Kurzfilmtage mit Teilnahmerekord

Das vierte Mal stehen dieses Wochenende die Arlesheimer Kurzfilmtage auf dem Programm. Zum vorgegebenen Thema «Geschmackssache» gingen 15 Wettbewerbsbeiträge ein, so viele wie noch nie.

Die Jury bei der Arbeit: Raphael Zürcher, David Borter und Esther Keller (v.  l.) nehmen jeden Film gründlich unter die Lupe.  Foto: Milos Mihajlovic
Die Jury bei der Arbeit: Raphael Zürcher, David Borter und Esther Keller (v. l.) nehmen jeden Film gründlich unter die Lupe. Foto: Milos Mihajlovic

«Unter den Beiträgen sind uns ein paar besonders lustige Ideen ins Auge gestochen», schildert die langjährige Jurorin Esther Keller ihre Eindrücke nach der Sichtung aller Wettbewerbsbeiträge. Ihnen gemein ist, dass sie alle zwischen zwei und acht Minuten lang sind und in irgendeiner Form das Thema «Geschmackssache» behandeln – dieses wurde allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern als übergeordnetes Motto vorgegeben. Vom Handwerk her seien die meisten Werke solide bis sehr gut gemacht, freut sich die Jury. Und nochmals Esther Keller: «Aber es gab auch technisch hochprofessionell anmutende Filme mit eher weniger guten Ideen.» Dem pflichtet Filmemacher Raphael Zürcher, der zum ersten Mal in der Jury der Arlesheimer Kurzfilmtage Einsitz nimmt, bei: «Ich war erstaunt zu sehen, wie gut die Amateurarbeiten teilweise sind. Unter den Werken der Profis hingegen gab es auch solche, von denen ich etwas mehr erwartet hätte.»

David Borter, Leiter der Kurzfilmtage und drittes Jurymitglied im Bunde, macht den Langzeitvergleich: «Mit Blick auf das handwerkliche Niveau steht der diesjährige Jahrgang den vergangenen Ausgaben in nichts nach. Vor allem haben wir deutlich mehr Einsendungen als bisher erhalten.» Tatsächlich ist die Steigerung markant. Statt zehn Beiträge wie im letzten Jahr wurden 15 eingereicht, darunter auch Kurzfilme aus Deutschland und sogar aus den USA. Den Grund sieht Borter weniger in der heute flächendeckend mit Smartphones ausgerüsteten und alles mit Video festhaltenden Generation Snapchat, schliesslich beschränkt sich das Teilnehmerfeld nicht bloss auf die jungen Digital Natives. Von 18 bis 87 Jahre sind alle Altersstufen vertreten. Einige der Filmemacher haben sich das Filmen selbst beigebracht, andere wiederum verdienen sich damit ihr täglich Brot damit. «Die Arlesheimer Kurzfilmtage haben sich offenbar über die Jahre einen Namen gemacht», lautet Borters Analyse. Kommt hinzu, dass das Festival über verschiedene Kanäle effizient und erfolgreich beworben wurde.

75 Minuten purer Filmgenuss

Sämtliche 15 Eingaben werden am Freitag zwischen 18 und 22 Uhr und am Samstag von 11 bis 18 Uhr in voller Länge in der Trotte in Arlesheim über die Leinwand flimmern. Das sind insgesamt 75 Minuten purer Filmgenuss. Wer wissen will, wer sich hinter den einzelnen Streifen verbirgt, der sollte sich unbedingt am Sonntag auch in Dornach im neuestheater.ch einfinden. Dort findet um 11 Uhr der Gang der Filmemacher über den Wochenblatt-blauen Teppich und anschliessend die grosse Preisverleihung statt. Die Kulturkommission Arlesheim, die das Festival organisiert, vergibt per Jury-Entscheid den mit 1000 Franken dotierten Hauptpreis. Dazu wird ein zweiter Preis in Höhe von 500 Franken verliehen.

Das Wochenblatt ist Medienpartner des Festivals und zugleich Sponsor des mit 500 Franken dotierten Publikumspreises. Während der ganzen Festivaldauer können die Zuschauer ihre Stimme für ihren Lieblingsfilm abgeben. Auch am Sonntag ist dies noch möglich, dann werden alle Filme noch einmal auf Grossleinwand gezeigt.

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