Von Zwingen an den Hääfelimäärt
Am Samstag beginnt in Basel die Herbstmesse. Am Hääfelimäärt, am Stand 900, sind Tassen mit Basler Sujets zu kaufen, welche die Künstlerin Michelle Bonneau aus Zwingen entworfen hat.
Zwingen
Seit vier Jahren betreiben Doris und Lancelot Marx den Stand 900 am Hääfeli-määrt in Basel. Den 100 Quadratmeter grossen Geschirrstand führte zuvor über 100 Jahre die Familie Wenger. «Hätten wir den Stand nicht übernommen, wäre eine weitere Tradition verloren gegangen», erzählt das Ehepaar Marx, das seit vier Jahren eine Eigentumswohnung in der Überbauung auf dem ehemaligen Areal der Papierfabrik in Zwingen bewohnt. Er selbstständig, zwei erwachsene Kinder, sie, in einer Chemiefirma angestellt, vier erwachsene Kinder, haben eigentlich genug Hobbys. Sie haben Pferde und bis vor Kurzem noch Hunde. Nun stehen zwei sehr intensive Wochen an. Mit Unterstützung von Freunden und Familienmitgliedern sind sie seit Tagen mit dem Aufbauen ihres Standes beschäftigt. Rund 15000 Teile Geschirr und Keramikware umfasst ihr Sortiment. Darunter sind Schweizer Produkte der Porzellanfabrik Langenthal, Rössler Porzellan sowie Geschirr aus Japan, der Türkei und Portugal. «Beliebt sind das Basler PiepEi, eine Eieruhr, die je nach Härtegrad des Eies eine andere Melodie spielt, oder Tassen mit Basler Sujets», erzählt Lancelot Marx. Die Basler Tassen seines Vorgängers gefielen ihm jedoch nicht. Also machte er sich auf die Suche nach einer Person, die neue Sujets designen könnte. Die Laternenmaler in Basel waren alle zu beschäftigt. Fündig wurde das Ehepaar in Zwingen. Beim Adventsfenster des Schlossvereins in Zwingen lernte Doris Marx Michelle Bonneau kennen und war begeistert von ihrer Kunst — so entstand die Zusammenarbeit.
Fähre, Roche-Türme und Fasnacht
«Ich bekam den Auftrag, drei Sujets zum Thema Verkehr, Gebäude und Anlässe zu entwerfen», erzählt Michelle Bonneau. Die Kunstmalerin schaute sich in Basel um, knipste Fotos, liess sich inspirieren und erstellte verschiedene Skizzen. «Der Knackpunkt war, eine Verbindung zwischen den verschiedenen Elementen zu finden», erzählt die 37-Jährige. Entstanden sind drei Aquarellzeichnungen im Querformat A4. Das erste Aquarell bildet ein Tram, die Mittlere Brücke und die Fähre ab. Das zweite Aquarell zeigt die Roche-Türme, das Basler Münster und das Spalentor. Auf dem dritten Aquarell sind die Basler Fasnacht, der Vogel Gryff und die Herbstmesse zu sehen.
Vom Aquarell zum Siebdruck
In der Porzellanfabrik Langenthal wurden anschliessend die Aquarelle digitalisiert und im Siebdruckverfahren auf die Tassen gedruckt. Die Problematik dabei: Beim Aquarell entstehen viele Farbnuancen, die ineinanderfliessen. Beim Siebdruck wird jede einzelne Farbe Schicht für Schicht aufgetragen. «Die ersten Prototypen wurden dadurch zu grell. Sie mussten farblich angepasst werden. Mit dem jetzigen Resultat bin ich aber sehr zufrieden», meint Michelle Bonneau. Die Sujets befinden sich nun auf Espressotassen, Kaffeetassen und grossen Tassen, ein Baslerstab ziert die Innenwand der Tassen. 900 Tassen und 600 Untertassen stehen nun zum Verkauf bereit.
Am Sonntag, 25. Oktober, um 12 Uhr findet am Stand in Basel eine kleine Vernissage statt, bei der auch Michelle Bonneau anwesend sein wird. Der Hääfelimäärt auf dem Petersplatz dauert vom 24. Oktober bis zum 10. November und ist jeweils von 11 bis 20 Uhr geöffnet.






