Samain: Zurück zum Ursprung – ohne den amerikanischen Kommerz

Im Rahmen einer Keltenausstellung des Heimatmuseums wurde das Aescher Samain ursprünglich als einmalige Veranstaltung ins Leben gerufen. Seither gehört das Fest mit Lagerfeuer, Livemusik und Kürbissuppe am 31. Oktober zum Jahreskalender der Gemeinde.

Lagerfeuerstimmung: das Samain-Fest auf dem Schlossplatz in Aesch.Fotos: Désirée Bellwald

Lagerfeuerstimmung: das Samain-Fest auf dem Schlossplatz in Aesch.Fotos: Désirée Bellwald

Engagiert: Die Organisatorinnen des Samain-Fests.

Engagiert: Die Organisatorinnen des Samain-Fests.

Samain gilt als eines der vier grossen irisch-keltischen Feste und als Ursprung des amerikanischen Halloween, des Totenfests am Vorabend vor Allerheiligen. Durch Siedler gelangte das ursprünglich irische Fest in die USA, von wo aus es schliesslich zurück nach Europa schwappte – dies nicht, ohne amerikanische Spuren davongetragen zu haben. Aus diesem Grund setzten die beiden Organisatorinnen Christine Koch und Tosca Siegenthaler bei der Wurzel an. «Halloween ist eigentlich bei uns in Europa entstanden und gerade Aesch weiss um seine keltische Geschichte, deshalb dachten wir uns, warum also nicht ganz zurück zu den Ursprüngen?», erklärt Christine Koch. Die Organisatorinnen wollten zurück zum keltischen Ursprung, ohne den amerikanischen Kommerz.

Das Feuer im Fokus

Die Recherchen seien aufgrund der mündlichen Kultur der Kelten nicht ganz einfach gewesen, erinnert sich Siegenthaler. Sie selbst hege seit jeher eine grosse Begeisterung für Geschichte, insbesondere für die Kelten und ihre Bräuche. «Darum bin ich auch hier im Museum gelandet», erzählt die Organisatorin. Im Rahmen der Keltenausstellung habe sie recherchiert und sei dabei auf Samain gestossen.

Dieses gilt als das Neujahrsfest der Kelten, bei welchem der Schleier zur Anderswelt sehr dünn und die Rolle des Feuers zentral gewesen sein dürfte. Mit Feuer hätten die Kelten die Toten abschrecken wollen, führt Siegenthaler aus. Ausserdem habe man ihnen eine Mahlzeit offeriert, um sie milde zu stimmen. Das Feuer habe man anschliessend ausgehen lassen, die Feuerstelle gereinigt und mit der Neuentfachung das neue Jahr eingeläutet. Sowohl Christine Koch als auch ihre Gründerkollegin Tosca Siegenthaler waren zusammen im Stiftungsrat des Heimatmuseums in Aesch. Gemeinsam mit dem Stiftungsrat organisierten sie Samain ein erstes Mal unter dem Leitmotto «Museum vor der Türe». Eigentlich sei man von einer einmaligen Veranstaltung ausgegangen. Als allerdings Menschen aus der Bevölkerung auf sie zugekommen seien, um zu fragen, ob das Fest im nächsten Jahr wieder stattfinde, habe man sich entschieden, Samain auch im darauffolgenden Jahr zu feiern. 20 Jahre später ist das Fest auf dem Schlossplatz mittlerweile fast schon Tradition in Aesch.

Lagerfeuerfest für Gross und Klein

Charakteristisch für das Aescher Samain ist, dass die Besuchenden ihre Bratwurst selbst grillieren. Diese kann vor Ort gekauft oder mitgebracht werden. Das OK lockt weiter auch mit einem reich gedeckten Kuchenbuffet und Samain-Apfelmost. Ganz besonderer Berühmtheit erfreue sich insbesondere die Kürbissuppe von Urs Sprecher, weiss Siegenthaler zu berichten. Um die Einnahmen gehe es den Veranstaltern aber nicht. Durch die Unterstützung der Gemeinde und die Bürgergemeinde, die mit dem Werkhof mithelfen sowie das Holz und die Finnenkerzen zur Verfügung stellen, würden die Einnahmen so ausreichen, um die Kosten zu decken und die Auftritte zu entlöhnen.

Mit einer Geschichtenerzählerin und der Dudelsack-Band Ramsay feierte Aesch so auch am vergangenen Freitag wieder das keltische Neujahr. Die Begeisterung für das Feuer an Samain war bei Gross und Klein zu vernehmen. Die Kleinen sprangen in bunten Kostümen über den Schlossplatz oder grillierten über dem Lagerfeuer Stockbrote und Bratwürste. Quer über den Platz war so auch eine aufgeregte Kinderstimme zu vernehmen, die die Mutter fragte: «Was denkst du, wer hat all diese Feuer entzündet?»

Das Highlight des Abends, so Siegenthaler und Koch, sei auch für sie das Feuer. Aber im Besonderen erfreuten sie die strahlenden Gesichter in der Bevölkerung. «Es ist schön, wenn wir den Gästen einen fröhlichen Abend bescheren können, der sich stets durch seine friedliche Atmosphäre auszeichnet», so Koch.

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