Zukünftige Weltverbesserer?

Der Zulauf zu den Präsentationen der Maturaarbeiten wird immer grösser. Ebenso der dazugehörige Aufwand der Maturanden.

Ein Lied als deutliches Zeichen: Mirella Candreia erklärt ihre Komposition.  Foto: Martin Staub
Ein Lied als deutliches Zeichen: Mirella Candreia erklärt ihre Komposition. Foto: Martin Staub

Schon die Titel der einzelnen Arbeiten klangen verlockend. «Gold waschen – Beruf oder Hobby», «Der Bau eines nach traditioneller Art konzipierten Grönlandkajaks» oder «Fussballmacht Gewalt – eine Untersuchung zur Gewalt in und um Stadien der Schweizer Super League».

Die Schülerinnen und Schüler der 3. MAR-Klassen präsentierten vergangene Woche ihre Maturaarbeiten vor Lehrpersonen und vor Publikum. Und letzteres strömte reichlich herbei. Nicht nur Eltern wollten wissen, wie ihre Zöglinge ein von ihnen selbst gewähltes Thema meisterten, sondern ebenso Freunde, Verwandte und weitere Interessierte. Die Klassenzimmer boten mitunter zu wenig Sitzplätze. Ob hier gar zukünftige Nobelpreisträger referierten, steht zwar noch in den Sternen, aber Ansätze zur möglichen Rettung der Welt waren durchaus erkennbar (Der Weg zum eigenen Strom», «Hypnose – eine Kunst, die jeder lernen kann», «Mein Hund, der kleine Einstein»).
Über 50 Arbeiten, welche schliesslich als 13. Matura-Note gelten, wurden an den beiden Tagen während jeweils 19 Minuten präsentiert. Bei dreien davon, war das Wochenblatt dabei.

Eigenkomposition
«Metter in segn», zu deutsch «Ein Zeichen setzen», nennt Mirella Candreia ihre Eigenkomposition, in dessen Text es um die Intergration der verschiedenen Kulturen in der Schweiz geht. In allen vier Landessprachen und in English hat die Laufnerin (mit Wurzeln in Graubünden) Texte verfasst und vertont. Dazu stellte die Maturandin ein fünfköpfiges Vokal-Ensemble zusammen, welches die Komposition auf Tonträger einspielte. Interessant zeigten sich die unterschiedlichen Musikstile, der vielseitige Einsatz der Stimmen (inklusive Beatboxer als menschliches Schlagzeug) und der Umgang mit den Harmonien.

Mission in Japan
Evita-Lea Schmidlin entschied sich für ein familiäres Thema. Was sich eher kleinbürgerlich anhört, entpuppte sich als höchst aufwendig und spannend. «Ein Missionar in Japan» ist die Geschichte ihres 90-jährigen Grossonkels, der während 47 Jahren als katholischer Priester und Missionar in Japan lebte. Um den 30-minütigen Doku-Film zu drehen, reiste die junge Frau in den letztjährigen Sommerferien nach Japan, an den Ort, wo der Wahlner Josef Schmidlin bis 2001 lebte und wirkte. «Ein schwieriges Unterfangen, denn die Leute dort sprechen kaum englisch», erklärte die Maturandin. Der zweite Drehort, war das Kloster Immensee, wo ihr Grossonkel den Lebensabend verbringt.

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