Diese Firma sorgt seit 60 Jahren dafür, dass die Bratwurst immer kühl bleibt

Die Jeka AG aus Arlesheim entwickelte vor 60 Jahren als erste Schweizer Firma Kühlsysteme für Metzgereien. Heute fertigt das Traditionsunternehmen ganze Ladensysteme für Kunden im In- und Ausland. Dabei ist jedes Produkt ein Unikat.

Kunden von Frankreich bis Finnland: Firmeninhaber Andreas Scherrer in der Produktionshalle der Jeka AG.  Foto: Thomas Kramer
Kunden von Frankreich bis Finnland: Firmeninhaber Andreas Scherrer in der Produktionshalle der Jeka AG. Foto: Thomas Kramer

Oliver Sterchi

Sie stehen in jeder Metzgerei, Konditorei oder Imbissbude: Kühltheken, die dafür sorgen, dass die wärmeempfindliche Ware stets auf die optimale Temperatur heruntergekühlt wird. Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, war vor sechzig Jahren eine bahnbrechende Innovation. Im Jahr 1956 gründeten Fritz Jenzer, der Bruder des Arlesheimer Metzgerkönigs Ruedi Jenzer, und Albert Krafft die Firma Jeka, die 1965 in eine AG umgewandelt wurde. Die findigen Tüftler entwarfen als schweizweit erstes Unternehmen Kühlsysteme für Metzgereien.

Davor wurde das Fleisch in den Theken lediglich mittels kühler Steinplatten temperiert. Entsprechend kurz bemessen war die Haltbarkeit, besonders in den Sommermonaten. Die Produkte von Jenzer und Krafft ermöglichten es den Metzgern, ihre Ware auf die Kommastelle genau herunterzukühlen und damit länger haltbar zu machen. Was als Zwei-Mann-Betrieb begann, ist heute zu einem KMU mit knapp 60 Mitarbeitern angewachsen, das seine Produkte im In- und Ausland verkauft. «Unsere primären Absatzmärkte sind die Schweiz, Deutschland und Frankreich. Erst kürzlich haben wir aber auch ein Produkt nach Finnland exportiert», sagt Andreas Scherrer, Inhaber der Jeka AG gegenüber dem «Wochenblatt». Damals war die Jeka AG zudem eine der ersten Firmen im Arlesheimer Gewerbegebiet Tal. «Auf alten Fotos sieht man, wie rund um das Firmengelände noch ein Kornfeld steht», sagt Scherrer.

Konkurrenz im grenznahen Ausland

Die Jeka AG hat ihr Angebot in den letzten Jahrzehnten sukzessive erweitert und produziert heute neben einzelnen Kühltheken auch ganze Ladensysteme. Zu den Abnehmern zählen inzwischen neben klassischen Metzgerei- und Konditoreibetrieben auch Firmenkantinen oder Coffee-Shops. Dabei sei jedes Produkt ein Unikat, betont Scherrer. «Wir richten uns nach den Wünschen der Kunden und bieten je nach Bedürfnis eine massgeschneiderte Lösung an.» Von der Schreinerei über die Kühltechnik bis zur Montage vereint die Jeka AG sämtliche Stufen des Produktionsprozesses unter einem Dach. Die handgefertigten Unikate haben dementsprechend ihren Preis, und auch die Arlesheimer Traditionsfirma blieb vom Frankenschock nicht verschont. «Natürlich spielt der Preiskampf eine Rolle, insbesondere, weil wir mit Unternehmen im grenznahen Ausland in Konkurrenz stehen. Aber wir müssen einfach innovativ bleiben», sagt Scherrer. Zudem setze man auf die lange Tradition und den guten Namen, den sich das Unternehmen in den letzten 60 Jahren erarbeitet habe.

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