Zwischen Melancholie und Himmelssehnsucht
Am letzten Samstag begeisterten die «Gregorian Monday Singers» das Publikum in der reformierten Kirche Laufen. Ida-Lin Hübscher setzte dem Männerchor musikalisch noch ein zusätzliches Glanzlicht auf.

Laufen
Sechs schwarz gekleidete Sänger und Ida-Lin Hübscher im hellen Hosenanzug betraten den in farbiges Licht getauchten Bühnenbereich. Die «Gregorian Monday Singers» starteten mit einem innig-beschwörenden und repetitiven «Agnus Dei». In der eigenen Version von Schuberts «Ave Maria» entstand zwischen den leicht rauen Männerstimmen und der klaren, hellen Sopranstimme von Ida-Lin ein spannungsvoller Kontrast. In «World Without End» von Gregorian sang der Chor lateinisch das «Jubilate Deo», wogegen Ida-Lin den englischen Part übernahm: «Feinde werden zu Freunden, und die ganze Welt feiert», heisst es da, «nun stehen wir vereint in einer Welt ohne Ende.» Das folgende «Bridge over Troubled Water» handelt von Freundschaft und Unterstützung in schwierigen Zeiten. Danach erklang «Nothing Else Matters» der US-amerikanischen Metal-Band Metallica. «Forever Young» der deutschen Band Alphaville wurde x-mal gecovert und weckte in Laufen nostalgische Erinnerungen an die 1980er-Jahre. Mit «Ready to Go Home» präsentierte das Ensemble einen Hit der britischen Rockband 10cc. Die Stimme von Ida-Lin verlieh diesem Song das gewisse Etwas. Es ist ein ruhiges, spirituelles Lied, das von geistlicher Wiedergeburt und Jenseitshoffnung handelt.
Sehnsucht und ein Hauch von Ewigkeit
Fehlen durfte selbstverständlich auch nicht «The Sound of Silence» von Simon & Garfunkel. Hier wurde der Gesang teilweise zweistimmig. Immer wieder eindrücklich ist die Ballade «Tears in Heaven» von Eric Clapton, der hier den Tod seines vierjährigen Sohnes verarbeitete. Das rhythmische und mit schneller Begleitung unterlegte «Where the Streets Have No Name» der Gruppe U2 mit seiner politischen Botschaft für Frieden und Gerechtigkeit wusste ebenso zu gefallen wie das pathetische und eindringliche «Gloria», das auf einer Komposition von Joachim Witt beruht. Hier fiel Ida-Lin die Aufgabe zu, immer wieder das «Gloria» als Einsprengsel zu intonieren. Über Liebe als verletzliche, aber auch verwandelnde Kraft war in «The Rose» die Rede, ein Lied, das man vor allem von der Interpretation von Bette Midler kennt. «Meadows of Heaven» von Nightwish beendete das Programm, das zwischen spirituellen und weltlichen Beiträgen eine Brücke schlug. Felix Gubler schlug den Takt, und Rainer Schmidlin, Arrangeur und Begleiter, begleitete souverän am Keyboard. Am Ende gab es Standing Ovations vom Publikum, das durchaus etwas zahlreicher hätte erscheinen dürfen. Das Ensemble bedankte sich mit drei Zugaben, und am Ende füllten sich die Kollektenkörbchen mit Banknoten. Die «Gregorian Monday Singers» hatten 2009 ihr erstes Konzert; dies nach ihrer Gründung 2007. Felix Gubler hatte die berühmte Gruppe Gregorian gehört und war sofort Feuer und Flamme für einen eigenen Chor in Laufen. Trotz ihres Namens treffen sich die Sänger jeweils am Dienstag zur Probe.
Nächster Auftritt: Samstag, 24. Oktober, 17 Uhr, Katholische Kirche Röschenz. Eintritt frei, Kollekte


