Geburtstag eines jung gebliebenen Hundertjährigen

Morgen wird der FC Aesch 100 Jahre alt. Geografisch abgelegen vom Dorfzentrum, prägt der Verein das Dorfleben aber bis heute wie kein Zweiter in Aesch.

Meilenstein 1921: Die erste Mannschaft des FC Aesch. Foto: ZVG
Meilenstein 1921: Die erste Mannschaft des FC Aesch. Foto: ZVG

Im Frühjahr 1921 ging alles sehr schnell. Am 5. März versammelten sich einige fussballbegeisterte Männer aus Aesch, um über die Möglichkeit zur Gründung eines Fussballclubs im Dorf zu diskutieren. Schon eine Woche später wurde der Gründungsvorstand mit Ernst Spycher-Meyer (Präsident), Hans Stöcklin (Vizepräsident), Karl Schaub (Aktuar), Karl Häring-Häring (Kassier), Karl Stöcklin (Platzchef und Material) sowie Jakob Strübin (Spiko-Präsident und Sekretär) gewählt. Dies gilt heute als Gründungstag des FC Aesch. Nochmals knapp eine Woche später wurden von 21 Mitgliedern die ersten Statuten verabschiedet.

Schon im ersten Jahr seines Bestehens stellte der FC Aesch beim damaligen Basellandschaftlichen Fussballverband zwei Teams. 1923 kaufte sich der FC Aesch Landstücke auf dem heutigen Löhrenacker, bis heute die fussballerische Heimat des Clubs. Aus den anfänglich zwei Mannschaften sind bis heute 27 Teams geworden – drei Herren Aktive, zwei Senioren, fünf Junioren, 15 im Kinderfussball, eine Frauen Aktive und eine Juniorinnenmannschaft FF15.

Grosser Andrang und Warteliste

Über 600 Mitglieder zählt der FC Aesch heute. Und es könnten auch mehr sein. «Wir führen bei fast allen Kategorien im Kinderfussball Wartelisten, weil die Anmeldungen die Plätze seit Jahren übertreffen», verrät Jacqueline «Jäcky» Flu­bacher, im Vorstand unter anderem zuständig für die Administration. Der Andrang sei vor allem im Kinderfussball bei den G- und F-Junioren gross. Sie träumen vielleicht auch davon, einmal über Aesch hinaus grosse Stars zu werden. Vorbilder hätten sie in Aesch genug: Allen voran natürlich FCB-Legenden Marco Streller und Alex Frei. Die heutigen Kinder sehen wohl aber mehr Yannick Marchand und Albian Hajdari, die 2009 beziehungsweise 2014 vom Nachwuchs des FC Aesch zum grossen FC Basel wechselten und dort zu den hoffnungsvollsten Talenten gehören. Diese Karrieren – aber auch die wöchentlich strahlenden Augen und die Begeisterung aller Kinder – unterstreichen, dass auf dem Löhrenacker seit vielen Jahren hervorragende Nachwuchsarbeit betrieben wird.

Dass Jacqueline Flubacher in der Geschichte des FC Aesch den Aufstieg der C-Junioren Elite in die Interregional-Kategorie 1981 und den nationalen dritten Platz der B-Junioren vier Jahre später als sportliche Höhepunkte nennt, ist daher kein Zufall. Auch die Basler Cup-Siege der B-Juniorinnen 2015 und 2016 gehöre zu den Highlights, schwärmt Flubacher. «Regionaler Spitzenfussball mit eigenen Junioren», nennt Club-Vizepräsident ­Lukas Müller eines der Mottos des FCA.

Pionierklub der Region

Dazu passt, dass der FC Aesch mit der 1994 erstmals durchgeführten Fussballschule zu den Pionierklubs in Sachen Fussball-Camps gehört. Mittlerweile sind diese aus den Schulferien in der ganzen Region nicht mehr wegzudenken. Auch der 2009 ins Leben gerufene Marco-Streller-Cup und das 2014 erstmals durchgeführte, stets hervorragend besetzte internationale U19-Turnier machten den FCA über das Birseck hinaus bekannt. Als der FC Aesch 2009 erstmals eine Juniorinnen-E-Mannschaft ins Leben rief, gehörte er auch zu den Pionierklubs in der Region.

Zum Jubiläum gönnt sich der FC Aesch ein Buch zur 100-jährigen Geschichte, das viele Bilder, Anekdoten und Erzählungen aus dem letzten Jahrhundert bieten wird. Der FCA ist nicht nur Ascher Fussballgeschichte, sondern auch Dorfgeschichte. Für Vorstandsmitglied Jacqueline Flubacher ist klar: «Der FC Aesch ist ein jung gebliebener Hundertjähriger, der begeistert, Emotionen auslöst und unseren Alltag etwas bunter macht.»

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