Gründung des Marktes anno 1980 war politischer Natur: In diesem Jahr war auf dem Areal der ehemaligen Spinnerei Schappe ein grosses Einkaufszentrum geplant. Dagegen lief das Gewerbe Sturm und organisierte kurz vor der Volksabstimmung in jenem September einen Markt, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Aufstand der Gewerbetreibenden hatte Erfolg, das Vorhaben wurde von der Stimmbevölkerung abgelehnt. Seither gibt es den durch eine Arbeitsgruppe des Arlesheimer Gewerbe- und Industrievereins (AGIV) organisierten Markt – jeweils mit einer Ausgabe im Frühling, im Herbst und im Advent.

Christine Kleewein kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als sie als Kind voller Freude zum Markt ging. Über ihren Cousin Andreas Gauch, der damals in der Marktgruppe war, ist sie dazu gekommen, aktiv mitzuwirken. Ob sich der Markt mit den Jahren verändert habe? «Im Grundsatz nicht. Das Angebot ist ziemlich beständig, jedoch wird mehr Wert auf Nachhaltigkeit gelegt und es gibt mehr (Kunst-)Handwerk», erzählt sie, die neben ihrem Engagement für den Markt während sieben Jahren Präsidentin des Familienzentrums Oase war. Sie freut sich nun darauf, mehr Zeit für andere Dinge zu haben. Was genau das sein wird, ist offen. Bei einem Umtrunk wurde Christine Kleewein am Samstag von ihren Kolleginnen und Kollegen verabschiedet. «Als Gast werde ich aber sicher weiterhin auf dem Markt anzutreffen sein», sagt sie.

Einer der grössten Märkte der Region

Mit jeweils rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehört der Arleser Märt zu den grösseren im Birseck, und vielfach wird auch gemunkelt, er sei – wohl wegen der Kulisse im historischen Dorfkern – der schönste. Neu zum Marktteam sind anstelle von Christine Kleewein Géraldine Rediger, Gina Barra und Fabienne Steiger dazugekommen. Bisher und weiterhin tatkräftig im Schuss sind Barbara Jenzer, Elisabeth Stöcklin, Esther Gloor, Marc Zwicky und Carmen Glaser. Der Werkhof der Gemeinde Arlesheim unterstützt die Arbeitsgruppe jeweils vor Ort mit Muskelkraft. Neu ist seit dem vorletzten Markt als eine Art kulturelles Zentrum der Platz vor dem Café Einzigartig hinzugekommen, der von der Jugendsektion des AGIV, «Mir sin Arlese», bewirtschaftet oder mit Konzerten bespielt wird.

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