«Stark eine Gemeinschaft, die Schwache schützt»

Gemeinderat Jürg Seiberth sprach zum 1. August im Badhof kurzweilig über die Bundesfeier als «Fest der Gemeinschaft», die nur stark sei, wenn sie nicht ausgrenze.

Betonte die Gemeinschaft der Stärkeren und Schwächeren: Jürg Seiberth hielt die Festansprache.  Fotos: Boris Burkhardt
Betonte die Gemeinschaft der Stärkeren und Schwächeren: Jürg Seiberth hielt die Festansprache. Fotos: Boris Burkhardt

Boris Burkhardt

Für Jürg Seiberth, der erst ein Jahr dem Gemeinderat angehört, war es «herausfordernd und spannend», seine erste Rede für die Arlesheimer 1.-August-Feier zu schreiben. «Ich bin halt ein kritischer Geist», verriet er dem «Wochenblatt» vor seinem Auftritt auf der Bühne im Badhof. «Das Hauptthema am 1. August ist die Gemeinschaft», hatte sich Seiberth schliesslich überlegt: «Und das Nebenthema sind die, die nicht dazu gehören.»

In der Nationalhymne, die die Festgesellschaft miteinander singt, würden mit den Gläubigen und dem Vaterland zwei grosse und mächtige Gemeinschaften besungen. «Beide können Schutz spenden und Trost und Geborgenheit», meinte Seiberth. «Beide können aber auch gefährlich werden, wenn ihre Mitglieder meinen, sie seien besser als die Mitglieder anderer Gemeinschaften. Oder wenn sie befürchten, dass ihre Gemeinschaft bedroht ist.» Seiberth nahm dabei Bezug auf den neuen Textvorschlag für die Nationalhymne und besonders die Zeile «Stark ein Volk, das Schwache schützt»: «Mir gefällt die neue Strophe.»

Seiberth sprach sich für den Föderalismus von Gemeinden und Kantonen aus: Weil ihm grosse mit ihrem Hang zum Totalitarismus manchmal Angst machen, bewege er sich persönlich gerne in «kleinen und übersichtlichen Gemeinschaften, zum Beispiel in der Dorfgemeinschaft». Die Arbeit als Gemeinderat in den Ressorts Bildung und Soziales bereite ihm Freude: «Beide Ressorts haben ja viel mit Gemeinschaft zu tun.» Seine Aufgabe sei, «die Gemeinschaft im Dorf zu pflegen, und dafür zu sorgen, dass alle ein Teil dieser Gemeinschaft sein können.» Diese Aufgabe sei ihre Kosten für die Allgemeinheit wert.

Ökumenische Feier und Festfeuer

Während die Feier im Badhof am späten Nachmittag mit einer ökumenischen Vesper mit Dompfarrer Daniel Fischler und seinem evangelischen Kollegen Mathias Grüninger begonnen hatte, schloss sie nach Einbruch der Dunkelheit mit dem Höhenfeuer und dem Lampionumzug der Kinder mit dem Clown Wieni. Höhepunkt war allerdings die Feuershow Christian Zieglers aus Aesch: Die Show mit den wirbelnden Flammen darf sich nach vier abwechslungsreichen Auftritten in den vergangenen Jahren bereits als fester Bestandteil der Arlesheimer 1.-August-Feier betrachten.

Zur musikalischen Unterhaltung spielte traditionell der Musikverein Arlesheim auf; erstmals zu Gast war das Basler Trio The Moody Tunes mit Bettina Urfer, Christian Müller und Marc Rebetez. Die Feier wurde von der Bürgergemeinde organisiert; zum dritten Mal übernahm die Säulizunft Arlesheim die Bewirtung.

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