Das Aescher Gewerbe ist erfolgreich – lokal und national

Der Verein Gewerbe & Industrie Aesch gastierte bei Neonwidmer. Bei der 48. Generalversammlung war die IGeA omnipräsent, doch auch eine Pionierleistung wurde hervorgehoben.

Im Amt bestätigt: die beiden Co-Präsidenten Andreas Mohn (links) und Patrick Meyer. Foto: Mastrosanchez Studios

Wer mit dem Auto oder im öffentlichen Verkehr unterwegs ist, kommt zwangsläufig mit Werbetechnik aus Aesch in Kontakt. Ob Preistafeln bei Tankstellen oder Schilder an den Perrons der SBB: Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die Schilder, Banner und Leuchtschriftzüge in Aesch gefertigt und geplant wurden. Und zwar von der Neonwidmer AG. Die Firma gehört zu den schweizweit führenden Unternehmen in der Werbebranche, wie der Durchgang durch die Produktionshallen am Weidenweg eindrücklich unter Beweis stellte.

In der grossen Halle hingen Leuchtreklamen der wichtigsten Kunden des Aescher Unternehmens, das 1938 in Basel gegründet wurde. Neben Rolex, Basler Versicherungen und Helvetia gehören auch zahlreiche Automobilhersteller, Garagen und Tankstellen sowie die SBB, BLT und BVB zum Portfolio. Neonwidmer versorgt sämtliche Bahnhöfe der SBB mit Schildern und kaum eine Tankstelle kommt ohne die Preisschilder des Aescher Unternehmens aus. «Wir beschriften alles, nur Tattoos machen wir nicht», sagt Chris Hess, Geschäftsführer von Neonwidmer, in der im vergangenen Jahr neu errichteten Lagerhalle am Weidenweg. Angefangen als Neon-Reklamehersteller entwickelte sich der Betrieb kontinuierlich weiter. Mittlerweile sind 30 Mitarbeitende in Aesch beschäftigt und nehmen Aufträge in der ganzen Schweiz wahr.

Positives Echo nach der grossen Ausstellung

Am vergangenen Donnerstag gastierte der Verein Gewerbe & Industrie Aesch in den Hallen von Neonwidmer. Anlass war die 48. Generalversammlung. Rund 100 Mitglieder und Gäste waren anwesend. Die GV stand im Zeichen der Industrie- und Gewerbeausstellung IGeA von vergangenem Herbst. Co-Präsident Patrick Meyer, der gleichzeitig OK-Präsident der IGeA ist, zeigte sich auch rund ein halbes Jahr nach der Ausstellung begeistert über das Wochenende in der Mehrzweckhalle. Nach acht Jahren Pause präsentierten sich über 50 Aescher Betriebe und zahlreiche Interessierte besuchten die verschiedenen Info- und Werbestände. Die Rückmeldungen seien durchwegs positiv ausgefallen. Entsprechend sei angedacht, den Anlass 2028 wieder durchzuführen.

Neben der IGeA fanden aber auch im vergangenen Jahr wieder einige Anlässe statt, bei denen sich die lokalen Firmen vernetzen konnten, wie beispielsweise die neu ins Leben gerufene Eventreihe «kmu zämme», die in Zusammenarbeit mit den Gewerbevereinen von Arlesheim, Münchenstein und Reinach organisiert wird. «Das Format ist definitiv ein Erfolg, darum führen wir es auch dieses Jahr wieder durch», sagt Co-Präsident Andreas Mohn, der wie die restlichen Vorstandsmitglieder einstimmig im Amt bestätigt wurde.

Pionierleistung im Baselbiet soll die Berufslehre wieder stärken

Der Fachkräftemangel macht auch vor den Aescher Unternehmen nicht Halt. Umso wichtiger ist es, den Schülerinnen und Schülern den eigenen Betrieb näher- zubringen. Eigens dafür lancierte Gewerbe & Industrie Aesch in Zusammenarbeit mit der Sekundarschule Aesch den Berufsrundgang. Auf diesem kriegen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit auf einen Einblick in die lokalen Unternehmen. Jan Kryl, Laufbahnverantwortlicher der Sek Aesch, zeigt sich erfreut über die zweite Austragung, die im Frühling stattgefunden hat. 25 Betriebe aus Aesch haben teilgenommen. Andreas Mohn betonte, dass der Rundgang eine Pionierleistung in der Region sei.

Diese unterstrich auch Marc Scherrer. Der Stellvertretende Direktor der Baselbieter Wirtschaftskammer lobte den Anlass und die Initiative der Aescherinnen und Aescher. Daneben zeigte er auf, dass sich auch die Wirtschaftskammer mit zahlreichen Events für die Berufsbildung starkmacht. Immer weniger Schülerinnen und Schüler würden sich für eine Berufslehre entscheiden. Der Kanton Baselland liege im schweizweiten Vergleich auf einem der hintersten Plätze. Sämtliche Anwesenden waren sich einig, hier Gegensteuer geben zu wollen. Der Berufsrundgang setzt genau dort an.

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