Krippen à discrétion

Morgen startet die Ausstellung «Krippen und Krippenfiguren» im Heimatmuseum. Sie zeigt die fast unerschöpfliche Vielfalt von Krippen, die alle von Aescherinnen und Aeschern ausgeliehen wurden.

Überwältigender Andrang: Ausstellungsorganisator Peter Nebel hat ursprünglich mit etwa 30 Krippen gerechnet – nun sind es sage und schreibe 85 Exponate geworden.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Überwältigender Andrang: Ausstellungsorganisator Peter Nebel hat ursprünglich mit etwa 30 Krippen gerechnet – nun sind es sage und schreibe 85 Exponate geworden. Foto: Thomas Brunnschweiler

Alles begann in Italien. Es begab sich aber im Jahre des Herrn 1223, dass Franziskus von Assisi sich aufmachte, mit dem einfachen Volk von Greccio bei einem Stalle die Geburt Jesu nachzuspielen: ein «presepe vivente», eine lebende Krippe. Aus der Gemeinde in Latium wurde «ein neues Bethlehem», wie Thomas von Celano schreibt. Die 1562 in Prag aufgestellte Weihnachtsdarstellung gilt als erste Nennung einer Krippe im heutigen Sinne, denn mit der Gegenreformation wurden Bibeldarstellungen und damit auch die Weihnachtskrippe gefördert. Die neapolitanischen Krippen mit ihren aufwendigen Inszenierungen gehören zu den bekanntesten. Krippen sind noch immer fester Bestandteil des kirchlichen wie häuslichen Weihnachtsschmucks, schon längst auch in evangelischen Wohnungen.


Multikulti: Krippen aus aller Welt

Als Peter Nebel, der Präsident der Stiftung Heimatmuseum Aesch, im «Wochenblatt» den Aufruf startete, Aescherinnen und Aescher sollten Weihnachtskrippen leihweise dem Heimatmuseum zur Verfügung stellen, rechnete er mit 30 Einheiten. Nun sind es sage und schreibe 85 geworden. Der Initiant und federführende Organisator Peter Nebel musste sich einiges ausdenken, damit er alle Krippen unterbringen konnte. Nach der erfolgreichen Sonderausstellung über Wanduhren verspricht auch die Weihnachtsausstellung einen besonderen Zauber zu versprühen. Alle Krippen und Krippenfiguren wurden zuerst inventarisiert. Erstaunlich ist, dass bis auf zwei Ausnahmen alle Krippen von Bewohnerinnen und Bewohnern von Aesch gesammelt wurden. Die Objekte kommen aus der ganzen Welt: Schweiz, Deutschland, Frankreich, Sardinien, Palästina, Jordanien, Afrika, Peru, Venezuela und Ecuador. So vielfältig wie die Herkunftsorte sind die Materialien. Es sind Gebilde aus Linden-, Lärchen- und Olivenholz zu sehen, aus anderen einheimischen Holzarten, aus Ton, Gips und Porzellan, aus Maisblättern, Kürbisschalen, Tangua-Nuss, Bambus, aus der Knetmasse Fimo, Zinkblech, Zinn sowie stoffbezogene Figuren. Auch gibt es Figuren aus einem Materialmix. Rund ein Drittel der Schau wurde von Viviana Häring zur Verfügung gestellt.


Figuren von Albert Schilling

Die grössten Holzfiguren stammen vom bekannten Bildhauer Albert Schilling aus Arlesheim (1904–1987). In den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts erhielt er von Pfarrer Isidor Ottiger den Auftrag, Krippenfiguren zu schnitzen. Zu Beginn stiessen die grossen Figuren nicht nur auf Begeisterung; heute zählen sie zu den Beispielen einer erneuerten Kirchenkunst. Die kleinste Krippe aus dem Besitz von Pfarrer Bernhard Schibli stammt aus Peru. Sie ist aus Speckstein gefertigt und hat nicht einmal die Dimensionen einer Zündholzschachtel. Kinder können in der Ausstellung selbst eine Krippe mit Figuren aufstellen. Während der Öffnungszeiten ist immer jemand vor Ort, der die Ausstellung erklärt. Jede Krippe erzählt eine Geschichte, das macht den Rundgang so sehenswert. Die Ausstellung ist eine perfekte Ergänzung zur derzeitigen Krippenausstellung im «Spielzeug Welten Museum Basel».


«Krippen und Krippenfiguren», Heimatmuseum Aesch, Vernissage:
Freitag, 22. November, 18.30 Uhr.

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