Für einmal in der Rolle des Kasperli die eigene Geschichte erfinden

Der Ferienpass machts möglich: Man wechselt von der Zuschauerbank hinter die Bühne. Den Kasperli, den Michi und die Prinzessin zu spielen, war für die Kleinen das Grösste.

Puppentheater: Die Ferienpasskinder mit ihren Kasperlifiguren.  Foto: Bea Asper
Puppentheater: Die Ferienpasskinder mit ihren Kasperlifiguren. Foto: Bea Asper

Bea Asper

Kommt Leute, helft mit, die Hexe auszukitzeln.» Dies sagten für einmal nicht die Erwachsenen, sondern die sechs- bis achtjährigen Puppenspielerinnen. Die Kinder waren nicht Zuschauer, sondern führten selber das Kasperlitheater auf. «Das macht doppelt Spass», sind sich die Kinder einig. Die Mädchen waren in der Überzahl, doch insgesamt liessen es sich auch acht Buben nicht nehmen, als Kasperli die Welt zu retten.

Natürlich riss man sich um die Rolle des Kasperli und seines Freundes Michi. Auch die Prinzessin war sehr begehrt, und weil man die Rollen ja später tauschen konnte, fand sich auch eine Hand, die in das Hexenkleid schlüpfte, um mit den Fingern die Puppe zum Gestikulieren zu bringen.

Und wo ist die verflixte Kindertasche?
Eine Kindertasche ist verschwunden. Sie wurde von der Hexe verzaubert. Dem Kasperli stellen sich viele Schwierigkeiten, doch er überwindet sie alle. Er will mithilfe der Kinder die Hexe dazu bewegen, ihren Zauberspruch herauszurücken und die Tasche zum Vorschein zu bringen. Die Kinder spielten den Kasperli als Vorbildfigur, doch passierten ihm auch Missgeschicke. Auf jeden Fall konnte er immer auf seinen Freund Michi zählen. Zusammen bestritten sie die schönsten, aufregendsten Abenteuer und konnten immer alles zum Guten wenden.

Die Kleinen lachten herzhaft und halfen sich gegenseitig, die passenden Worte zu finden. Es sprudelten die Ideen, dann auf einmal stockte es, doch immer hatte ein anderes Kind einen Einfall und weiter gings in der Geschichte mit der «verzauberten Kindertasche». Locker wechselten die Kinder von der Textvorgabe zum spontanen Einfall. Für Eigenkreativität und Improvisation war genügend Platz.

Möglich machten dies die passionierte Kasperlitheater-Schauspielerin Karin Boss und der Ferienpass. Zusammen mit ihren Helferinnen führte Karin Boss die Kinder in die faszinierende Märchenwelt ein. Die Plätze für den Kasperlitheater-Kurs im Jugendhaus in Arlesheim waren heiss begehrt und rasch besetzt. Doch zu Hause kann weitergespielt werden. Die Kinder durften sich zusätzlich ihre eigenen Figuren basteln und diese mitnehmen. Auf dem Heimweg wurde dann auch schon die erste spannende Geschichte ausgedacht.

Weitere Artikel zu «Arlesheim», die sie interessieren könnten

Flinke Hände: Vornehmlich Frauen bauten die Motoren und Apparate. Foto: zVg/Fankhauser Architekt
Arlesheim11.02.2026

Arlesheim, das Osmanische Reich und die Lehren aus der Geschichte

Was die Schappefabrik und die Elektrizitätsgesellschaft Alioth AG mit dem Osmanischen Reich zu tun haben, zeigten Historiker bei Uptown Basel auf. Das…
Arlesheim04.02.2026

Ersatzwahlen: Die fünf Kandidierenden stellen sich den Fragen des Wochenblattes

Klicken Sie auf das Bild, um die Antworten der Kandidierenden zu lesen.
Startschuss: Andrea Pfaehler und Patrick Tschan entwickeln ein Projekt, das Arlesheim für die Zukunft kulturell bereichern soll. Foto: Caspar Reimer
Arlesheim28.01.2026

Eine Volksbühne im Setzwerk

Die Theater Company Arlesheim erarbeitet ein Stück, das während der Zeit des Frauenstreiks in der Spinnerei Schappe anno 1945 spielt. Doch soll das erst der…