SP und Frischluft wollen die Mehrheit zurück

Bei den Arlesheimer Gemeinderatswahlen tritt die SP gleich mit zwei Kandidierenden an, darunter der ehemalige Baselbieter Landschreiber Peter Vetter.

Wer überzeugt am 3. März? Drei Parteien kämpfen um die Sitze in der Arleser Exekutive. Foto: Fabia Maieroni

Die Kräfteverhältnisse im Arlesheimer Gemeinderat scheinen nur auf den ersten Blick ausgeglichen. Mit Gemeindepräsident Markus Eigenmann, Brigitte Treyer und Pascal Leumann ist die FDP zwar «nur» zu dritt vertreten, doch weil die parteilose Monika Strobel trotz Empfehlung der Mitte-Allianz vor vier Jahren als «FDP-nah» bezeichnet werden kann, haben die Freisinnigen seit den letzten Gesamterneuerungswahlen 2020 in der siebenköpfigen Arlesheimer Exekutive die Mehrheit. Das wollen SP und Frischluft wieder ändern. Die Sozialdemo­kraten, bei denen Gemeinderat Jürg Seiberth am 3. März nicht mehr zur Wiederwahl antritt, wollen mit Sek­tionspräsidentin Lea Mani und Peter Vetter ihre Stellung im Gemeinderat stärken. Bei der Frischluft, die kantonal für gewöhnlich bei den Grünen politisiert, soll Hartmut Vetter die zurücktretende Ursula Laager ersetzen. Felix Berchten tritt zur Wiederwahl an.

Mit Peter Vetter ist der SP ein Coup gelungen. Er politisierte schon einmal im Arlesheimer Gemeinderat. Von 2014 bis 2018 war er Landschreiber des Kantons Baselland. In der Kantonspolitik und der Kantonsverwaltung ist die Leitung der Landeskanzlei eines der prestigeträchtigsten Ämter. Vetters Rücktritt als Landschreiber nach nur einer Legislatur warf damals hohe Wellen. SVP-Landrat Hanspeter Weibel griff als Präsident der Geschäftsprüfungskommission Vetter mehrfach frontal an. Das ging so weit, dass sogar von Mobbing die Rede war. Peter Vetter trat daraufhin entnervt zurück. Viele Landrätinnen und Landräte verteidigten den Arlesheimer. In die Kritik geriet vielmehr Hanspeter Weibel.

SP gegen Frischluft oder FDP?

Als Mitglied der Gemeindekommission schnupperte Peter Vetter in den letzten Jahren wieder die kleinere Welt der Kommunalpolitik. Nun will er zurück auf die nächstgrössere Bühne. Auch Lea Mani ist Mitglied der Gemeindekommission. Mit dem Duo Mani/Vetter sind die Chancen der SP intakt, künftig mit zwei Personen im Gemeinderat vertreten zu sein. Bisher politisch weniger in Erscheinung getreten ist der Kandidat der Frischluft, Hartmut Vetter. Er ist unter anderem Präsident der Stiftung Wakina Mama na Watoto mit Sitz und Arlesheim. Bei der Arlesheimer Stiftung Sunnegarte für familienergänzende Kinderbetreuung ist Hartmut Vetter Vizepräsident.

Ob dies reicht, um das erfahrene Politduo Lea Mani und Peter Vetter hinter sich zu lassen? Vor vier Jahren verlor die Frischluft ihren dritten Sitz an die parteilose Monika Strobel. Übrigens: Hartmut und Peter Vetter sind weder verwandt noch verschwägert.

Auf eine Ausmarchung im rot-grünen Lager hofft natürlich die FDP, die mit Anwalt Peter Epple, der auch Mitglied der Gemeindekommission ist, den zurücktretenden Pascal Leumann ersetzen möchte. Markus Eigenmann, Brigitte Treyer und die parteilose Monika Strobel treten wieder an. Nach fünf Jahren auf der unteren Ebene der Arlesheimer Kommunalpolitik möchte sich Peter Epple gemäss eigener Aussage auf seiner Website im Gemeinderat auf einer übergeordneten Ebene dafür einsetzen, dass Arlesheim auch weiterhin eine der schönsten Gemeinden der Schweiz sowie ein attraktiver und sicherer Wohnort mit pulsierendem Dorf- und Vereinsleben bleibe.

Dorfpolitik in der Hand von drei Parteien

Die Arlesheimer Dorfpolitik konzentriert sich auf Ebene Gemeinderat also weiterhin auf nur drei Parteien. Mitte, SVP und GLP verzichten auf eine eigene Kandidatur und stellen sich «nur» für die Gemeindekommission zur Verfügung.

Eine grosse Frage der Arlesheimer Gemeindewahlen steht jedoch im Raum: Inwiefern haben die Streitigkeiten um die Ortskernrevision den amtierenden Gemeinde­rätinnen und Gemeinderäten geschadet? Die Antwort werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 3. März geben.

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