Neophyten-Sammelstelle stösst auf Anklang

Wohin mit ausgerissenen Neophyten? Seit Ende August steht in Laufen eine kostenlose Sammelstelle für invasive Pflanzen zur Verfügung. Sie soll helfen, deren Ausbreitung einzudämmen.

Gut genutzt: Die Sammelstelle für invasive Neophyten steht seit Ende August bei der Jost AG kostenlos zur Verfügung.  Foto: zVg
Gut genutzt: Die Sammelstelle für invasive Neophyten steht seit Ende August bei der Jost AG kostenlos zur Verfügung. Foto: zVg

Laufen

Nicht jede fremdländische Pflanze ist problematisch. Als invasive Neophyten gelten jene Arten, die sich nach ihrer Einführung in der Schweiz unkontrolliert ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen. Dadurch geraten natürliche Lebensräume unter Druck, und je nach Art entstehen auch Schäden an Infrastruktur oder in der Landwirtschaft. Zu den bekanntesten Vertretern gehören der Japanische Staudenknöterich, das Einjährige Berufkraut, der Kirschlorbeer, der Sommerflieder und der Götterbaum. In der Schweiz gelten derzeit 88 Pflanzenarten als invasiv oder potenziell invasiv. Wer grössere Mengen invasiver Neophyten entfernt, muss diese fachgerecht entsorgen. Dafür steht beim Entsorgungscenter Jost AG in Laufen seit Ende August eine kostenlose Sammelmulde zur Verfügung. Finanziert wird das Angebot vom Kanton Basel-Landschaft. Die Sammelstelle richtet sich an Gemeinden, Privatpersonen, Landwirte, Forstbetriebe und Naturschutzvereine aus dem Laufental. «Eine Sammelstelle im Laufental war schon länger geplant», sagt Simon Amiet vom Fachbereich Neobiota des Amts für Umweltschutz und Energie Basel-Landschaft. Die bisher empfohlene Entsorgung kleiner Mengen über den Kehricht bleibe weiterhin sinnvoll. «Fallen grössere Mengen an, ist eine Entsorgungsmulde die bessere Lösung.» In die Mulde gehören sämtliche invasiven und potenziell invasiven Neophyten gemäss der Artenliste von Info Flora. Ebenfalls angenommen werden Unkräuter aus der Landwirtschaft, da diese häufig gemeinsam mit Neophyten entfernt werden. Gartenabfälle wie Rasenschnitt oder anderes Grüngut sind hingegen ausgeschlossen. Das gesammelte Pflanzenmaterial wird in einer Vergärungsanlage in Pratteln bei hohen Temperaturen vergärt und anschliessend kompostiert. Dadurch werden Samen, Wurzeln und andere Pflanzenteile zuverlässig inaktiviert, sodass sich die Arten nicht weiterverbreiten können. Gleichzeitig entstehen aus dem Pflanzenmaterial wertvolles Biogas und nährstoffreicher Humus. Wichtig ist deshalb auch die Anlieferung: Plastiksäcke dürfen nicht in die Sammelmulde gelangen, da sie den Verwertungsprozess stören würden. Werden Pflanzenmaterialien in Säcken angeliefert, müssen diese vor Ort vollständig entleert werden.

Mithilfe ist entscheidend

Die neue Sammelstelle ist Teil der kantonalen Strategie zur Bekämpfung invasiver Neophyten. Der Kanton führt Eindämmungsarbeiten entlang von Fliessgewässern, in Naturschutzgebieten und an Kantonsstrassen durch. Gemeinden, Naturschutzvereine und Waldeigentümer werden zudem finanziell unterstützt. Mindestens ebenso wichtig sei jedoch das Engagement der Bevölkerung. «Ohne die Mithilfe der Bevölkerung geht es nicht», sagt Amiet. Wer invasive Arten im eigenen Garten entdeckt, sollte verhindern, dass sie sich weiter ausbreiten. Blüten und Fruchtstände sollten rechtzeitig entfernt und korrekt entsorgt werden. Ausserdem empfiehlt der Fachmann, problematische Arten wie Kirschlorbeer oder Sommerflieder durch einheimische, standortgerechte Pflanzen zu ersetzen. Im Handel sind diese Arten bereits seit gut zwei Jahren nicht mehr erhältlich, der Verkauf wurde auf Bundesebene verboten.

Die Jost AG teilt auf Anfrage mit, dass die Mulde in den ersten Betriebswochen bereits rege genutzt wurde. Ob sich die neue Sammelstelle weiterhin bewährt, will der Kanton anhand der Anzahl Leerungen und des entsorgten Pflanzenmaterials beurteilen. Die Finanzierung ist vorerst bis Ende 2028 gesichert. «Wenn es die finanziellen Mittel zulassen und die Mulde entsprechend genutzt wird, ist auch der Betrieb über das Jahr 2028 hinaus vorgesehen», so Amiet.

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