Aescher Künstler bringt Licht in Pfeffinger Kirche

Lukas Müllner bespielt die römisch-katholische Kirche Pfeffingen mit einer Lichtinstallation. Sein künstlerisches Karriereziel sieht er aber beim Theater.

Lichtspieler und Bühnenbildner: Lukas Müllner war schon als Kind kunstbegeistert.  Foto: Tobias Gfeller
Lichtspieler und Bühnenbildner: Lukas Müllner war schon als Kind kunstbegeistert. Foto: Tobias Gfeller

Durch die Fenster leuchtet es abwechselnd rot, blau und violett. Durch die Türe ist ein sanfter Klang zu hören. In der Kirche drin wird dann das ganze Licht- und Tonspektakel sicht- und hörbar. Lukas Müllner sitzt an Tablet und Laptop und tüftelt nochmals an den Feineinstellungen. Viel muss er an diesem Freitagabend aber nicht mehr machen. Die Arbeit hat er in den Tagen zuvor erledigt und erntet dafür nun viele Kompli-
mente. «Eine wirklich tolle Erfahrung», schwärmt eine Kirchengängerin. Über verschiedene Lichtquellen bespielt der 21-jährige Aescher Künstler noch bis zum kommenden Sonntag das Kirchenschiff und den Chorraum. Lukas Müllner ist über die Bedingungen in der Pfeffinger Kirche begeistert. «Sie ist nicht zu gross, nicht zu klein. Dazu bietet die Schlichtheit gerade an den Wänden beste Bedingungen für eine Lichtinszenierung.» Die Lichtinstallation steht unter dem Überthema «Sehnsucht». Müllner möchte es aber jeder und jedem selber überlassen, was sie oder er darunter versteht. «Man soll sich auch einfach mal entspannen können, was in der aktuellen Zeit ja umso wichtiger ist.»


Kirchen unterstützen Künstler
Lukas Müllner absolviert an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) im ersten Semester den Studiengang Bühnenbild. Mit der Idee einer Lichtinstallation in der Kirche ging er auf den Seelsorgeverband Angenstein, zu dem die Kirchgemeinden Aesch, Duggingen und Pfeffingen gehören, zu. Infrage kamen aufgrund der Grösse die Pfeffinger und die Dugginger Kirche. Pfarrer und Gemeindeleiter Felix Terrier war vom Vorschlag begeistert – innert kürzester Zeit kam das Projekt zustande. Der Seelsorgeverband hat sich vorgenommen, Künstlerinnen und Künstlern in dieser für sie schwierigen Zeit kostenlos Räumlichkeiten für Ausstellungen, Installationen oder Aufführungen zur Verfügung zu stellen. «Damit wollen wir einen Beitrag zu ihrer Existenzsicherung leisten», erklärt Terrier. Kirchen seien schon seit jeher Träger der Kultur gewesen und hätten einen Beitrag zur kulturellen Entwicklung und Kultivierung der Gesellschaft geleistet. Pfarrer Felix Terrier hofft, dass in den Kirchen gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern schon bald wieder Anlässe mit mehr Menschen möglich sein werden.


Schon Bühnenbildner in der Schule
Für Lukas Müllner bot sich mit der Lichtinstallation in der Pfeffinger Kirche die Möglichkeit, seinem eigenen Schaffen einen weiteren Baustein hinzuzufügen. Doch eigentlich schlägt sein künstlerisches Herz für die Theaterbühne. Angefangen hat alles mit einem Theaterprojekt als Schüler an der Fachmittelschule, das er mit einem tollen Bühnenbild untermalte. Das gelang so gut, dass ihn die Theatergruppe des Gymnasiums Oberwil für eine ihrer Grossproduktionen anfragte. Dann war für den Aescher klar: «Theater und Bühnenbilder – das will ich.»
Bereits heute ist Müllner neben seinem Studium als Bühnenbildner in der freien Theaterszene aktiv. Wohin ihn der Weg künftig führen wird, könne er aber noch nicht so sagen. «Die Theaterszene befindet sich einen stetigen Wandel, der jetzt durch Corona noch massiv beschleunigt wird. Da wäre es falsch, jetzt schon konkrete Vorstellungen zu haben.»

Lukas Müllner entdeckte bereits als Primarschüler seine Begeisterung für die Kunst. «Ich konnte nicht genug oft ins Kunstmuseum.» In der Sekundarschule zeichnete sich seine Leidenschaft für die Kunst und das Kreative immer mehr ab. Sein grosses Gespür für Räume, Bilder und das Zusammenspiel von Licht und Ton beweist er in der Pfeffinger Kirche. Farbiges Licht kann es in dieser dunklen Zeit nicht genug geben.

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