Gastlichkeit und Gemütlichkeit beim Pulverhüüsli

Der Bürgerrat lud an Auffahrt zur 4. Auflage des Pulverhüüsli-Festes ein. Jung und Alt bevölkerten am Mittag buntgemischt den Platz in der hinteren Ermitage.

Macht Hunger: Cervelat, Bratwurst, Plätzchen – verführerisch gut grilliert vom Grillmeister der Bürgergemeinde.  Foto: Barbara Nüesch
Macht Hunger: Cervelat, Bratwurst, Plätzchen – verführerisch gut grilliert vom Grillmeister der Bürgergemeinde. Foto: Barbara Nüesch

Es ist angenehm warm an diesem Auffahrtstag. Mit leichten Schuhen, Sonnenhüten und -brillen, mit Kindern im Huckepack, im Kinderwagen oder im Schlepptau oder auch allein wandern, schlendern, bummeln etliche Arlesheimerinnen und Arlesheimer durch die Ermitage dem Pulverhüüsli zu.

Bürgerratspräsident Stephan Kink begrüsst kurz nach 11 Uhr in bester Laune die Ankömmlinge persönlich und eine Gruppierung des Musikvereins bereitet sich auf ihren Einsatz vor. Die ersten Bratwürste und Plätzli wechseln vom Grill auf Pappteller und werden mit feinem Brot oder knusprigen Pommes frites garniert zu den Festbänken getragen.

«Fürs Vorbereiten, Durchführen und Aufräumen brauchen wir rund vier Tage», wird Stephan Kink später erzählen. «Wir», das sind die Bürgerräte mit Anhang und fünf bis sechs Bürger. Jetzt stehen sie am Grill, schneiden Kuchen, füllen Gläser – der leichte Arleser Blauburgunder mundet wunderbar bei diesem sommerlichen Wetter. Sie ordnen die Warteschlange vor dem Buffet, räumen Tische ab und kochen Spaghetti in der gut eingerichteten Pulverhüüsli-Küche.

«Die Finanzen der Bürgergemeinde reichen nicht für einen alljährlichen Bannumgang mit der dazugehörenden Gratisabgabe von Wurst und Brot für alle», erklärt Kink bei einem kühlen Bier. Weil das Zusammensein am Banntag so gemütlich war, sei die Idee, in den Zwischenjahren ein Fest zu veranstalten, entstanden. 1971 wurde das erste Schüürli-Fest auf der Renggersmatt durchgeführt. Nach dem Erwerb des alten Munitionslagers der Armee und dessen Umbau lädt die Bürgergemeinde nun alle zwei Jahre zum Pulverhüüsli-Fest ein.


Mit ehrenamtlichem Engagement

«Ohne Gratisarbeit würde das nicht funktionieren. Alle sind mit viel Idealismus und Interesse am Wald, am Dorf und an der Bevölkerung dabei.» Kink kennt die Gemeinde- und die Bürgerpolitik und liebt das Erzählen. Er schwärmt von Susanne Wüests Pferdekutschen, mit denen bis vor zwei Jahren ein kleiner Shuttle-Dienst habe angeboten werden können. Nun sind die Pferde alt und mögen nicht mehr. «Gehschwächere Leute sollten nicht bloss wegen der Distanz zum Dorf vom Fest ausgeschlossen werden», betont Kink und trinkt sein mittlerweile lauwarmes Bier aus. Die Musik spielt «Über den Wolken» und manch einer denkt, dort wärs jetzt kühler. Längst sind die Schattenplätze besetzt. Doch die Wald-und-Wurst-Atmosphäre ist sehr gemütlich und man bleibt und verweilt.

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