Ermitage: Für die Fische im oberen Weiher heisst es Abschiednehmen

Zurzeit finden am oberen Weiher in der Ermitage Unterhaltsarbeiten statt. Dabei wird der Weiher entleert und die Fische werden umgesiedelt.

Auf Spurensuche: Nach der Entleerung des Weihers werden archäologische Untersuchungen angestellt, um daraus Erkenntnisse zur Lebensweise der Menschen im hohen Mittelalter zu gewinnen. Foto: Caspar Reimer
Auf Spurensuche: Nach der Entleerung des Weihers werden archäologische Untersuchungen angestellt, um daraus Erkenntnisse zur Lebensweise der Menschen im hohen Mittelalter zu gewinnen. Foto: Caspar Reimer

Seit Montag ist am oberen Weiher in der Ermitage die Gewässerunterhaltsequipe des kantonalen Tiefbauamtes am Werk: Da ein geeigneter Ort für einen Grundablass gefunden werden muss, wird das Wasser aus dem Weiher gepumpt, um den Damm freizulegen. «Zuvor sind alle Zuflüsse in den Weiher verschlossen worden», sagt der Projektleiter Gewässerplanung beim Kanton Basel-Landschaft, Jonas Woermann, gegenüber dem Wochenblatt. Seit Montag saugen zwei Rohre das Wasser aus dem Weiher ab und leiten es in den Dorfbach. Nachdem die erste Hälfte des Wassers im Weiher weg ist, werden die dort lebenden Fische mittels elektronischer Methode eingefangen: «Mit schwachem Strom locken wir sie zu einem bestimmten Ort, wo sie dann mit Netzen gefangen werden.» Die ehemaligen Bewohner des Weihers werden nach Reinach in einen anderen Weiher umgesiedelt. Im Anschluss befreien Baumaschinen den Weiher vom Schlamm, der dann getrocknet und per Lastwagen abtransportiert wird. Im Zusammenhang mit den Arbeiten werden drei Bäume gefällt, damit die Zufahrt für die Baufahrzeuge gewährleistet ist.


Archäologische Untersuchungen

Im Zuge dieser Dammfreilegung finden zudem archäologische Untersuchungen statt: «Wir erhoffen uns, Näheres über die Vergangenheit des Weihers zu erfahren», sagt eine Mitarbeiterin von Archäologie Baselland. Will man Landschaften und ihre Nutzung durch den Menschen in früheren Zeiten rekonstruieren, sind Feuchtbiotope wie jenes in der Ermitage besonders wertvoll. Dank Luftabschluss haben organische Reste Chancen, zu überleben. Mit etwas Glück lässt sich etwa aufzeigen, wie sich das Klima und die Vegetation in der Region entwickelten, in welchen Zeiten gerodet wurde oder wann welche Kulturpflanzen angebaut wurden. Im Falle der Ermitage Arlesheim kann man davon ausgehen, dass die Weiher mindestens seit dem hohen Mittelalter bestanden.

Das Ende der Arbeiten ist für Mitte November geplant, hänge aber auch von den archäologischen Untersuchungen ab. Danach wird der Weiher wieder durch den Dorfbach gefüllt, was mehrere Wochen dauern kann. Der Teich wird denn auch mit neuen Fischen angereichert: «Noch ist aber nicht klar, wie und mit welcher Art von Fischen wir den Weiher bevölkern.»

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