Beschwingt ins Jahr hinein

Am Wochenende lud das Orchester Arlesheim in die reformierte Kirche. Das Doppelkonzert mit den beiden Piccolo-Solisten Raphael Leone und Francesco Viola sorgte für erstklassigen Musikgenuss.

Wieder zurück: Raphael Leone (Mitte) hatte vor Jahrzehnten seinen ersten solistischen Auftritt mit dem Orchester Arlesheim. Foto: Isabelle Hitz
Wieder zurück: Raphael Leone (Mitte) hatte vor Jahrzehnten seinen ersten solistischen Auftritt mit dem Orchester Arlesheim. Foto: Isabelle Hitz

So beschwingt und heiter das Programm des Neujahrskonzerts den Zuhörern auch erscheinen mochte: Das Orchester Arlesheim hatte sich mit Kompositionen von Vivaldi, Haydn, Strauss, Dvorak und anderen erneut an ein anspruchsvolles Konzertprojekt gewagt. Unter dem dynamischen Dirigat von Markus Teutschbein überzeugten die Musiker mit einer beachtlichen Gesamtleistung. Das Publikum war begeistert und danke mit lang anhaltendem Applaus.

Mit dem international tätigen Konzertflötisten Raphael Leone (Mitglied der Wiener Symphoniker) und seinem Kollegen Francesco Viola (Solo-Piccolo an der Mannheimer Oper) präsentierte das Orchester zwei meisterhafte Piccolo-Solisten. Den Auftakt des heiteren Konzertgenusses machte Antonio Vivaldis Konzert op. 47/2, in dem die beiden Piccolos wunderbar mit den Streichern und dem Cembalo harmonierten. Es folgte Josephs Haydns Sinfonie Nr. 100 («Militärsinfonie»), das Streicher und Bläser gefühlvoll und sicher meisterten. Weiter ging es mit Vivaldis temporeichem Konzert für 2 Trompeten (op. 46). Raphael Leone hat dieses ursprünglich für Solotrompeten geschriebene Komposition für zwei Piccolos arrangiert, so dass das Konzert in dieser Form weltweit erstmals aufgeführt wurde.

Verspieltes Piccologezwitscher

In Henry Klings «die beiden kleinen Finken» begeisterten die beiden Piccolo-Solisten nochmals mit verspielter Heiterkeit. In den beiden Konzertwalzern von Alexander Glazunow (Nr. 1 op.47, D-Dur) und Johannes Strauss («Rosen aus dem Süden», op. 388) gesellte sich zusätzlich noch eine Harfe zum Ensemble. Weiter auf dem Programm standen Antonin Dvoraks «Slawischer Tanz» Nr. 2 (op. 72), Hans Christian Lumbyes Champagner-Galopp (op. 14) und Jacques Offenbachs Ouvertüre zu «Orpheus in der Unterwelt», die ebenfalls mit viel Elan, Gefühl und sichtlicher Freude interpretiert wurden. Für den begeisterten Applaus bedankte sich das Orchester mit dem «Chinesen-Galopp» von Johannes Strauss Vater und dem «Banditen-Galopp» von Johannes Strauss Sohn.

Weil der Publikumsandrang am Neujahrskonzert vor einem Jahr so gross war, dass Leute nach Hause geschickt werden mussten, spielte das Orchester Arlesheim in diesem Jahr am Samstag und am Sonntag. Gab es am Samstagabend noch etliche freie Plätze, war die Kirche am Sonntag praktisch voll, freute sich Andreas Nüesch, Präsident des Orchesters. Für das nächste Konzert des Orchesters Arlesheim am Sonntag, 16. Juni, sind Werke von Schubert, Mendelssohn und Beethoven geplant.  www.orchester-arlesheim.ch

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