«Es braucht die Beteiligung der nächsten Generation»

Gemeinderat Markus Eigenmann lobte in seiner Festansprache an der Arlesheimer Bundesfeier das Milizsystem. Die Jungbürger ermunterte er, sich politisch vermehrt einzubringen.

Immerhin: Einige wenige Jungbürger sind der Einladung der Gemeinde gefolgt. Matthias Hörmann, Christian Choquard, Alemitu Föppl, Alexandra Lindemann, Tiziana Forster (v. l.). Am Rednerpult: Markus Eigenmann.  Foto: Oliver Sterchi
Immerhin: Einige wenige Jungbürger sind der Einladung der Gemeinde gefolgt. Matthias Hörmann, Christian Choquard, Alemitu Föppl, Alexandra Lindemann, Tiziana Forster (v. l.). Am Rednerpult: Markus Eigenmann. Foto: Oliver Sterchi

Oliver Sterchi

Die Festgemeinde liess sich von Petrus’ Launen nicht beeindrucken. Trotz Regen waren die Festbänke an der Arlesheimer Bundesfeier im Badhof hinter dem Dom bis auf den letzten Platz gefüllt, dazwischen war fast kein Durchkommen. Bewirtet von der Säulizunft, lauschten die zahlreichen Besucher zunächst den musikalischen Darbietungen des örtlichen Musikvereins. Pünktlich um halb acht trat Gemeinderat Markus Eigenmann an das Rednerpult, um die traditionelle

1.-August-Ansprache zu halten. Der Freisinnige warf zu Beginn die rhetorische Frage an sich selbst auf, wieso er sich das Amt des Gemeinderats überhaupt antue. Die Antwort folgte umgehend: «Aus Freude am Gestalten und Liebe zur Heimat.» Doch was heisst überhaupt «Heimat»? Eigenmann, der früher in den USA und Genf gelebt hatte, bezeichnete Arlesheim als seine Heimat, weil «dort die Menschen leben, die mir etwas bedeuten.» Daraufhin setzte der Elektroingenieur zu einer Lobrede auf die direkte Demokratie in der Schweiz an. Diese, so der Politiker, ermögliche den Bürgern in dieser Form weltweit einzigartige Möglichkeiten zur Partizipation an den politischen Prozessen. Sogar auf Gemeindeebene könne man mitreden, was leider nicht allen Leuten so bewusst sei, sagte Eigenmann.

Er lobte auch das System der kollektiven Entscheidungsfindung, das im Arlesheimer Gemeinderat vorherrsche: «Wir beziehen alle Parteien in den Prozess ein, auch diejenigen, die nicht im Gemeinderat vertreten sind.» Der FDPler betonte indes, dass es auch in der Arlesheimer Kommunalpolitik Verbesserungspotenzial gebe. Dies betreffe insbesondere die Parteien, die mitunter etwas zahm seien und sich nicht kritisch äusserten, meinte der Gemeinderat. «Entweder sind die Vorlagen des Gemeinderats einfach perfekt oder es gibt zu wenig Kritiker», schmunzelte Eigenmann.

Jugendliche sollen sich mehr einbringen
Nach seinem Referat bat Eigenmann die Arlesheimer Jungbürger auf die Bühne, um sie in einem offiziellen Festakt in die Gemeinschaft der mündigen Wählerinnen und Wähler aufzunehmen. Er ermunterte die Jugendlichen, sich aktiv am politischen Leben in der Gemeinde zu beteiligen: «Gemeindepolitik ist unmittelbar und hat Auswirkungen auf jeden Einzelnen von uns.» Das Milizsystem sei auf die Partizipation der nächsten Generation angewiesen, so Eigenmann weiter.

Die anwesenden Jungbürger, die leider nur einen Bruchteil der ursprünglich Eingeladenen ausmachten, äusserten daraufhin in kurzen Ansprachen ihre persönlichen Wünsche für das Zusammenleben in Arlesheim. Die Bekundungen reichten von mehr Grünflächen über den Erhalt des historischen Dorfkerns bis hin zur Forderung nach mehr Dorfanlässen und wurden jeweils mit grossem Applaus seitens der Festgemeinde quittiert. Nach Beendigung der Zeremonie wurde die obligatorische Nationalhymne gesungen, bevor dann die Musiker der Capital-S Disco-Funk-Soul-Band die Bühne betraten und dem Publikum bis spät in die Nacht einheizten.

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