Brigitte Treyer holt für die FDP den vakanten Schulratssitz – die SP ärgert’s

Mit Brigitte Treyer hat die FDP nun drei Vertreter im Kindergarten- und Primarschulrat. Die Leitung der SP sieht in der kurzfristig kommunizierten Gegenkandidatur ein bürgerliches machtpolitisches Manöver.

Ist für die Aufgabe motiviert: Brigitte Treyer wird Einsitz nehmen im Kindergarten- und Primarschulrat. Foto: Thomas Brunnschweiler
Ist für die Aufgabe motiviert: Brigitte Treyer wird Einsitz nehmen im Kindergarten- und Primarschulrat. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Mit 1075 Stimmen – 9 über dem absoluten Mehr – wurde die Anwältin und dreifache Mutter Brigitte Treyer am letzten Sonntag in den Schulrat gewählt. Reto Betschart, der Kandidat der SP, hatte mit 1015 Stimmen das Nachsehen. «Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe», sagt Brigitte Treyer, die in Arlesheim ein Advokaturbüro betreibt und früher als Juristin für die SBB arbeitete. Sie sieht ihren Erfolg eher als Personen- denn als Parteiwahl. «Der Schulrat ist auch eine Beschwerdeinstanz, der eine Juristin braucht.» Sie sieht den Schulrat nicht als Ort, wo Bildungspolitik gemacht wird, obwohl sie hinter der Weiterführung von Harmos steht.

«Wir brauchen eine Schule, welche die Kinder gut ausbildet, und in der diese angemessen motiviert und gefördert werden», so Brigitte Treyer. Ein Thema ist für sie der Leistungsdruck, dem die Kinder schon früh begegnen müssen und den sie zuweilen als etwas hoch empfindet. Als Stiftungsratspräsidentin der Stiftung Sunnegarte hat sie intensiv mit der familienergänzenden Kinderbetreuung in Arlesheim zu tun. «Hier sind auch Berührungspunkte mit der Schule.» Und als Mutter sei sie von den Schulfragen ebenfalls direkt betroffen.

Unterschiedliche Interpretation
Balz Stückelberger, Präsident der FDP Arlesheim, sagt, man habe sich kurzfristig für eine eigene Kandidatur entschieden. «Wir sind generell gegen stille Wahlen und es stand eine valable Kandidatin zur Verfügung», sagt er. Als grosse Partei müsse eine grosse Partei eigentlich bei jeder Wahl mitmachen, zudem sei die Zugehörigkeit zu einer Partei im Schulrat sekundär. Brigitte Treyer sei Anwältin und Mutter, zudem gut vernetzt, kompetent und sie kenne auch viele Eltern.

Die SP, die mit der Nichtwahl von Reto Betschart ihren Sitz im Schulrat verloren hat, sieht die Sache etwas anders. «Das war eine machtpolitische Entscheidung», kommentiert Marie Regez, Präsidentin der SP Arlesheim. «So etwas beschliesst man nicht kurz vor den Wahlen», sagt sie, «ich bin einigermassen ungehalten.» Die Frischluft habe sich dagegen betont zurückgehalten. Marie Regez sieht in diesem «Manöver» ein Zeichen dafür, dass die FDP mit ihrer Mehrheit im Gremium das Präsidium beanspruchen wird. Sie glaubt auch, dass die FDP im Gemeinderat das Präsidium anstrebt. «Wir hatten schon im August kommuniziert, dass wir Herrn Betschart aufstellen. Damals meldete sich die FDP nicht, um unseren Kandidaten kennen zu lernen.

Gelassener Verlierer
Reto Betschart selbst hat es nicht ganz überrascht, dass Brigitte Treyer das Rennen gemacht hat. «Es ist keine Katastrophe für mich, die Wahl war eine gute Erfahrung», sagt er. Frau Treyer habe wohl als Anwältin und als Präsidentin der Stiftung Sunnegarte gepunktet. «Vielleicht spielte auch der Frauenbonus mit.» Betschart ist trotzdem mit seinem Ergebnis zufrieden. «Ich hätte jedoch mit meinen Positionen sicher frische Ideen in den Rat einbringen können.»

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