«Selbst bauen» lautet die Devise

Die grosse Ausstellung der Modelleisenbahn Sekundarschule Aesch (MSA) war ein Erfolg. Die Kinder haben die Module selbst erschaffen und präsentierten am Wochenende ihre Kunstwerke.

Geschenk: Ein älterer Herr vermachte der Modelleisenbahn Sekundarschule Aesch seine Gotthard-Anlage. Fotos: Fabian Schwarzenbach

Geschenk: Ein älterer Herr vermachte der Modelleisenbahn Sekundarschule Aesch seine Gotthard-Anlage. Fotos: Fabian Schwarzenbach

Minutiöse Handarbeit: die von den Kindern gestalteten Module.

Minutiöse Handarbeit: die von den Kindern gestalteten Module.

Fahrspass: Draussen konnten die Kinder mit Modellbahnzügen mitfahren.

Fahrspass: Draussen konnten die Kinder mit Modellbahnzügen mitfahren.

«Mein Opa hat auch eine», sagt Yannik (12) und meint eine Modelleisenbahnanlage. Der Schüler steht neben einem geschwungenen Nachbau der Gotthard-Strecke im Keller der Aescher Primarschule Schützenmatt und beobachtet gerade, wie ein Zug sich langsam um die Kurve quält. «Ich kann meiner Kreativität freien Lauf lassen», ergänzt er, denn die Kinder dürfen bei der Modelleisenbahn Sekundarschule Aesch (MSA) ihre Fantasie ausleben. «Die Jungen kommen mit einer Idee und wir helfen sie umzusetzen», erklärt Vereinspräsident Marcel Häring. Dabei ist einzig die Modulgrösse vorgegeben und die Schienenabschlüsse müssen exakt auf die anderen Module passen. Was die Kinder sonst auf der Fläche bauen, dürfen sie entscheiden. Sie müssen aber selbst ein Stück Holz sägen oder herausfinden, wie Wasser oder Fels am einfachsten gestaltet werden kann.

Das ist die Philosophie der MSA seit der Gründung: In einer Projektwoche bot Werklehrer Alois Reichmuth der Schülerschaft einen Kurs im Bau von Modelleisenbahnanlagen an. Das Projekt war ein grosser Erfolg und die Schülerinnen und Schüler wollten nach der Woche nicht einfach alles wieder beenden. So machte Reichmuth weiter und nach seiner Pensionierung wurde ein Verein gegründet.

«Es ist immer etwas Neues, etwas anderes», erzählt Elias (12), der gerade am Steuerelement einen Zug lenkt. Vor allem könne man mit Freunden zusammen ein Modul bauen. Kurz darauf stösst er plötzlich ein «Oh-Oh!» hervor. Auf der Anlage gab es einen kleinen Auffahrunfall. Der eine Zug hat den anderen auf dem Gleis eingeholt und den hintersten Wagen zum Entgleisen gebracht. Spätestens jetzt ist klar, weshalb es früher Schilder gab, auf denen stand: «Bitte während der Fahrt nicht mit dem Wagenführer sprechen!» Das Wochenblatt wird die Anweisung beherzigen. Das Malheur behebt Elias schnell mit Hilfe von Thomas Bürkler, der als Erwachsener im Hintergrund mithilft. Bürkler war damals ein Schüler der ersten Stunde, nun gibt er sein Wissen weiter.

«Die Jungen haben heute viele Angebote», bilanziert er und freut sich, dass auch Modelleisenbahn darunterfällt. Er zeigt auf den nachgebauten Bahnhof Aesch. Die Kinder wollten einen Bahnhof und irgendwann kamen sie auf die Idee, den Heimatbahnhof nachzubauen. Das gelang sehr passabel und er wurde auch in die aktuelle Ausstellungsanlage eingebaut.

«Fordern und fördern»

Auch Armin Reichmuth stand am Sonntag vor den Modulen der MSA und freut sich, dass das Interesse nach wie vor gross ist. «Als Junge wäre ich froh gewesen, jemand hätte mit Tipps und Tricks zur Seite gestanden.» Ihm war schon damals wichtig, dass die Kinder machen können, was sie wollen, sofern sie eigene Ideen selber umsetzen. Ab und an musste er eingreifen, so, als einmal der Wunsch nach einem zwanziggleisigen Bahnhof kam. Mit Hinweisen konnten die Kinder von lediglich sechs Gleisen überzeugt werden. Auch als ein Besucher ihn einmal darauf aufmerksam machte, dass ein dargestellter Steinschlag so nicht sein könne, verteidigte er die Fantasie der Kinder. «Den Jungen geht es nicht ums Geländer, sondern darum dass der Zug fährt», ergänzt Häring.

Viel wichtiger ist, dass die Kinder diese Dinge mit den eigenen Händen herstellen. Mangels Geld fabrizierten die ersten Schülerinnen und Schüler die Züge aus Holzklötzen und alten Drehgestellen. Auch Ovo-Büchsen oder umgedrehte Kaffeebecher dienen als Getreidespeicher. «Fordern und fördern», fasst Häring zusammen. Nach den Sommerferien wird die nächste Ausstellung geplant. Kinder, die dabei sein wollen, sind willkommen – auch Mädchen, von denen leider gerade keine dabei sind.

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