Riesenrutsche, Kräutergarten und jede Menge Kletterelemente
Am Montag fand die offizielle Einweihung des neugestalteten Spielplatzes im Schlossgarten statt. Trotz oder gerade wegen des Regenwetters liessen sich die Kinder die erste Euphorie aber nicht nehmen.
«Der Himmel weint, aber nicht aus Traurigkeit, sondern aus Freude über einen schönen neuen Spielplatz», begrüsste Gemeinderat Stephan Hohl (FDP) die rund 80 Anwesenden, die am Montagnachmittag zur Eröffnung und somit zur Übergabe an die Bevölkerung des neuen Spielplatzes im Schlossgarten gefunden haben.
Die lautstarke Spielfreude der Kinder machte das Lauschen der kurzen Ansprache zeitweise etwas anspruchsvoll, untermalte die Atmosphäre eines Spielplatzes aber auf eine natürliche Art und Weise. Der Startschuss für die Neugestaltung fiel im Rahmen des Festes «BLKB bei uns in Aesch», das Ende August 2024 über die Bühne ging. Die Basellandschaftliche Kantonalbank sagte ihre Unterstützung in Höhe von 10000 Franken für ein Projekt aus dem Freiraumkonzept der Gemeinde Aesch zu. Die Bevölkerung entschied sich bei der Online-Abstimmung für den neuen Spielplatz im Schlossgarten und somit war der symbolische Grundstein schon mal gelegt.
«Ideenrakete» und «Motz-Monster»
Bevor es mit der konkreten Planung losging, holte man aber als nächsten Schritt zuerst das Kinderbüro Basel mit ins Boot. Die Fachstelle für Kinderbeteiligung führte dann unter der Projektleitung von Deborah Berger eine Befragung durch, um herauszufinden, welche Bedürfnisse und Wünsche die hiesigen Kinder – und auch die Eltern – für die Neugestaltung des Spielplatzes haben. Vor allem bei den jüngeren Kindern ist das keine leichte Aufgabe: «Wir setzen da auf sehr spielerische Zugänge und versuchen beispielsweise mithilfe eines Motz-Monsters, einer Ideenrakete und eines Postenlaufs, die Anliegen der Kinder abzuholen», sagt Berger vom Kinderbüro. Daraus resultierte dann ein Empfehlungsbericht, der unter anderem folgende Kernpunkte hervorbrachte: Verschiedene Klettermöglichkeiten seien sehr beliebt gewesen, und eine möglichst grosse Rutschbahn ebenfalls. Aber auch Elemente, um «Versteckis» spielen zu können, dürften nicht fehlen, genauso wenig wie ein Wasser- und Sandbereich, wo man sich auch kreativ ausleben kann.
Vor Ort gefertigt
Für die Feinplanung und die Umsetzung holte man sich dann vier Projektvorschläge ein, aus denen die Vision der Spielplatz-Baufirma KuKuk aus Arlesheim einstimmig ausgewählt wurde. Gründer Bernhard Hanel sagt über den Bauprozess: «Wir waren mit unserem Team während dreier Wochen hier und haben die Holzelemente gleich selbst hier vor Ort gefertigt und konnten individuell auf die bestehenden Baumumrisse und andere Begebenheiten eingehen.» Das Gesamtkonzept liesse sich wie ein Fluss verstehen, der von einfacheren Objekten für die Jüngeren hinauf zu etwas anspruchsvolleren Elementen für die Älteren reicht – die Krönung ist eine drei Meter hohe Plattform, von wo aus eine grosse Rutschbahn runterführt. Etwas weiter findet sich der kreative Bereich, wo das Experimentieren mit Wasser und Sand kombiniert wurde. Daneben finden sich drei Schaukeln, die sich wohl altersunabhängig grosser Beliebtheit erfreuen dürften – aber auch auf Sitzmöglichkeiten für die (Gross-)Eltern wurde Rücksicht genommen. Eine Besonderheit ist der integrierte Kräutergarten, der vom Heimatmuseum angestossen und in Zusammenarbeit mit der Alfred Vogel Stiftung umgesetzt wurde. Die Stiftung unterstützte die Realisierung des neuen Spielplatzes zudem finanziell – der Naturheilkunde-Pionier A. Vogel (1902–1996) wurde nämlich in Aesch geboren, was den passenden Anlass bot, in seinem Namen einen Kräutergarten auf dem Spielplatz zu schaffen, der den Kindern mit ihren Eltern die Möglichkeit bietet, gemeinsam einen Blick in die Welt der Heilkräuter und -pflanzen zu werfen.






