Aescher Familienunternehmen: ein Beispiel für eine erfolgreiche Firmennachfolge

Im Rahmen der Reihe «KMU Zämme» gewährten die Inhaber derHummel & Meyer AG in Aesch einen spannenden Einblick in die Herausforderungen der Firmennachfolge innerhalb der Familie.

Weiter in Familienhand: (von links) Patrick Meyer (Geschäftsführer und Mitinhaber), Nadine Meyer (Buchhaltung und HR) und Andreas Meyer (Mitinhaber und Leiter Abteilung Gebäudehülle) von der Hummel & Meyer AG. Foto: Tobias Gfeller
Weiter in Familienhand: (von links) Patrick Meyer (Geschäftsführer und Mitinhaber), Nadine Meyer (Buchhaltung und HR) und Andreas Meyer (Mitinhaber und Leiter Abteilung Gebäudehülle) von der Hummel & Meyer AG. Foto: Tobias Gfeller

Das Familienunternehmen für Haustechnik Hummel & Meyer AG wurde im Jahr 1980 von Felix Meyer (heute 77 Jahre alt) gegründet. Das Unternehmen beschäftigt inklusive der zwei übernommenen Dachdeckerbetriebe rund 50 Mitarbeitende und ist in den Geschäftsfeldern Sanitär, Heizung, Spenglerei und Dachdecker tätig. Das Unternehmen betreibt zwei Standorte an der Langenhagstrasse in Aesch und in Basel.

Die Hummel & Meyer AG gehört mittlerweile den Söhnen Patrick (48) und Andreas Meyer (46). Vater Felix Meyer ist noch minimal beteiligt und analysiert als Verwaltungsrat im Hintergrund mit viel Akribie die Finanzkennzahlen, erzählten Patrick und Andreas Meyer am Dienstagabend im Rahmen von «KMU Zämme», der Veranstaltungsreihe der Gewerbevereine aus Aesch, Arlesheim, Münchenstein und Reinach. Das Finden einer geeigneten Nachfolge gehört vor allem bei KMU zu den grössten Schwierigkeiten. Bei Weitergaben innerhalb der Familie spielen menschliche Komponenten und Erbteilungen mit ein.

Marktgerechter Verkaufspreis

Mit insgesamt fünf Söhnen und einem Patron als Firmengründer, der über seine Pensionierung hinaus Teil der Firma blieb, stellte die Ausgangslage für eine gelungene Nachfolgelösung innerhalb der Familie Meyer eine grosse Herausforderung dar. Für den Vater sei immer klar gewesen, dass einst die Söhne seine Nachfolge übernehmen werden, erklärte Patrick Meyer. Die beiden jüngsten Söhne – altersmässig mit einem grossen Abstand zu Patrick und Andreas Meyer – schlugen von Beginn an andere Wege ein. Der mittlere Sohn zeigte zu Beginn Interesse, bevorzugte dann aber auch einen anderen Werdegang. So blieb die Verantwortung an Patrick und Andreas Meyer hängen, die bereits mehrere Jahre vor der eigentlichen Aufgleisung der Nachfolge im Unternehmen tätig waren.

Es mussten unter anderem Fragen zum Wert der Firma, zu den Zuständigkeiten für die einzelnen Firmenbereiche und das Führen des Büros geklärt werden. Parallel dazu standen naturgemäss Fragen zum Erbe zwischen den fünf Brüdern im Raum. «Der Verkaufspreis der Firma konnte kein Fantasiepreis sein», stellte Andreas Meyer klar. «Es musste aufgrund der Erbteilung ein korrekter Marktpreis sein.» Damit die beiden Söhne nicht schon von Anfang an mit ihrer privaten Liquidität belastet werden, gewährte ihnen Vater Felix Meyer ein Darlehen, das bis in drei Jahren abbezahlt sein soll.

Keine negativen Gefühle

Nach der Übernahme der Aktienmehrheit durch die beiden Söhne behielt der Vater während mehrerer Jahre das Sagen, da er weiterhin die Mehrheit der Stimmrechtsaktien besass. Aus dem operativen Geschäft zog er sich schon länger zurück und überliess Patrick und Andreas Meyer den Betrieb.

Trotz der herausfordernden Ausgangslage sei es gelungen, Familie und Geschäft stets zu trennen und die Übergabe ohne negative Gefühle zu meistern. «Die anderen Brüder zeigten nie Interesse an der Firma», nannte Andreas Meyer einer der Gründe für das Gelingen der friedlichen Firmenübergabe. «Wir haben das grosse Glück, dass wir uns als Brüder alles gönnen.» Das sei keinesfalls selbstverständlich, wie andere Beispiele zeigen würden.

Patrick und Andreas Meyer sind sich dessen bewusst, dass auch sie sich langsam mit der Weitergabe des Familienunternehmens beschäftigen müssen, um ihre Nachfolge sorgfältig aufgleisen zu können. Ihr Beispiel zeigt exemplarisch, dass für eine erfolgreiche Nachfolgelösung viele Parameter beachtet werden müssen. Dazu gehört auch, dass «es menschelet», wie auch in ihrem Fall, sagte Patrick Meyer.

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