Literatur im Bio-Laden

Am Freitagabend präsentiert der PrimaNatura-Bioladen in Arlesheim mit einer Lesung sein neues Angebot: Literatur aus dem Zigarettenautomaten.

Literatur statt Nikotin: Gilbert Laissue vor dem Literaturautomaten im Prima Natura.  Foto: Isabelle Hitz
Literatur statt Nikotin: Gilbert Laissue vor dem Literaturautomaten im Prima Natura. Foto: Isabelle Hitz

Isabelle Hitz

Nach dem Einkauf bei einer Tasse Kaffee innehalten und sich ein literarisches Häppchen gönnen – ab diesem Wochenende ist das im PrimaNatura-Demeterfachgeschäft am Dorfplatz 4 möglich. An einem über fünfzig Jahre alten Zigarettenautomaten können Literaturfreunde für einen Unkostenbeitrag von fünf Franken ein Literaturschächtelchen ziehen, das acht Kärtchen mit Gedichten, Aphorismen oder einen kurzen Prosatext enthält.

Auf zwei zusätzlichen Karten gibt es Infos zum Autor und einen Projektbeschrieb. Zur Auswahl stehen jeweils fünf unterschiedliche Autoren. Alle zwei bis drei Monate wird der Automat mit neuen Texten befüllt, wobei regionale Autoren bevorzugt werden. Betrieben werden die Automaten vom Verein Literaturautomat Baselstadt, der seit 2012 unter der Leitung von Carlo Michel und Christoph Langenmann mit viel Herzblut diese innovative Art der Literaturvermittlung in Basel fördert.

Literarischer Abend
Morgen Freitagabend um 19 Uhr wird der Literaturautomat im Bioladen eingeweiht. Vier der aktuell erhältlichen Autoren werden an diesem Abend aus ihren Werken lesen: Ursula Hohler aus Zürich, Lislott Pfaff aus Liestal, Jolanda Brigger-Ruppen aus dem Wallis und Barbara Groher, die seit 1982 in Arlesheim wohnt und schreibt und vielen von ihren Führungen durch die Ermitage bekannt sein dürfte. Caroline Rieser (Gesang/Akkordeon) und Ursula Maurer (Geige/Gesang) vom Trio Querbett werden den Abend mit Liedern aus Osteuropa musikalisch umrahmen.

Bio und Kultur
Was genau hat nun aber Literatur mit Bioartikeln zu tun? Für Gilbert Laissue, der den PrimaNatura-Laden im Februar 2013 zusammen mit Thomas Müller eröffnet hat, passt der Literaturautomat bestens in sein Geschäftskonzept, möchte er doch seinen Kunden auch kulturell etwas bieten: «Denn mit dem Essen alleine ist es nicht getan», so Laissue. In Arlesheim seien die Menschen sehr offen und interessiert an Kulturellem, und dem will man im Dorfladen mit verschiedenen Anlässen auch entgegenkommen.

Zudem mag Laissue die Idee, Literatur einmal in einem anderen Umfeld als in einem Buchladen oder einer Bibliothek anzubieten. Dass Arlesheim durch die Gemeindebibliothek und die Buchhandlung Nische bereits gut versorgt ist mit Literarischem, ist für Laissue kein Argument gegen Literaturautomaten, denn die Schachteln enthalten Literatur in kleinen Portionen, die eigens für das Projekt geschrieben wurde und sonst nirgends erhältlich ist.
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