Der Dorfbach soll wieder ans Tageslicht kommen

Vergangene Woche stellte die Gemeinde Details zur Freiraum- und Verkehrsplanung im Ortskern vor.

Spielen am Dorfbach: Das Siegerprojekt BBZ Landschaftsarchitekten will den Dorfplatz mit einem offenen Bachlauf aufwerten. Visualisierung: BBZ Landschaftsarchitekten
Spielen am Dorfbach: Das Siegerprojekt BBZ Landschaftsarchitekten will den Dorfplatz mit einem offenen Bachlauf aufwerten. Visualisierung: BBZ Landschaftsarchitekten

Der Arlesheimer Dorfkern soll noch schöner werden, als er es bereits ist. Das wird aber nicht von heute auf morgen geschehen, sondern Schritt für Schritt: «Wir reden über eine Zeitspanne von 25 Jahren», sagte Gemeinderat Felix Berchten (Frischluft) am Mittwoch vergangener Woche in der Aula Gerenmatt, als die Gemeinde an eine Informationsveranstaltung über die Freiraum- und Verkehrsplanung im Arlesheimer Ortskern eingeladen hatte. Für die Planung, die Teil des 2017 initiierten Projekts Ortskernentwicklung und dem daraus erarbeiteten Entwicklungskonzept ist, hatten im vergangenen Jahr in einem Wettbewerb drei Teams aus Raumplanern und Landschaftsarchitekten Studien durchgeführt und Vorschläge erarbeitet, worauf der Gemeinderat im Frühjahr 2021 das Siegerprojekt der BBZ Landschaftsarchitekten (Bern) und der Dudler Raum- und Verkehrsplanung (Biel) auserkoren hatte. «Das Konzept trägt der historischen Bedeutung des Dorfbachs Rechnung, denn Arlesheim ist entlang des Wassers entstanden», so Berchten. Die ersten Häuser wurden längs auf beiden Seiten des Dorfbachs, der die Bewohner mit Wasser versorgte, gebaut. Arlesheim war ursprünglich ein «Bachzeilendorf», dessen Struktur noch heute an der Strassenführung und der Stellung der Gebäues ablesbar ist.

Dieser historische Verlauf des Dorfbachs soll mit gestalterischen Mitteln wieder sichtbar gemacht werden. Als Beispiel nannte der Gemeinderat die Stadt Freiburg in Breisgau, wo ein Bächlein in kleinen Rinnen entlang der Strassen und Gassen plätschert. Neben einer punk­tuellen vermehrten Begrünung in Be­gegnungszonen sieht das Siegerprojekt eine starke Differenzierung der Bodenbeläge vor.

Verkehr und Parkplätze

Das Konzept zeigt auf, wie sich die Frei-, Grün- und Strassenräume im Ortskern entwickeln sollen. Besonderes Augenmerk legte der Gemeinderat auf Hindernisfreiheit, Oberflächenbeläge, Beleuchtung, Bepflanzung, Sitzgelegenheiten, Toiletten und Signalisation. Beim Thema Verkehrsführung sieht das Siegerprojekt konkret ein Einbahnregime auf der Ermitagestrasse, Abschnitt parallel zum Andlauerweg, vor. Auch das heisse Eisen namens Parkplätze floss in die Planung mit ein. Der Gemeinderat dazu: «Die Parkierung soll nur verändert werden, wenn eine entsprechende Kompensationsmassnahme realisiert worden ist.» Grundsätzlich habe das Konzept den Vorteil, dass es im Rahmen von anfälligen Strassenrenovationsarbeiten umgesetzt werden kann.

Vorwurf: «Blindflug des Gemeinderates»

Aus dem Publikum wurde die Sorge bezüglich der Kosten, welche die Umsetzung dieser Massnahmen mit sich bringe, geäussert – von einem «Blindflug des Gemeinderates» war die Rede. Darauf entgegnete Berchten: «All diese Projekte fliessen in die Investitionsplanung ein. Und über diese kann die Gemeindeversammlung bestimmen.»

Dass es für den würdigen Ortskern genügend Frei- und Grünräume brauchte, darüber waren sich alle einig. Die interessierte Bevölkerung hatte ausserdem die Möglichkeit, dem Gemeinderat in schriftlicher Form Vorschläge mit auf den Weg zu geben. Im Januar geht der Entwurf des Teilzonenplans Ortskern in die öffentliche Mitwirkung. Die Gemeindeversammlung wird über diesen im Herbst 2022 befinden.

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