Mit dem Ferienpass ins Land der Kunst gereist

Im Rahmen des Regio-Ferienpasses bietet die kunstpädagogische Abteilung des Forums Würth Arlesheim auch eine Kreativ-Werkstatt an.

Erinnert irgendwie doch an Matisse: Junge Künstlerin beim Collagieren.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Erinnert irgendwie doch an Matisse: Junge Künstlerin beim Collagieren. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Am letzten Montagnachmittag gehörte das Forum Würth hauptsächlich den Kindern. Mit einer überschaubaren Gruppe von neun Kindern zwischen 8 und 11 Jahren streifte die Kunstpädagogin Barbara Schnetzler durch den ersten Stock der Ausstellung «Nasen riechen Tulpen». Obwohl diese Ausstellung der Kunst von Menschen mit einer Behinderung gewidmet ist, wurde dieses Faktum nur am Rande thematisiert. Barbara Schnetzler ging es mehr um die Farbigkeit der Werke und das Rätsel, das einem jedes Kunstwerk aufgibt. Die Kunst sollte auf jeden Fall nicht zu «verkopft» dargeboten werden. Vor der eindrücklichen Assemblage «Momo» rekapitulierte die Kunstpädagogin kurz den Erzählfaden von Michael Endes Roman. Osman (10) und Thityada (11) fielen vor allem die ungewohnten Gegenstände auf, die der Künstler verarbeitet hatte: Ohren und Klavierhämmer.

Eigenes Kunstatelier
Danach ging es in das eigens für die Kunstpädagogik hergerichtete Atelier im ersten Stock, wo allen Kindern – sieben Mädchen und zwei Buben aus Aesch, Arlesheim, Dornach, Reinach und Therwil – schwarze Blätter verteilte wurden. Die Aufgabe bestand darin, die düstere Unterlage mit Farben aufzuhellen; dies mittels gerissenen Papierschnitzeln, welche die jungen Künstlerinnen und Künstler mit Kleister aufs Papier brachten. Die Kinder gaben sich der Aufgabe mit Aufmerksamkeit hin. Auf dem Blatt von Thityada entstand ein buntes 1.-August-Feuerwerk, dessen rhythmisierte Formen an Matisse erinnerten, auf jenem von Abigail (8) entstand in der unteren linken Ecke ein wundersames Tier.

Die Motivationen, die Kreativ-Werkstatt zu besuchen, sind unterschiedlich. Lisa wollte ursprünglich in einen andern Kurs, der schon überbucht war, Anouk hingegen gab an, schon mehrere Male künstlerische Angebote des Ferienpasses genutzt zu haben. Nach Abschluss der Collage gab es ein Zvieri und ein kühles Fussbad in der nahen Birs. Anschliessend konnten die Kinder vor echten Staffeleien mit Gouachefarben ihrer Fantasie freien Lauf lassen, wobei die Farbe Gelb als Einstieg die einzige konkrete Vorgabe war.

Beachtlicher kunstpädagogischer Beitrag
Barbara Schnetzler, Bildhauerin und Kunstpädagogin aus Basel, gestaltet zusammen mit Charlotte Huwyler das kunstpädagogische Programm des Forums Würth. Pro Woche finden im Jahresdurchschnitt ein bis zwei Veranstaltungen statt. «Das bringt viel Leben ins Haus», sagt Schnetzler. Neben den Gratisangeboten für Schulklassen, Erlebnisnachmittagen für Kinder und den Ferien-(S)pass-Workshops lassen sich im Forum Würth auch private Kindergeburtstage organisieren. Barbara Schnetzler gibt auch Modellierunterricht für Erwachsene. Der Beitrag zur kunstpädagogischen Bildung in der Region, den das Forum Würth leistet, kann nicht genügend gewürdigt werden. «Oft entdecken sogar die Lehrer ihre Schüler neu, wenn sie ihnen einmal nur zuschauen dürfen», so Barbara Schnetzler.

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