Achtzig zusätzliche Wohnungen im Quartier Stein geplant

An der kommenden ­Gemeindeversammlung entscheidet sich, ob im bestehenden Quartier Stein am Pfeffingerring drei Neubauten mit rund achtzig Wohnungen erstellt werden können.

Ein Quartier für alle Generationen: So sollen die geplanten Wohnblöcke aussehen. Bild: ZVG

Die Planungen begannen bereits vor acht Jahren. Nun steht am 18. März an der Gemeindeversammlung die Entscheidung an, ob der bestehende Quartierplan «Stein» entwickelt und damit erweitert wird. Zu den bestehenden Bauten im ­Perimeter am Pfeffingerring zwischen Herrenweg und der Gewerbezone sind drei Neubauten mit neun, acht und vier Stockwerken für insgesamt rund achtzig zusätzliche Wohnungen geplant. Der ­Aescher Gemeinderat stellte am Montagabend die Pläne der Öffentlichkeit vor, nachdem er bereits im Januar die An­wohnerschaft informiert hatte.

Das Vorhaben wurde bereits 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach mehreren Eingaben im Rahmen der Mitwirkung wurde das Projekt überarbeitet und kam auch aufgrund der Coronapandemie ins Stocken. Im vergangenen Juni finalisierten Gemeinde und Eigentümer die Pläne. Die drei Neubauten sind in der Peripherie des Planungsperimeters angedacht. Damit sollten sie weniger Auswirkungen auf die bestehenden Wohnungen haben, erklärten Gemeindepräsidentin Eveline Sprecher (SP) und der für das Ressort Hochbau verantwortliche Gemeinderat, Stephan Preiswerk (FDP).

Mehr kleinere Wohnungen

Die bestehenden Mietwohnungen wurden vor wenigen Jahren saniert und bleiben unberührt. Die beiden Wohnblöcke mit Stockwerkeigentum könnten im Rahmen der Quartierplanung mit Balkonerweiterungen aufgewertet werden. Eigentümer der Parzellen sind die Credit Suisse Anlagestiftung, die Basellandschaftliche ­Gebäudeversicherung und die Spaini Immobilien AG. Sie seien mit dem Wunsch der Entwicklung des bestehenden Quartierplans «Stein» auf die Gemeinde zugekommen, erklärte Sprecher.

Für den Quartierplan spräche gemäss Gemeinderat der bessere Wohnungsmix. In den bestehenden Wohnblöcken hat die Hälfte der Wohnungen 4,5–Zimmer. In den Neubauten sind mehrheitlich 2,5- und 3,5-Zimmer-Wohnungen geplant. Es solle ein Quartier für alle Generationen werden, frohlockte Eveline Sprecher. Auch die Aussenräume werden aufgewertet, die Biodiversität gefördert. Mit der Erweiterung der bestehenden Einstellhallen solle die oberirdische Parkplatzknappheit gelöst werden, betonte Stephan Preiswerk.

Herzstück des überarbeiteten Quartierplans soll ein Abschnitt der Traugott-Meyer-Strasse werden, die im Rank als Be­gegnungszone mit Tempo 20 und mit Vortritt für Fussgängerinnen und Fussgänger vorgesehen ist. Der Gemeinderat möchte die eine Million Franken, die Aesch von den Eigentümern als Mehrwertabgabe erhält, vollumfänglich in die Umgestaltung dieses Strassenabschnitts investieren.

An der Informationsveranstaltung gab es vereinzelt positive Voten, dass Aesch diese Chance zur inneren Verdichtung nutzen soll, in der Überzahl waren aber kritische und mahnende Stimmen. Der für das Projekt verantwortliche Architekt, Andreas Nyffeler, Gemeindeprä­sidentin Eveline Sprecher und Gemeinderat Stephan Preiswerk bekräftigten mehrfach, dass die Strassen den Mehrverkehr aufnehmen könnten. Die Haupterschliessung verlaufe über den Pfeffingerring und nicht übers Quartier. Das Vorhaben sei «überladen», kritisierte ein Votant und mahnte, das Quartier sei zu wenig gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Dem widersprach Stephan Preiswerk und wies auf die Ent­fernung zur Haltestelle Herrenweg hin.

Geplanter Doppelkindergarten kommt nicht

Fragen gab es zum eigentlich vorgesehenen neuen Doppelkindergarten im Quartier. Doch dieser kommt gemäss Eveline Sprecher mit dem vorliegenden Projekt nicht. Die Eigentümer seien zwar gewillt gewesen, aber auch aufgrund der strengen Vorgaben des Kantons reiche dafür der Platz in den Neubauten nicht. Zudem legten Stockwerkeigentümer im Quartier ihr Veto gegen den Doppelkindergarten ein.

Sprecher und Preiswerk versprachen, mit «Hochdruck» nach einem alternativen Standort in der Nähe zu suchen. Für ein Votant ist klar, dass der Quartierplan «Stein 2» nicht gebaut werden darf, bevor das Kindergartenproblem nicht gelöst ist. Der bestehende Einfachkindergarten stosse schon heute platzmässig an seine Grenzen, gab Eveline Sprecher zu.

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