«Unser Saal mit unserer Buche»

Die Bürgergemeinde hat eine Kampagne zur Förderung von Buchenholz lanciert. Beim Bau des neuen Gemeindesaals soll etwa einheimisches Buchenholz berücksichtigt werden.

Machen sich stark für die Verwendung von heimischem Holz: Bürgergemeindepräsident Stephan Kink (r.) und Vizepräsident Bruno Holzer vor dem Arlesheimer Bürgergemeindehaus.  Foto: Caspar Reimer
Machen sich stark für die Verwendung von heimischem Holz: Bürgergemeindepräsident Stephan Kink (r.) und Vizepräsident Bruno Holzer vor dem Arlesheimer Bürgergemeindehaus. Foto: Caspar Reimer

Rund 80 Prozent des Arlesheimer Waldes besteht aus Buchenholz. Da dieses Holz in Europa kaum Abnehmer findet, wird ein grosser Teil gehäckselt und energetisch genutzt oder zu Tiefstpreisen nach China, wo die Nachfrage gross ist, verfrachtet. Ein Umstand, dem die Bürgergemeinde Arlesheim den Riegel schieben will: «Es kann doch nicht sein, dass wir Holz von grossen Anbietern aus dem Ausland importieren, aber unser eigenes Buchenholz nach China exportieren. Das ist ökologischer Unsinn», sagt der Vize-präsident der Bürgergemeinde, Bruno Holzer. Was nach Unsinn klingt, ist genau so in Sissach passiert. Dort ging der Auftrag für einen Holzbau des neuen Werkhofs an einen österreichischen Unternehmer. Regionale Holzbaustoffe wurden nicht berücksichtigt. Deshalb hat die Bürgergemeinde die Vision «Unser Saal mit unserer Buche» lanciert: Sie will die Einwohnergemeinde dazu motivieren, beim Bau des neuen Kultursaals für Arlesheim die einheimische Buche als Baumaterial zu verwenden.

Buchenholz: Brandfest und belastbar

Die Erkenntnis, dass sich Buchenholz sehr gut für den Bau von Gebäuden eigne, ist relativ neu und deshalb noch nicht überall angekommen: «Wir wollen Gemeinde und Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren», sagt Bürgergemeindepräsident Stephan Kink. «Mit der Buche haben wir einen lokalen Rohstoff für den Bau unserer Gebäude», so Bruno Holzer. Schützenhilfe bekommt die Bürgergemeinde von Bund, Kanton und dem Waldwirtschaftsverband Wald beider Basel, die die Förderung von einheimischem Buchenholz auf die Agenda gesetzt haben. Studien hätten gezeigt, dass Buchenholz nicht nur äusserst belastbar, sondern auch brandfest ist. Um Buchenholz als Baustoff zu vermarkten, wurde das Unternehmen Fagus Swiss gegründet. Noch befindet sich dieser Markt in den Kinderschuhen: Allerdings steht mit dem neuen Weleda-Gebäude in Arlesheim bereits ein Haus, das hauptsächlich aus regionalem Buchenholz angefertigt ist.

Öffentlichkeit sensibilisieren

Die Bürgergemeinde hofft, dass ihre Kampagne bei der Gemeinde auf offene Ohren stösst. Dabei gehe es nicht darum, um jeden Preis etwas durchzusetzen: «Es sollte aber seriös geprüft werden, ob beim Bau des Gemeindesaals einheimisches Buchenholz berücksichtigt werden kann», so Stephan Kink. Um die Öffentlichkeit weiter zu sensibilisieren, findet im Keller des Bürgergemeindehauses nach den Sommerferien eine Ausstellung mit Beiträgen von Fachspezialisten statt. Bis das Geschäft «Unser Saal» vor die Gemeindeversammlung kommt, soll der Bevölkerung ausreichend Informationen geboten werden.

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