Urchige Appenzellermusik

Am Sonntag treten im Auditorium Forum Würth Christine Lauterburg mit der Gruppe Altfrentsch, das Volksmusikensemble #fidel und die Jugendformation Strings auf: Ein Konzert mit ursprüng-lichen Klängen.

Sorgte einst mit einem Techno-Album für rote Köpfe: Christine Lauterburg musiziert gerne kreuz und quer durch alle Stile.  Foto: zVg
Sorgte einst mit einem Techno-Album für rote Köpfe: Christine Lauterburg musiziert gerne kreuz und quer durch alle Stile. Foto: zVg

Einmal mehr hat sich die Hartnäckigkeit von Annerose und Fritz Krey, hochkarätige Volksmusiker nach Arlesheim zu locken, ausbezahlt. Mit der Sängerin, Geigerin und Schauspielerin Christine Lauterburg kommt eine Musikerin in die Region, die sich zwischen Schweizer Volksmusik, Folk, Ethno, Worldmusic, Pop und Techno bewegt wie ein Fisch im Wasser. Mit der Landstreichmusik um den «Giigämaa» Matthias Lincke ist sie schon rund 20 Jahre unterwegs; seit etwa zwei Jahren mit der erweiterten Formation Altfrentsch. Christine Lauterburg eckt mit ihrer musikalischen Breite und Offenheit bei den Gralshütern der offiziellen Jodlerszene immer wieder an. «Das liegt daran, dass ich keine korrekte Tracht trage», sagt sie, «und dass ich 1994 ein Technoalbum veröffentlicht habe.» Der Eidgenössische Jodlerverband äusserte sich sogar so: «Was die Lauterburg singt, ist keine Kultur», und sprach von «einem hässlichen Eingriff in unsere Jodelkultur». Die Konzertbesucher teilen die Bedenken dieser Puristen nicht. «Das Publikum war nie das Problem», so Lauterburg.


Suche nach dem Urchigen

Am Sonntag hat das Publikum «das Traditionellste, was es aus dem Appenzellerland gibt» zu erwarten. Es sind Melodien aus der Sammlung «Altfrentsch», die auf das 18. Jahrhundert zurückgeht. Sie enthält Tanzweisen, die älter sind als etwa die Stücke der Streichmusik Alder. Christine Lauterburg sagt zu dieser Musik, die mit Geige, Bratsche, Hackbrett, Schwyzerörgeli, Cello, Trümpi und Kontrabass gespielt wird: «Ich merke, dass viele Leute diese Musik als anspruchsvoll empfinden. Sie kennen das wirklich Urchige nicht.» Neben Matthias Lincke und Christine Lauterburg spielen Dide Marfurt, Simon Dettwiler, Elias Menzi und Matthias Härtel. Das Programm und der Titel der neuen CD heissen Altfrentsch unterwegs. Der Begriff «altfrentsch» ist die schweizerdeutsche Version des Wortes «altfränkisch», das «altmodisch» oder «nach altem Brauch» bedeutet. Schon Goethe sprach in seiner «Italienischen Reise» davon, «dass die Kleidung zwar altfränkisch, aber wohlerhalten und von edlem Stoff sei.»


Buntes Rahmenprogramm

Im Vorprogramm wird das Volksmusikensemble #fidel ein buntes Programm aus der Schweizer und internationalen Folkszene zum Besten geben. Als Überraschung wird es auch ein Zusammenspiel von Musikerinnen aus beiden Ensembles geben. Wie schon beim letzten Konzert der Hanneli-Musig in der reformierten Kirche in Arlesheim tritt am Sonntag auch die Strings auf. Sie präsentieren mit zwei Geigen, Cello und Fagottino ihr eigenes Programm. Die älteste Musikantin ist hier 12, der jüngste Musikant erst 7 Jahre alt.

«Altfrentsch unterwegs», Auditorium Forum Würth, Arlesheim, Sonntag, 18. Juni, 11 Uhr, Eintritt frei, Kollekte von 20 Franken empfohlen. Platzreservationen: Krey, Waldeckweg 6, 4144 Arlesheim, Tel. 061 601 55 33 oder <link>fkrey@gmx.ch.<link>

 

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