Zusammenarbeit statt Fusionitis: Gemeinden gründen einen Verein

Die Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg hat im Laufental eine lange Tradition. Nun soll sie mit einem Verein auf eine solide rechtliche Grundlage gestellt werden.

<em>Erfolgreiche Zusammenarbeit: </em>Landrat Franz Meyer, der Wahlner Gemeindepräsident Willy Asprion und Wirtschaftsförderer Thomas Boillat am «Laufentaler Tag».<em> Foto: ZVG</em>
<em>Erfolgreiche Zusammenarbeit: </em>Landrat Franz Meyer, der Wahlner Gemeindepräsident Willy Asprion und Wirtschaftsförderer Thomas Boillat am «Laufentaler Tag».<em> Foto: ZVG</em>

Mit Röschenz hat bereits eine Gemeinde zugestimmt, die anderen sollen folgen: Die bislang gute Zusammenarbeit der Laufentaler Gemeinden soll mit einem Verein mit eigenen Statuten und einer Geschäftsstelle offiziellen Charakter erhalten. «Wir wollen die Zusammenarbeit unter einem Dach vereinen», sagt die Dittinger Gemeindepräsidentin Regina Weibel. Dies werde die Zusammen- arbeit vereinfachen, ist sie überzeugt.

Hintergrund ist unter anderem, dass der Kanton die Gemeinden zur Zusammenarbeit verpflichtet, so etwa im Bereich der Raumplanung oder der Alterspflege. Damit rennt er im Laufental aber offene Türen ein. Bereits dreimal wurde ein sogenannter «Laufentaler Tag» organisiert, an dem sich alle Gemeinde- räte der Region trafen und gemeinsam in Workshops neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloteten. Dabei ist auch die Idee des Vereins entstanden.

Politischer Arm

Der Vorstand des Vereins wird aus sämtlichen Gemeindepräsidien der Mitgliedergemeinden gebildet. Somit erhält auch die bisherige lose Zusammenkunft der Gemeindepräsidien einen offiziellen Auftrag. Ein grosser Vorteil sei, dass dieser über eine eigene Geschäftsstelle verfügen werde. Die Geschäftsstelle wird voraussichtlich bei Promotion Laufental liegen, die das Tal wirtschaftlich vorwärtsbringen will. Mit dem neuen Verein erhält das gemeinsame Bemühen um die Zukunft des Tals damit einen zweiten, politischen Arm.

Kosten soll der Verein «Region Laufental» mitsamt Geschäftsstelle rund ein Franken fünfzig pro Einwohner und Jahr. Mit grosser Opposition rechnet Regina Weibel deshalb nicht. Schliesslich führe eine engere Zusammenarbeit auch zu Vorteilen für die einzelnen Gemeinden und ihre Steuerzahler. Für den Röschenzer Gemeindepräsidenten Remo Oser, der die Statuten des Vereins letzte Woche an der Gemeindeversammlung seinen Wählern vorstellen konnte, ist der Verein auch ein Mittel zur Wahrung der Selbstständigkeit der Gemeinden. «Wir wollen Zusammenarbeit statt Fusionitis», sagte er.

Partner in Solothurn und Delémont

Dank dem Verein könne das Laufental auch gegen aussen mit einer starken Stimme auftreten. Dass dies funktioniere, habe sich zuletzt bei den Diskussionen um den Fortbestand des Spitals Laufen gezeigt, bei dem es gelungen sei, einiges für die Region herauszuholen. So soll der Verein in Zukunft nicht nur gegenüber Liestal, sondern auch gegenüber Partnern in Solothurn oder Delémont die Laufentaler Sicht darlegen. Mitglieder des Vereins werden die Gemeinden sein, der Vorstand wird aus den Gemeindepräsidien gebildet. Abgestimmt wird jeweils nach einem Schlüssel pro Einwohner, sodass die grossen Gemeinden Laufen und Zwingen ein entsprechendes Gewicht erhalten. Die Umsetzung der Projekte werde weiterhin über die Gemeinden laufen, so Oser. «Es geht bei dem Verein nur um die Koordination und die Planung», betonte er. So habe man auch die niederschwellige Rechtsform eines Vereins gewählt, anstatt einen Zweckverband zu gründen.

Mögliche Felder der Zusammenarbeit seien die Koordination von Sportanlagen, wichtig sei auch der informelle Austausch in Bereichen wie der Bauverwaltung und der Raumplanung. «Es ist gut zu wissen, was die anderen machen», sagte Oser. So soll auch der Erfahrungsaustausch mit externen Stellen gepflegt werden. Die Gemeinden stimmen nun über einen Beitritt ab, gegründet werden soll der Verein im Frühling.

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