Schlossareal als Dorfzentrum?
Am Mittwoch vergangener Woche lud der Schlossverein Zwingen die Bevölkerung ein, über die Zukunft des Schlosses zu diskutieren. Das Interesse überraschte, füllte sich doch der Gemeindesaal mit über hundert Personen.

Zwingen
Der Schlossverein kümmert sich seit 1974 um die Erhaltung des Zwingner Schlosses als Kulturgut für die Gemeinde, welche die Eigentümerin des Schlosses ist. Seit rund fünf Jahren setzte sich der Verein unter Präsident Fabio Formenton besonders intensiv mit dem Thema auseinander. Unter dem Motto «Wie sichern wir unser Schloss über Generationen hinaus?» sei es an der Zeit, die Bevölkerung über die Arbeit des Vereins zu informieren und deren Puls zum Thema zu spüren, erklärte Vorstandsmitglied Marc Jermann, der die Geschichte des Schlosses kurz zusammenfasste und darlegte, welche Massnahmen zum Erhalt am dringlichsten seien.
Viel Positives, das in den letzten Jahren entstand, geht auf die Rechnung des Schlossvereins. So beispielsweise der lancierte Audioguide, die durch den Sommer gut besuchte Schloss-Buvette im Lindengarten, das Schlosscafé in der Rauracherstube und einiges mehr. «Unser Schloss sollte unbedingt von Baselland Tourismus besser wahrgenommen werden», fand Myriam Born-Meury. Für die Vizepräsidentin des Vereins ist das Schloss Zwingen eines der wertvollsten Kulturgüter des Laufentals.
Stiftung als geeignetste Form
Um die zahlreichen Ideen, Dringlichkeiten und gewünschten Aufwertungen in naher Zukunft zu verwirklichen, brachte der Vorstand des Schlossvereins Zwingen die Gründung einer Stiftung ins Spiel. An diesem Mittwochabend wurde dies auf dem von Gaby Walther moderierten Podium diskutiert. Die leitende Redaktorin des «Wochenblatts» — auch eine ehemalige Zwingnerin übrigens — richtete an Präsident Fabio Formenton, an Benno Jermann, ehemaligen Gemeindepräsidenten, und an Roman Baumann, Jurist und Spezialist für Stiftungs-, Vereins- und Gesellschaftsrecht, die richtigen und wichtigen Fragen.
Es kristallisierte sich heraus, dass eine Stiftung die geeignetste Form für eine langfristige Erhaltung des Schlosses wäre. Unbedingt aber in Zusammenarbeit mit der Burgerkorporation, der die Erhaltung des Schlosses ebenso am Herzen liegt wie der Gemeinde, die ebenfalls ins Boot gehöre. Da waren sich alle einig. Dass sowohl Burgerkorporation wie auch Gemeinderat der Veranstaltung fernblieben, wurde allgemein bedauert. Den beiden Räten sei die Entwicklung der Idee einer Stiftungsgründung — die sie zwar auch begrüssten — noch zu wenig ausgereift. Durchwegs auf fruchtbaren Boden fielen die Erläuterungen und Diskussionen der beteiligten Referenten und Podiumsteilnehmer beim Publikum. Nur positive Feedbacks waren zu hören. «Das Schlossareal soll in Zukunft zum Zwingner Dorfzentrum werden», fand Ex-Gemeindepräsident Benno Jermann.


