Kantonaler Schwingerverband: Eidgenössisches in Aesch ist vom Tisch

Obwohl der kantonale Schwingerverband Aesch aufgegeben hat, hofft das Komitee Pro Schwingfest Aesch noch auf eine Wende.

Der Löhrenacker bleibt, wie er ist: Hier hätte das Schwingfest stattfinden sollen.  Foto: Edmondo Savoldelli
Der Löhrenacker bleibt, wie er ist: Hier hätte das Schwingfest stattfinden sollen. Foto: Edmondo Savoldelli

Caspar Reimer

Laut dem Basellandschaftlichen Kantonalschwingerverband BLKSV ist das Schwingfest 2022 in Aesch nun definitiv vom Tisch: «Mit einem Schreiben von vergangener Woche haben Christian Schürch und Ueli Siegenthaler im Auftrag von acht namentlich genannten Landwirten unserem Verband eine abschliessende, definitive und nicht mehr verhandelbare Absage erteilt», sagt BLKSV-Präsident Urs Lanz gegenüber dem «Wochenblatt». Die deutlichen Worte nimmt man bei den betroffenen Landwirten, die sich als Landbesitzer gegen eine Austragung des Festes auf ihrem Boden gewehrt haben, mit Erleichterung zur Kenntnis.

Allerdings: «Wir erwarten vom Verband eine definitive, an uns gerichtete schriftliche Stellungnahme», sagt Sprecher und Vertreter der Bauern, Ueli Siegenthaler. Aufgrund des bisherigen Vorgehens des Verbandes sei man skeptisch: «Die Kommunikation der Schwinger war nicht akzeptabel», so Siegenthaler. Die Haltung der Landwirte sei von Anfang an klar gewesen. Zudem kritisiert er das Vorgehen von Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger: «Ob wir unser Land zur Verfügung stellen möchten oder nicht, ist eine Angelegenheit zwischen Veranstaltern und uns Landbesitzern, aber keine politische Frage.»

Verhalten klingt es auch bei Patrick Schaub, Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Aesch-Pfeffingen: «Wir hoffen, dass nun bezüglich Schwingfest in Aesch endlich Ruhe einkehrt. Solange aber der Alternativstandort St. Jakob inklusive Brüglinger Ebene noch nicht definitiv abgesegnet ist, bleiben wir skeptisch. Wir hatten den Eindruck, dass einige wenige Leute trotz des wiederholten deutlichen Neins aller Landwirte einfach nicht akzeptieren konnten, dass das Schwingfest möglicherweise nicht in Aesch stattfinden wird.» Zudem hätten weder der kantonale Schwingerverband noch die Gemeindepräsidentin das direkte Gespräch mit den Landwirten und den Naturschützern gesucht.

Gemeindepräsidentin standhaft

Das Komitee Pro Schwingfest Aesch unter der Leitung von Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger hatte sich am vergangenen Samstag zu einer Art Standortbestimmung getroffen. Einleitend sagte die Gemeindepräsidentin vor versammelten Schwingerfreunden: «Aus der grossen Freude, das Schwingfest ins Baselbiet zu bringen, ist eine aggressive Geschichte geworden. Das ist eine grosse Enttäuschung.» Es wäre für Aesch und die Region eine einmalige Chance, ein Fest von nationaler Ausstrahlungskraft durchzuführen. Entgegen den Aussagen des Kantonalverbandes ist zumindest für die Gemeindepräsidentin und das Komitee das Schwingfest in Aesch keineswegs von Tisch. «Wir geben natürlich noch nicht auf», bleibt Marianne Hollinger standhaft.

Standort St. Jakob noch unsicher
WoB. Ob das Schwingfest 2022 gemäss den neuen Plänen des Verbandes tatsächlich im Stadtkanton stattfindet, ist noch nicht sicher. «Das hängt massgeblich von den Spielplänen des FC Basel ab. Der FCB wird uns seine Entscheidung bis im Frühling mitteilen», so BLKSV-Präsident Urs Lanz. Und weiter: «Sollte auch Basel-Stadt nicht infrage kommen, steigt das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 in einem anderen Teil der Schweiz.»

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