Blue Notes on the Rocks
Am letzten Samstag fand auf dem Helye-Platz der 19. Stedtli-Blues Laufen statt. Von 16 Uhr bis in die Nacht lösten sich die Ensembles ab. Dem Organisationskomitee ist ein guter Mix von Blues bis Funk-Rock gelungen.
Laufen
Der Blues mit seinen Blue Notes, seinem Wechsel von Ruf und Antwort und seinem rhythmischen «Groove» ist weit mehr als ein Musikstil. Blues ist eine musikalische Sprache für eine ganze Lebenseinstellung. Wo der Jazz musikalische Freiheit sucht, sucht der Blues die Wahrheit des Augenblicks. Mit seinem berühmten Satz brachte es der afroamerikanische Musiker Willie Dixon auf den Punkt: «Der Blues, das sind die Wurzeln; alles andere sind die Früchte.» Auch das Publikum auf dem Helye-Platz schien die «Wahrheit des Augenblicks» zu suchen. Das Festival startete um 16 Uhr mit den Nachwuchsmusikerinnen und -musikern der Musikschule Laufental-Thierstein. Um 19 Uhr spielten dann Noir & Gerber auf. Hinter diesem Namen verbergen sich Sophie Noir Kummer und Simon Gerber (Leadgesang) und der kongeniale Schlagzeuger Claude Kamber. Das erweiterte Duo schaffte mit seiner Symbiose aus Soul, Rhythm ’n’ Blues, Blues und französischem Chanson — mit Melancholie und Poesie gespickt — vor allem eines: Atmosphäre. Zum Glück waren die Temperaturen angenehm, und auch für das leibliche Wohl und die Gaumenkühlung war bestens gesorgt. Noir & Gerber verfügen über eine grosse Bühnenpräsenz, über künstlerische Authentizität und Leidenschaft; so etwa in «Sweet Inspiration», einem Stück, das Sophie Noir Kummer mit einer überragenden Soulstimme über die Rampe brachte. Ob mit der Soulballade «Sweet Times» oder einer bluesigen Zwiesprache auf Französisch, das Ensemble vermochte das Publikum mit seinen Stimmen, virtuosen Gitarrenriffs und mit musikalischer Dichte und Groove bestens abzuholen.
Grossformation als Highlight
Mit dem Auftritt von Thorbjörn Risager & The Black Tornado aus Dänemark um 21 Uhr schlossen sich auf dem Platz und an den Tischen die Reihen. Das Oktett mit seinem Big-Band-Flair rockte den Platz mit modernen Interpretationen des Blues, mit Boogie und Rock ’n’ Roll sowie mit druckvollem Bläsereinsatz und wurde seinem Namen voll gerecht. Die markante, rauchige Stimme von Thorbjörn Risager erinnerte in Nummern wie «House of the Sticks» und «Already Gone» an jene des jungen Joe Cocker. Teilweise drang auch Jazziges und Funk durch. Diese lebensfrohe Musik verbindet stets technische Bravour — etwa in den Gitarrenriffs oder Bläserintermezzi — mit emotionaler Tiefe. Zu später Stunde wusste die Andreas Diehlmann Band aus Deutschland den Event mit einem weiteren Aspekt zu bereichern. Das Powertrio um den Ausnahmegitarristen Diehlmann konnte das Publikum mit erdiger Musik, die im Texas-Blues-Rock und im Southern Rock verwurzelt ist, begeistern. Mit 400 bis 450 zufriedenen Besuchenden war der diesjährige Stedtli-Blues laut Veranstaltern ein voller Erfolg.






