Zum letzten Mal «gchiechlet» — der Vorfasnachtsanlass geht in Rente

Sieben Mal zelebrierte Rainer Meyer, alias Steimeyer, seine Vorfasnachtsveranstaltung «Chiechli». Am vergangenen Wochenende ging mit der «Buure-Chilbi» die letzte Ausgabe dieser erfolgreichen Reihe über die Bühne des Restaurants Central.

Das Trio Chiechli: (v. l.) Steimeyer, Strizzi und Roli.Foto: Martin Staub
Das Trio Chiechli: (v. l.) Steimeyer, Strizzi und Roli.Foto: Martin Staub

Rainer Meyer ist es ernst. Sein Haus im Huggerwald hat er verkauft. Die Vorbereitungen zur grossen Reise sind in vollem Gang. Anfang April ist es so weit. Der Initiator der ehemaligen Erfolgsveranstaltung «s’Räbeli» wandert nach Kenia aus.

Ein paar Abschiedstränen waren am Sonntag anlässlich der Dernière des «Chiechli» kaum zu vermeiden. In den Chor der definitiven Abschiedszeremonie stimmten auch seine treuen mehrjährigen Mitstreitenden Strizzi und Roli mit ein. Vor vollem Haus, wie an den beiden Aufführungen am letzten Donnerstag und Samstag, gaben die drei aber nochmals Vollgas. Steimeyer als Konsulter des Stadthofes, Strizzi als Chefin der Landfrauenchuchi und Roli als Security Chef vom Lohnhof.

Die Ausgangslage war klar: Der Laufner Fasnachtsumzug muss total modifiziert werden. Das besagte Trio hat Ideen und wird das wohl mit Links umsetzen. Es gibt eine neue Route, die nicht mehr durchs Stedtli führt, denn hier organisiert Strizzi ihren Markt mit Biologischem aus der Landfrauenküche. Damit das Ganze gesittet abläuft, lässt der Security Chef einen Elektrozaun als Abschrankung installieren: «I ha mi entschiede, astell von 12 uf 220 Volt hoch z fahre, süscht nützts jo nüt.» Für Kinder jeden Alters gilt Leinenpflicht. Zudem sollen Plaketten ab diesem Jahr direkt vor Ort verkauft und mit Lochzange montiert werden, am besten in ein Ohr zur sichtbaren Kontrolle.

Der Konsulter absolviert mit seiner Stadtkuh einen Melkkurs. «Si git leider gar kei Milch me», stellt Steimeyer fest und beruft sich damit auf die leere Laufner Stadtkasse. Das Konzept des neuen Umzugs, unter anderem durch die Viehmarktgasse, scheint zu stehen. Auch das Abfallkonzept inklusive nachhaltiger, einfacher Toiletten am Stadtbach lässt kaum Wünsche offen. Die Idee einer Art «Streichelzoo» mit lebenden Personen des Fasnachtskomitees auf dem Helye-Platz dürfte zu einer Hauptattraktion werden.

«S’ letschte Chiechli» lebte von den gelungenen «Rahmestüggli» von Steimeyer, Strizzi und Roli, und wie immer von den treuen «Friends». Die Guggenmusik Schwitzchäschte gehörte anlässlich dieser Dernière ebenso dazu wie die Tambouren- und Piccolo-Spielerinnen und -Spieler der Pfluderi-Fäger-Clique. Nicht fehlen durften die Schnitzelbänkler, die beim Publikum teilweise einen Sturm der Begeisterung auslösten. «D’Landstrycher» aus dem Oberbaselbiet landeten mit ihren perfekt gemalten Helgen und extra auf Laufen und Region zugeschnittenen Versen lauter Volltreffer. Ebenso das Duo Hoofnarre, das mit eingängiger Begleitung mit «Schwyzerörgeli» sehr gut ankam. Natürlich war auch bei ihnen, wie auch durchwegs im definitiv letzten «Chiechli», die leere Stadtkasse ein Thema, das nicht fehlen durfte. Schliesslich waren auch «Dr Abgstämpfleti», ein Solist aus Breitenbach, und die beiden «Schnäggebigger» für unzählige Lacher gut.

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